Gestern Abend wurden die MTV Video Music Awards 2009 verliehen (Paramore war mit Decode vom Twilight Soundtrack für Bestes Rock Video nominiert, btw). Also eine super Gelegenheit, um einen neuen Trailer für New Moon - Biss zur Mittagsstunde vorzustellen! (Musik vom New Moon Soundtrack gab's auch, dazu ein extra Post;)
Der neue und viel längere New Moon Trailer ist viel rasanter zusammengeschnitten, enthält mehr und kürzere Clips. Das sieht doch alles sehr sehr vielversprechend aus. Die Spannung steigt - aber es ist ja nicht mehr lange, dank des vorgezogenen Kinostarts (26.11.09);) Unter dem Trailer noch ein Video mit Taylor Lautner, der einige Szenen präsentiert und ein bisschen 'was über die Dreharbeiten erzählt...
New Moon - Biss zur Mittagsstunde Trailer (engl.)
New Moon - Biss zur Mittagsstunde -- Taylor Lautner erzählt und stellt einige Szenen vor (engl.)
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14.09.2009
08.09.2009
Final Destination 4 Kritik + Trailer
Nick O'Bannon (Bobby Campo) hat bei einem Autorennen plötzlich eine grauenhafte Vision: Ein Unfall wird sich ereignen, es wird auf der Zuschauertribüne etliche Tote und Verletzte geben. Mit Mühe überzeugt er seine Freundin Lori (Shantel VanSanten), deren Freundin Janet (Haley Webb) und seinen Kumpel Hunt (Nick Zano) davon, das Gelände zu verlassen. Nur deshalb überleben sie.Wer schon einmal mindestens einen Final Destination Film gesehen hat, der hat eine ziemlich genaue Vorstellung von dem, was in Final Destination 4 unweigerlich kommen muss: Kurz darauf stirbt einer der Überlebenden, Körperteile fliegen durch Luft, dann stirbt noch einer, während Nick verzweifelt versucht dahinterzukommen, wie man die Todeskette unterbrechen kann - und seine Freunde von seiner Theorie zu überzeugen.
Drehbuchautor Eric Bress (Final Destination 2, The Butterfly Effect) ist völlig klar, was die Zuschauer erwarten, deshalb hält er sich nicht damit auf, uns die Figuren näher vorzustellen, sondern legt mit dem lustigen Morden los. Und das ist, besonders in der zweiten Hälfte des Films, ein Riesenspaß.
Die meisten von Nicks Visionen sind nur sehr bruchstückhaft. Es ist toll zuzusehen, wie die Bruchstücke sich meist in eine längere, komplizierte Kette von Ereignissen fügen, die letztlich mit einer Leiche enden. Wasser ist in Final Destination 4 extrem gefährlich und bald sucht der Zuschauer beim Anblick von Wasser das Opfer und versucht, die Kette zu erraten, die zum Tod führen wird.
Auch das ist Bress völlig klar, weshalb er mit uns, den Zuschauern, auch seinen Spaß hat, als er uns eine Szene mit einem Opa zeigt, an der er uns einen Moment herumrätseln lässt. Genial.
Mit der finalen Szene in einem Café zwinkert Bress den Final Destination Fans zu, die sich an ähnliche letzte Szenen in zwei der Vorgänger erinnern. Diese hier ist an Ironie kaum zu überbieten. Ob's jetzt wieder 3 Jahre dauern wird, bis der nächste Final Destination kommt?
Final Destination 4 -- Genre: Action/Thriller/Horror -- Deutschlandpremiere: Fantasy Filmfest 2009. deutscher Kinostart: 03.09.2009 --Länge: 82 Minuten -- FSK: Keine Jugendfreigabe!
Drehbuch: Eric Bress
Regie: David R. Ellis (Final Destination 2, Snakes on a Plane)
Final Destination 4 deutscher Trailer
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01.09.2009
Experiment Killing Room Kritik + Trailer
Experiment Killing Room (OT: The Killing Room) ist ein indie-Film, der mit zwei parallel laufenden Storylines die Spannung super hält und auch, so man will, ein politischer Film, der - ähnlich wie auch Public Enemies - fragt, wo man die Grenzen ziehen soll bzw. wie weit wir gehen wollen. Der Film war dem südafrikanischen Regisseur Jonathan Liebesman ein Anliegen. Als Inspiration diente das Forschungsprogramm MK-Ultra, das ausgiebig recherchiert wurde.
Die Militär-Psychologin Reilly (Chloe Sevigny, Zodiac) ist Expertin wenn es darum geht, Gesichtsausdrücke zu interpretieren. Mit ihrer Fähigkeit, Lügner zu erkennen, soll sie Dr. Philips (Peter Stormare, TV: Prison Break, Kino: Horsemen) bei einem Geheimprojekt unterstützen. Sie soll Probanden in Videoaufnahmen evaluieren. Besonders spannend wird es, als sie mit den Bändern fertig ist und die Sache weiter live verfolgt. Bald fragt sich der Zuschauer, wer wen evaluiert - Reilly die Probanden oder eher Philips Reilly oder beides?
Die vier Probanden Crawford (Timothy Hutton, demnächst im TV in der Serie Lev
erage), Kerry (Clea DuVall, Anamorph), Paul (Nick Cannon, Day of the Dead) und Tony (Shea Whigham, Fast & Furious) wollen sich nur $ 250 verdienen und wissen noch nicht einmal, für was für eine Art Studie sie sich zur Verfügung stellen. Pharmazeutisch, psychologisch,... ? Die so unterschiedlichen Probanden haben eines gemeinsam: sie sind alle amerikanische Staatsbürger. Dr. Philips erklärt ihnen, dass im Laufe der 8 Stunden 3 der Probanden elimiert werden - als er kurz darauf einen der Probanden erschießt, verstehen wir die Bedeutung dieser Worte... Zu spät für die Probanden, die im weißen Raum eingeschlossen sind. Absolut ausbruchssicher. Hier wurde an alles gedacht.
Liebe deinen Blogger und hol Dir die DVD hier: Experiment Killing Room
Experiment Killing Room beeindruckt durch das exzellente Timing der Drehbuchautoren, die die beiden Storylines ständig vorantreiben, nie zu viel verraten, aber immer genug Infos geben, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Wenn wir wissen, was überhaupt der Sinn und Zweck der "Studie" ist, rätseln wir z. B. immer noch weiter, welche Eigenschaften der "letzte Kandidat" eigentlich besitzen soll. Die letzte Eigenschaft ist dann nochmal ein Schlag in die Eingeweide.
Nicht nur die Probanden sind interessant, auch Reilly wird zum Probanden, der von Dr. Philipps manipuliert und beobachtet wird. Sie wurde wegen bestimmter Eigenschaften für eine Zusammenarbeit ausgewählt. Den Zuschauer überrascht trotzdem, wie Reilly sich im Laufe des Filmes verhält. Es ist besonders lobenswert, dass für diese Rolle eine Frau ausgewählt wurde und Sevigny ist super besetzt. Wir erinnern uns noch an die Berichte aus Guatanamo? Eben.
Jeder, der dem Militär (und der Psycholgie, wenn wir schon dabei sind) neutral bis kritisch gegenübersteht, wird den Film, an sich eine Studie der Organisation, fasziniert verfolgen. Sicher, das Projekt MK-Ultra soll zu den Akten gelegt worden sein. Dennoch ist es möglich, dass unsere Kinder und Enkel von anderen Projekten erfahren werden, die später in's Leben gerufen wurden. Die im Film zitierte Paranoia, mit der solche Projekte begründet werden - "der Feind arbeitet an sowas, also müssen wir uns auch anstrengen" - hörte sich doch sehr real und zumindest für Menschen aus diesem Milieu sicherlich auch schlüssig an.
Derzeit sehen wir Filme wie Public Enemies (über Hoover und seine Machenschaften, inkl. Folterszene und Erpressung) und wir haben auch schon etliche Filme gesehen, die vom Milgram Experiment oder vom Stanford Prison Project oder Mengeles Zwillingsstudien inspiriert wurden und wer könnte But I'm a Cheerleader vergessen, die Comedy über *immer noch aktuelle "Therapie" der Homosexualität* (noch nicht soooo lange her, dass das überhaupt aus dem Diagnose-Manual der psych-Krankheiten entfernt wurde)? Trotzdem die Gesetzgebung dafür gesorgt hat, dass bestimmte Experimente heute nicht mehr gestattet sind, ist es möglich, dass wir irgendwann Filme sehen, die von neueren Studien inspiriert werden. Oder von Fehlinterpretationen dieser Studien. Oder.... ;) MK-Ultra (wiki)
Experiment Killing Room (OT: The Killing Room) -- Genre: Thriller/Horror -- DVD Veröffentlichungsstermin: 22.10.09. Deutschlandpremiere: Fantasy Filmfest 2009 -- FSK: ab 16 Jahren.
Drehbuch: Gus Krieger (Debut) und Ann Peacock (Das Lächeln der Sterne, Chroniken von Narnia I, demnächst: The First Grader)
Regie: Jonathan Liebesman (Die Legende von Darkness Falls, The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)
Experiment Killing Room Trailer deutsch
The Killing Room Trailer (engl.)
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Die Militär-Psychologin Reilly (Chloe Sevigny, Zodiac) ist Expertin wenn es darum geht, Gesichtsausdrücke zu interpretieren. Mit ihrer Fähigkeit, Lügner zu erkennen, soll sie Dr. Philips (Peter Stormare, TV: Prison Break, Kino: Horsemen) bei einem Geheimprojekt unterstützen. Sie soll Probanden in Videoaufnahmen evaluieren. Besonders spannend wird es, als sie mit den Bändern fertig ist und die Sache weiter live verfolgt. Bald fragt sich der Zuschauer, wer wen evaluiert - Reilly die Probanden oder eher Philips Reilly oder beides?
Die vier Probanden Crawford (Timothy Hutton, demnächst im TV in der Serie Lev
erage), Kerry (Clea DuVall, Anamorph), Paul (Nick Cannon, Day of the Dead) und Tony (Shea Whigham, Fast & Furious) wollen sich nur $ 250 verdienen und wissen noch nicht einmal, für was für eine Art Studie sie sich zur Verfügung stellen. Pharmazeutisch, psychologisch,... ? Die so unterschiedlichen Probanden haben eines gemeinsam: sie sind alle amerikanische Staatsbürger. Dr. Philips erklärt ihnen, dass im Laufe der 8 Stunden 3 der Probanden elimiert werden - als er kurz darauf einen der Probanden erschießt, verstehen wir die Bedeutung dieser Worte... Zu spät für die Probanden, die im weißen Raum eingeschlossen sind. Absolut ausbruchssicher. Hier wurde an alles gedacht.Liebe deinen Blogger und hol Dir die DVD hier: Experiment Killing Room
Experiment Killing Room beeindruckt durch das exzellente Timing der Drehbuchautoren, die die beiden Storylines ständig vorantreiben, nie zu viel verraten, aber immer genug Infos geben, um den Zuschauer bei der Stange zu halten. Wenn wir wissen, was überhaupt der Sinn und Zweck der "Studie" ist, rätseln wir z. B. immer noch weiter, welche Eigenschaften der "letzte Kandidat" eigentlich besitzen soll. Die letzte Eigenschaft ist dann nochmal ein Schlag in die Eingeweide.
Nicht nur die Probanden sind interessant, auch Reilly wird zum Probanden, der von Dr. Philipps manipuliert und beobachtet wird. Sie wurde wegen bestimmter Eigenschaften für eine Zusammenarbeit ausgewählt. Den Zuschauer überrascht trotzdem, wie Reilly sich im Laufe des Filmes verhält. Es ist besonders lobenswert, dass für diese Rolle eine Frau ausgewählt wurde und Sevigny ist super besetzt. Wir erinnern uns noch an die Berichte aus Guatanamo? Eben.
Jeder, der dem Militär (und der Psycholgie, wenn wir schon dabei sind) neutral bis kritisch gegenübersteht, wird den Film, an sich eine Studie der Organisation, fasziniert verfolgen. Sicher, das Projekt MK-Ultra soll zu den Akten gelegt worden sein. Dennoch ist es möglich, dass unsere Kinder und Enkel von anderen Projekten erfahren werden, die später in's Leben gerufen wurden. Die im Film zitierte Paranoia, mit der solche Projekte begründet werden - "der Feind arbeitet an sowas, also müssen wir uns auch anstrengen" - hörte sich doch sehr real und zumindest für Menschen aus diesem Milieu sicherlich auch schlüssig an.
Derzeit sehen wir Filme wie Public Enemies (über Hoover und seine Machenschaften, inkl. Folterszene und Erpressung) und wir haben auch schon etliche Filme gesehen, die vom Milgram Experiment oder vom Stanford Prison Project oder Mengeles Zwillingsstudien inspiriert wurden und wer könnte But I'm a Cheerleader vergessen, die Comedy über *immer noch aktuelle "Therapie" der Homosexualität* (noch nicht soooo lange her, dass das überhaupt aus dem Diagnose-Manual der psych-Krankheiten entfernt wurde)? Trotzdem die Gesetzgebung dafür gesorgt hat, dass bestimmte Experimente heute nicht mehr gestattet sind, ist es möglich, dass wir irgendwann Filme sehen, die von neueren Studien inspiriert werden. Oder von Fehlinterpretationen dieser Studien. Oder.... ;) MK-Ultra (wiki)
Experiment Killing Room (OT: The Killing Room) -- Genre: Thriller/Horror -- DVD Veröffentlichungsstermin: 22.10.09. Deutschlandpremiere: Fantasy Filmfest 2009 -- FSK: ab 16 Jahren.
Drehbuch: Gus Krieger (Debut) und Ann Peacock (Das Lächeln der Sterne, Chroniken von Narnia I, demnächst: The First Grader)
Regie: Jonathan Liebesman (Die Legende von Darkness Falls, The Texas Chainsaw Massacre: The Beginning)
Experiment Killing Room Trailer deutsch
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31.08.2009
Public Enemies
Filmemacher Michael Manns neuer Thriller Public Enemies mit Johnny Depp (Sweeney Todd, demnächst: The Imaginarium of Dr. Parnassus) als Gentleman Bankräuber und Gangsterboss John H. Dillinger ist ein beeindruckender Film, der noch lange nachwirkt. Die Drehbuchautoren Ronan Bennett (Lucky Break - Rein oder raus), Ann Biderman (Fräulein Smillas Gespür für Schnee, Primal Fear) und Michael Mann (Miami Vice, Heat) präsentieren uns eine Story ohne einen "Helden", dem wir die Daumen drücken können, die aber trotzdem funktioniert. Wer eine Neuauflage von Michael Manns fabelhaftem Heat (einer meiner Lieblingsfilme) erwartet, der muss umdenken, denn Public Enemies ist zwar nicht minder fabulös, allerdings auf eine ganz andere Art. Wenn die Kamera auf riesigen Einschlaglöchern im Mauerwerk verweilt, die sich nur wenige Zentimeter neben dem Kopf des Menschen befinden, auf den geschossen wurde, dann wird klar, dass es Mann hier nicht um den Spaß an den gut choreographierten Schießereien geht. Die nicht zuletzt aufgrund des Tons als realistisch wahrgenommenen Schießereien in Public Enemies beeindrucken und sorgen für Gänsehaut.Der Film will uns nicht unbedingt die Hauptfiguren als Menschen näher bringen oder uns mit cool choreographierten Schießereien unterhalten, sondern bringt uns auf interessante Weise einen der Vorgänger des derzeitigen War on Terror, den War on Crime näher - verblüffende Ähnlichkeiten inbegriffen, Heldenverehrung ausgeschlossen. Das Drehbuch basiert auf dem gleichnamigen Sachbuch von Bryan Burrough (Die Nabisco Story), das über die Welle der Kriminalität während der Depression und die Geburt des FBI berichtet, Fokus: die Jahre 1933 und 1934 (Buch Link: Public Enemies
1933 - vier Jahre nach dem spektakulären Börsencrash leidet das Land unter Arbeitslosigkeit und Armut, viele können ihre Hypotheken nicht mehr zahlen und verlieren ihre Häuser an die Banken. Bankräuber John Dillinger (Johnny Depp) macht - wie noch etliche andere prominente Kriminelle der Zeit - ständig Schlagzeilen und wird von großen Teilen der Bevölkerung bewundert und wie ein Volksheld verehrt. Später sehen wir Dillinger bei einer seiner Festnahmen - zu diesem Anlass gibt er eine Pressekonferenz, die uns zeigt, dass die Journalisten ihn tatsächlich auch behandeln wie einen Filmstar und im Blitzlichtgewitter mit ihm scherzen. Die Komplizenschaft der Presse, die die Stimmung in der Bevölkerung noch anheizt, weil das Zeitungen verkauft, ist ein interessanter Aspekt, der im Film mehrmals angesprochen wird.
Dillingers Gang kleidet sich elegant, verfügt über schnelle Autos und Maschinengewehre, mit der sie zur Not alles niedermäht. Dem hat die Polizei erst einmal wenig entgegenzusetzen.
Das sollte genügen, damit der Direktor des Bureau of Investigation (Vorgänger des FBI), J. Edgar Hoover (Billy Crudup, Watchmen), für seine Verbesserungsvorschläge grünes Licht und die von ihm beantragten Gelder bewilligt bekommt, das tut es aber nicht. Ganz im Gegenteil, Hoover wird von dem betreffenden Ausschuss als inkompetenter Theoretiker hingestellt und seine Karriere scheint vorüber. (Bild links: Billy Crudup als Hoover. Bild (c) Universal Pictures)Melvin Purvis (Christian Bale, Terminator - Die Erlösung) ist Agent beim Bureau of Investigation. Wir sehen ihn zum ersten Mal bei der Verfolgung des von Dillinger verstoßenen Charles "Pretty Boy" Floyd (Channing Tatum, GI Joe, demnächst: Fighting). In dieser Schlüsselszene schleicht Purvis wie ein Jäger auf der Pirsch hinter Floyd her, bewaffnet mit einem einfachen Gewehr. Den eh' schon verletzten Floyd erlegt Purvis zwar (und stellt sich in der üblichen Jäger-mit-erlegter-Beute Pose über ihn), doch ist klar, dass das Bureau auf diese Art gegen Leute wie Dillinger nichts ausrichten kann.
Hoover nutzt die Schlagzeilen, die Purvis mit der Erfassung von Floyd macht, erklärt Dillinger zum Staatsfeind und ruft eine Spezialeinheit mit Sitz in Chicago in's Leben, deren Leitung er dem Held des Tages überträgt -- Melvin Purvis. Mit dem ernsthaften Purvis als Gallionsfigur und dem medienträchtigen Erfolg gelingt es Hoover, seine Pläne eines landesweiten Bureaus, des FBI, langsam zu verwirklichen. Für den Anfang wird seine Spezialeinheit mit Maschinengewehren und anderen Waffen ausgerüstet. Für den Zuschauer ist es spannend zu sehen, auf welchem Stand die Ermittlungsmethoden damals waren.
Der War on Crime wird seinem Namen gerecht und entwickelt sich zum erbitterten Krieg. Bald findet sich Purvis in einer Situation ähnlich der eines Soldaten an der Front wider. Er beißt die Zähne zusammen und schluckt "für den Erfolg der Mission" seine Skrupel hinunter -- und übertritt das Gesetz.
Später im Film sehen wir Purvis, der überraschend in ein Verhör hineinplatzt, bei dem eine Frau gefoltert wird. Entsetzt bricht er das "Verhör" ab und trägt die Frau auf seinen Armen aus dem Raum. Purvis hatte anscheinend keine Ahnung, auf was er sich mit Hoover wirklich eingelassen hat. (Inzwischen sind Hoovers Amtsmißbräuche und haarsträubende Aktivitäten ja hinreichend bekannt. Ebenso die Kurzfristigkeit von Purvis Karriere unter Hoover. )
Währenddessen schlägt Dillinger einen Vorschlag seines "Kollegen" Alvin Krapis (Giovanni Ribisi) aus, der ihn an einem lukrativen Geschäft beteiligen und dann aussteigen will. Dillinger ist nicht an einem Ausstieg interessiert, er genießt seinen Status, lebt nur im Hier und Jetzt. Seiner Liebsten Billie Frechette (Marion Cotillard) erzählt er allerdings von seinem Wunsch, mit ihr gemeinsam alt zu werden...
Vielleicht konnte er sich einfach nicht vorstellen, wie sich alles entwickeln würde - nicht zuletzt aufgrund seiner Existenz. Dillinger hat Hoover zum Aufstieg verholfen und dadurch zur Gründung des FBI beigetragen.
Während sich die Buchvorlage von Bryan Burrough mit einer ganzen Reihe von Public Enemies der Zeit beschäftigt (Bonnie und Clyde, Dillinger, Ma Barker, Machine Gun Kelly usw.), befasst sich der Film eigentlich ja nur mit einem erklärten Public Enemy - Dillinger. Doch scheint der Plural des Titels sehr passend, wenn man sich die Hauptfiguren und die Auswirkungen ihrer Taten ansieht - und den totalen Überwachungsstaat nicht für erstrebenswert hält.
So manch ein Erdenbürger, der in den Jahren seit 9/11/2001 unter den Unannehmlichkeiten beim Reisen gelitten hat, fragt sich, wessen Macht diese Neuregelungen eigentlich demonstrieren -- Die Macht der Gesetzgeber, die die Daumenschreiben weiter gedreht haben, oder die Macht derer, die man mit diesen Regelungen zu kontrollieren versucht? Dillinger grinst und tippt sich an den Hut in der Gewissheit, dass sein Vermächtnis in alle Ewigkeit bestehen wird...
Public Enemies -- Genre: Thriller -- deutscher Kinostart: 06.08.2009 -- Länge: 140 Minuten, FSK: ab 12 Jahren
Drehbuch: Ronan Bennett und Ann Biderman und Michael Mann, basierend auf dem Buch Public Enemies von Bryan Burrough.
Regie: Michael Mann (Miami Vice, Collateral, Heat)
Soundtrack-Link: Public Enemies
Public Enemies deutscher Trailer
Johnny Depp über seine Rolle als Joseph Dillinger und seinen Bezug zum Film Public Enemies.
Christian Bale über seine Rolle als Agent Purvis (engl.)
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Grace Kritik +Trailer
Autor und Regisseur Paul Solet liefert mit Grace keinen Horror, sondern einen rechten Ekel-Film ab. Anscheinend ursprünglich inspiriert vom Schwangerschafts-Horror Rosemary's Baby schießt Solet allerdings über alle Grenzen hinaus und lässt jedwede Idee von "gutem Geschmack" oder von Horror, der einem eine wohlige Gänsehaut bereitet weit, weit hinter sich zurück. So weit, dass ich dafür plädiere, unter den Kinositzen Spucktüten und eine Prise "Riechsalz" bereitzuhalten. Es gibt jede Menge Blut, rohes Fleisch und fast meint man, den Fliegen anlockenden Gestank wahrnehmen zu können.Madeline Matheson (Jordan Ladd, Grindhouse, Death Proof, Hostel II) ist eine der Frauen, die unbedingt ein biologisches Kind haben müssen, um weiterleben zu können. Nach 3 Jahren Hormonbehandlung und Fehlgeburten ist es endlich soweit - sie ist schwanger. Sie und ihr Mann Michael (Stephen Park) haben sich entschieden, dieses Mal der Hebamme Patricia (Samantha Ferris, Spiel mit der Angst) zu vertrauen. Und das, obwohl Schwiegermutter Vivian (Gabrielle Rose) Madeline unbedingt ihren Leibarzt Dr. Sohn (Malcolm Stewart, demnächst: Helen, Moon) aufzwingen will. Madelines Wahl scheint Sinn zu machen, denn Patricia kann gerade noch eine Fehler Dr. Sohns verhindern.
Doch dann haben Madeline und Michael einen Autounfall, bei dem Michael um's Leben kommt. Madeline erfährt, dass auch ihre ungeborene Tochter Grace gestorben ist. Sie ist nicht bereit, auch dieses Kind aufzugeben und will es "austragen". Beim Geburtstermin geschieht ein Wunder, Grace erwacht zum Leben. Bald zeigt sich aber, dass mit dem Baby etwas nicht stimmt. Es stinkt (wie eine Leiche), zieht die Fliegen an und interessiert sich mehr für Blut als für Muttermilch...
Es ist wohl der Horror-erfahrenen Hauptdarstellerin Jordan Ladd (Tochter von Charlie's Angel Cheryl Ladd) zu verdanken, dass dieser Film seit Anfang des Jahres auf unzähligen Filmfestivals gezeigt wurde. Die kranken Figuren, einschließlich der Schwiegermutter Vivian, üben anfänglich eine Faszination aus und man fragt sich, wie's weitergeht. Nach der Geburt von Baby Grace geht's allerdings dann steil bergab.
Filmemacher Solet war nicht sonderlich erfolgreich damit, seinen 6-minütige Kurzfilm Grace zu einem gerade 'mal 85 Minuten langen Film auzuweiten. Ich hätte mir mehr Plot und Horror und weniger Ekel-Szenen gewünscht. Der Film macht einfach keinen Spaß.
Grace -- Genre: Horror -- deutscher Kinostart: steht nicht fest. Deutschlandpremiere: Fantasy Filmfest 2009 -- FSK: nicht bewertet
Drehbuch: Paul Solet (Langfilmdebut)
Regie: Paul Solet (Langfilmdebut)
Grace Trailer (engl.)
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