08.11.2007

30 Days of Night - Josh Hartnett und Melissa George

30 Days of Night (8/10)

Wer die Kinoplakate und das CD Cover des Soundtracks von 30 Days of Night gesehen hat, der weiss, dass hier keine sexy Vampire bei Kerzenschein im burgunderfarbenen Schlafzimmer auftauchen. Allein der Anblick der Kauleisten der Vampire in 30 Days of Night zeigt uns, was uns erwartet. Verglichen mit Horror-Filmen, die Folter und Verstümmelung in close-ups zeigen, ist 30 Days of Night vermutlich eher Horror Light, aber unter diesem Vorzeichen funktioniert der Film wirklich super, mir (Horror Leichtgewicht) hat er 113 Minuten Herzklopfen verschafft. Dabei hilft natürlich das smarte und durchweg stimmige Drehbuch, das uns noch dazu vor etlichen Klischees bewahrt.

Dem isoliert gelegenen Dorf Barrow, Alaska, stehen 30 eiskalte und noch dazu dunkle Tage ohne Sonne bevor. Am letzten Tag mit Sonnenlicht entdeckt Sheriff Eben Oleson (Josh Hartnett, Black Dahlia, Lucky # Slevin) einen Berg angekohlter Handys. Ein Streich? Eben glaubt nicht daran, hat aber keine Erklärung.

Zur gleichen Zeit wird Ebens Noch-Ehefrau Stella (Melissa George, Turistas, Entgleist), die von ihm getrennt lebt, in einen Unfall verwickelt und verpasst das letzte Flugzeug. Sie muss nun 30 Tage in Barrow bleiben - warum, wieso, weshalb? Egal. Die Geschichte ist ziemlich clever aufgebaut und funktioniert in diesem Rahmen.

Alle Wachhunde werden abgeschlachtet aufgefunden und ein Fremder (der fabelhafte Ben Foster, X-Men 3, demnächst auch in Todeszug nach Yuma zu sehen) verkündet "sie kommen". Das tun sie dann auch. 30 Tage lang terrorisieren äußerst aggressive Vampire unter der Führung von Marlow (Danny Huston, Operation: Kingdom, Number 23) die Bewohner von Barrow - und zwar alle, jung und alt. Die Einwohnerzahl sinkt stetig, es fließt jede Menge Blut.

Besonders lobenswert: die Frauen werden hier nicht nur als Opfer oder zu beschützendes Objekt gezeigt. Clever gemacht, dass Stella nicht mehr mit Eben zusammen ist. In dieser Notsituation kann/will sie Eben zeigen, dass sie auf eigenen Beinen steht und riskiert viel.

Sheriff Eben, der in dem Kaff normalerweise nicht viel mit Gewalt zu tun hat, muss nun versuchen, die Einwohner zu leiten. Dabei macht der zurückhaltende Eben eine interessante und vor allem nachvollziehbare Entwicklung durch. Josh Hartnett ist die ideale Besetzung dafür.

Noch nicht einmal der sehnlich erwartete Sonnenaufgang gibt Anlass zum Feiern - sondern versetzt einen letzten traurigen Stoß. Ich hätte zwar ohne dieses traurige Ende leben können, aber es war, wie es sein soll: unvermeidbar und doch überraschend.

Jetzt auf DVD: 30 Days of Night (2 DVDs im Digi-Pak) oder 30 Days of Night [Blu-ray]

Original Soundtrack zum Film: 30 Days of Night (Ost)

30 Days of Night - Bücher etc.

Interview mit den Filmemachern nach dem ersten Screening - mit dabei: Regisseur David Slade, Drehbuch-/Autor Steve Niles und Produzent Rob Tapert. (engl.)



Länge: 113 Minuten FSK: 18
Drehbuch: Steve Niles, Stuart Beattie, Brian Nelson. Basierend auf dem Comic von Steve Niles und Ben Templesmith.
Regie: David Slade

30 Days of Night - Cast
Eben Oleson: Josh Hartnett
Stella Oleson: Melissa George
Jake Oleson: Mark Rendall
Der Fremde: Ben Foster
Marlow: Danny Huston

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Oscar-Nominierungen

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07.11.2007

Der Gluecksbringer - Jessica Alba und Dane Cook

Der Glücksbringer -- Genre: romantische Sex-Komödie --Dauer: 96 Minuten -- FSK: 16
Drehbuch: Josh Stolberg, basierend auf einer Kurzgeschichte von Steve Glenn.
Regie: Mark Helfrich

Der Glücksbringer - Cast
Charlie "Chuck": Dane Cook
Cam: Jessica Alba
Stu: Dan Fogler
Fluchbringendes Goth Chick: Sasha Pieterse

Der Glücksbringer

Das Regiedebüt von Mark Helfrich, das romantische "Sex"-Komödchen Der Glücksbringer, ist nicht wirklich etwas für den Lebenslauf, was überwiegend an dem nicht sonderlich geistreichen Drehbuch von Josh Stolberg liegt. Die Altersfreigabe von 16 könnte dem Film den Erfolg ruinieren, denn die Geschichte an sich ist eher eine Art Wunscherfüllung für Jungs in den Pre-Teens, die mit 16 schon darüber hinaus sein dürften. Der Rest der Welt fragt sich: ist hier irgendwo 'ne versteckte Kamera? Der Glücksbringer ist doch nur ein Scherz - oder wie? Der Soundtrack (siehe unten) ist toll, da kann man nix sagen.

Charlie, kurz Chuck (Dane Cook, Mr. Brooks - Der Mörder in Dir zu sehen) genannt, versagt im Alter von 10 Jahren einem Mädchen das durch Flaschendrehen rechtmäßig gewonnene Gefummel im Kleiderschrank. Daraufhin belegt sie ihn mit einem Fluch. Fast Forward zu..

Charlie ist nun Zahnarzt und sein bester Freund Stu (Dan Fogler, Der Date Profi) ist Schönheitschirurg, der sich - natürlich - auf Brustimplantate spezialisiert hat. Die beiden praktizieren im selben Gebäude! Hach, wie lustig. Brüste! Uiiiii. Eines Tages merkt Charlie, dass jede Frau, mit der er im Bett war, danach den Mann für's Leben trifft. Er ist Der Glücksbringer.

Als sogar die Medien darüber berichten, stehen die Frauen natürlich Schlange. Charlie ist gern zu Diensten, auch wenn er sich bald langweilt und ausgenutzt vorkommt. Ganz superdoll lustig ist auch, dass er selbst weniger gut aussehenden und sogar übergewichtigen Damen hilft. Der Spaß kennt keine Grenzen. Wirklich.

Es kommt, wie es kommen musste: Charlie verliebt sich in die tollpatschige (!! hoch 10, mindestens) Cam (Jessica Alba) und will nicht mehr Der Glücksbringer sein, sondern ihr Ehemann werden. Wie wird er nur diesen fürchterlichen Fluch wieder los?

Der Glücksbringer könnte denen gefallen, die noch keine 16 sind und auch denjenigen, denen schon der Anblick nackter Brüste das Eintrittsgeld oder der (update: inzwischen niedrige) Preis der DVD Wert ist. Zur DVD geht's hier lang: Der Glücksbringer

Der Glücksbringer Soundtrack (OT: Good Luck Chuck)

Der Soundtrack enthält u. a. den Titelsong Good Luck Chuck von The Dandy Warhols, Love It When You Call von The Feeling, Physical von Olivia Newton-John, Hurry Up, Let's Go von den Shout Out Louds, You Might Think von The Cars, Bela Lugosi's Dead von Bauhaus, I Was Zapped By The Lucky Super Rainbow von The Flaming Lips und Good Weekend von Art Brut.

Link: Good Luck Chuck Soundtrack

Der Glücksbringer Trailer deutsch



Auch im Kino:
American Gangster -- super!!
Nach 7 Tagen - ausgeflittert mit Ben Stiller
Chuck und Larry - wie Feuer und Flamme (empfehlenswert!)
Enttarnt - mit Ryan Phillippe (empfehlenswert)
Die Fremde in Dir - mit Jodie Foster (sehenswert)

Offizielle deutsche Homepage - Der Glücksbringer (OT: Good Luck Chuck)

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03.11.2007

Nach 7 Tagen - ausgeflittert


Nach 7 Tagen ausgeflittert (3/10)

Jetzt auf DVD zu haben (mit deutschem Trailer) : >> Nach 7 Tagen ausgeflittert

Die Farrelly Brüder Bobby und Peter brauchen dringend Geld. Anders lässt sich Nach 7 Tagen - ausgeflittert (OT: The Heartbreak Kid), ein Remake von Pferdewechsel in der Hochzeitsnacht (OT: The Heartbreak Kid, 1972) beim besten Willen nicht erklären. Farrelly-Fans, die Schwer verliebt und Unzertrennlich toll fanden, werden von Nach 7 Tagen - ausgeflittert bitter enttäuscht sein, denn diese Ben Stiller Komödie hat weder das Herz noch den außergewöhnlichen Humor, der die beiden anderen Filme so liebenswert machte. Der Humor hier ist unterste Schublade und stellenweise auch noch bösartig und bitter. Wer Verrückt nach Mary toll fand, wird wohl am besten auf die DVD von Nach 7 Tagen - ausgeflittert warten. Kino lohnt sich auf keinen Fall.

Was man dem Film zugute halten kann, ist diese Message: Wer mit 40 noch nie verheiratet war, der will entweder einfach nicht - oder er ist ein Schwein. Auf den Protagonisten von Nach 7 Tagen - ausgeflittert trifft Letzteres zu.

Ben Stiller (Nachts im Museum) spielt den Junggesellen Eddie, der von seinem Vater Doc (Jerry Stiller, Hairspray) und seinem Freund Mac (Rob Corddry, Chuck und Larry - Feuer und Flamme, Die Eisprinzen) dazu gedrängt wird, sich endlich eine Frau zu suchen und zu heiraten. Wer hat Angst vor Klischees? Da kommt Lila (Malin Akerman, Die Solomon Brüder, Harold & Kumar) wie gerufen. Sie wird vor einem Waschsalon überfallen und Eddie kommt zu Hilfe.

Kurz darauf sagt ihm Lila, dass sie nach Amsterdam versetzt werden soll. Verheiratete Angestellte werden nicht versetzt, also wird schnell geheiratet. In den Flitter"wochen" in Mexiko lernt Eddie seine Frau dann näher kennen - und kriegt die Krise. Sie lügt, sie flucht, sie ist sexsüchtig. Ja, Eddie beschwert sich auch darüber. Nach 1001 Stellung will er die Missionarsstellung - Lila hat noch nie davon gehört. Sollen wir uns jetzt auf Eddies Seite schlagen, denn die Schlampe hat verdient, was kommt? Wir haben Lila beim Sex zugesehen, nun können wir sie vergessen. Auf zur nächsten, die aber keine lügende Schlampe sein darf.

Miranda (Michelle Monaghan, demnächst auch in Gone Baby Gone zu sehen) heißt die Madonna. Verbotene Frucht, Kirschen in Nachbars Garten, blahdeblah. Blütenrein, Familie im Schlepptau, alles klar. Jetzt will Eddie Miranda haben. Praktischer Weise bleibt Lila ein paar Tage im Hotelzimmer, denn sie hat einen extrem gut in's Plot passenden fürchterlichen Sonnenbrand. Somit kann die Story ihren Lauf nehmen, die Lügen und Verwicklungen können zu immer neuen und immer blöderen Lügen und Verwicklungen führen, unser Protagonist steht dann dumm da, bis.... Die Formel für romantische Komödien wird durchgespielt, nur dumm, dass es in Nach 7 Tagen - ausgeflittert keine Romantik gibt - und der Protagonist letztlich nichts lernt. Todsünde.

Auch das Ende versöhnt uns nicht mit diesem Flick. Es ist zwar kein Happy End, aber dafür unglaublich zynisch. Nun ja, wir haben unsere Lektion gelernt. Hände weg von 40 jährigen Junggesellen. Vielleicht sollten das die Filmemacher in Zukunft auch beherzigen. Ich kann jedenfalls warten, bis die Farrelly Brüder wieder ein eigenes Drehbuch verfilmen, für das bedeutend weniger Autoren aufgelistet werden müssen.

Original Soundtrack: Nach 7 Tagen Ausgeflittert-the (The Heartbreak Kid)

Nach 7 Tagen - ausgeflittert
Länge: 116 Minuten FSK: 12

Drehbuch: Scot Armstrong und Leslie Dixon und Kevin Barnett mit Peter Farrelly und Bobby Farrelly. Basierend auf dem Drehbuch von Neil Simon und der Kurzgeschichte "A Change of Plan" von Bruce Jay Friedman.

Regie: Bobby Farrelly & Peter Farrelly

Nach 7 Tagen - ausgeflittert - Cast

Eddie: Ben Stiller
Lila: Malin Akerman
Miranda: Michelle Monaghan
Onkel Tito: Carlos Mencia
Eddies Dad: Jerry Stiller
Mac: Rob Corddry

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28.10.2007

Enttarnt - Ryan Phillippe, Chris Cooper und Laura Linney

Jetzt auf DVD: Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene

Der Spionage-Thriller Enttarnt basiert auf wahren Begebenheiten - was Enttarnt nicht davon abhält, spannend und gleichzeitig auch noch wirklich witzig zu sein. Es gibt zwar keine Verfolgungsjagden bei 200 km/h oder Schießereien - dafür aber eine der spannendsten Szenen, die sich je in einem Verkehrsstau abgespielt hat.

Generalstaatsanwalt John Ashcroft verkündet am 20. Februar 2001 die Verhaftung des FBI-Agenten und Spions Robert Hanssen, der über 20 Jahre lang Informationen verkauft und auch mehrere Menschen ihr Leben gekostet hat. Enttarnt zeigt uns, wie ein Neuling das schafft, was viele erfahrene FBI-Agenten nicht schafften: Einen der gefährlichsten Spione der US-Geschichte zu überführen.

Der ehrgeizige Eric O'Neill (Ryan Phillippe) will unbedingt FBI-Agent werden. Als er zum Assistenten von FBI Agent Robert Hanssen (Chris Cooper) gemacht wird, ist er deshalb nicht erbaut. Hanssen ist ein kleines Licht im Bureau. Agent Burroughs (Laura Linney) erklärt, dass Hanssen wegen Sexualdelikten überprüft werden soll. Es ist O'Neills Aufgabe, ihr täglich zu berichten, was ihm auffällt. Das scheint nicht gerade ein Job zu sein, der Eric viel Lob' und Ehr', geschweige denn die gewünschte Beförderung einbringen wird. Eric ist gefrustet und ungeduldig, führt aber trotzdem seinen Job gewissenhaft aus.

Es ist Chris Coopers Hanssen, der unwahrscheinlich viel Witz zu diesem Film bringt - manch eine Komödie wäre froh, so viele Lacher zu bekommen. Hanssen ist enttäuscht und verbittert darüber, dass er vom FBI nie die Anerkennung bekam, die ihm zusteht. Trotz allem versucht er, Eric sein Wissen darüber, wie das FBI funktioniert, zu vermitteln.

Das FBI, das Hanssen Eric und uns erklärt, ist eine Behörde wie jede Andere. Wer einen neuen PC braucht, stellt einen Antrag - und wartet. Hanssen demonstriert, dass man sich die Anträge schenkt und sich statt dessen einfach einen neuen PC nimmt. Er bringt Eric auch dazu, ein Gemälde von einem Kollegen zu stehlen. Hey, es zeigt schließlich nur zwei Typen auf 'nem Boot...

Während wir vermuten, dass Hanssen clever und immer auf der Hut ist, legt Eric einen intelligenten und gleichzeitig blauäugig daherkommenden jungen Mann hin, der fasziniert an Hanssens Lippen hängt. Nach ein paar Tagen - etwa 40 Minuten Film - hat er die Schnauze voll und sagt das Burroughs - und erfährt dann erst, dass Hanssen ein Spion ist, den sie schon seit Jahren versuchen, dingfest zu machen, aber einfach nicht überführen können.

Zu diesem Zeitpunkt hat Hanssen Erics deutsche Frau Juliana (gespielt von der Kanadierin Caroline Dhavernas) kennengelernt, war mit den O'Neills in der Kirche, etc. Eine Vertrauensbasis ist hergestellt. Einfach genial. Für Eric aber auch erschreckend.

Wohl am erstaunlichsten ist, welche Entscheidung der ehrgeizige O'Neill am Ende von Enttarnt trifft...

Der Cast ist super, allen voran natürlich Chris Cooper (Operation: Kingdom, Syriana, Jarhead, Capote) und Ryan Phillippe (Flags of Our Fathers), von dem wir in 2008 eine ganze Menge zu sehen bekommen werden. Auch Laura Linney (Jindabyne, der Exorzismus von Emily Rose) ist in der Rolle als toughe FBI-Agentin völlig überzeugend.

Das Greenhorn O'Neill soll tatsächlich wesentlich dazu beigetragen haben, dass der Spion Hanssen letztlich vor seiner Pensionierung endlich dingfest gemacht werden konnte.

DVD-Link: Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene

Enttarnt - Verrat auf höchster Ebene Trailer




Drehbuch: Adam Mazer, William Rotko und Billy Ray
Regie: Billy Ray

Länge: 110 Minuten. FSK: 12

Enttarnt Cast:

Eric O'Neill: Ryan Phillippe
Robert Hanssen: Chris Cooper
Agent Burroughs: Laura Linney
Juliana O'Neill: Caroline Dhavernas

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21.10.2007

Invasion - zwei Halbe machen kein Ganzes


Über die Unstimmigkeiten bei der Produktion von Invasion hatten wir bereits berichtet. Diese vierte Adaption des Romans The Body Snatchers von Jack Finney hat darunter bestimmt gelitten, denn Invasion reisst keinen vom Hocker. (Trailer/clips aller Versionen sind hier zu sehen.) Was ist nun aus der - weithin doch bereits bekannten - Körperfresser-Geschichte geworden? Ein Alien-Virus reist auf einem Satelliten zur Erde, die Menschen werden zu emotionslosen Gestalten, die mit Vorliebe starren Blicks auffällig in der Gegend herumstehen wie Die Kinder des Zorns - und weiter?

Tatsächlich ist Invasion zwei halbe Filme. Zwei sehr unterschiedliche halbe Filme, die auch im zusammengeschnittenen Zustand beim besten Willen keinen ganzen Film ergeben. Zumindest keinen, der Sinn macht und eine durchgängige Story hat. Die Action Hälfte weiss nichts mit dem ganzen Drama anzufangen und umgekehrt. Äußerst unbefriedigend, das Ganze.

Die eine Hälfte von Invasion (vermutlich die Hirschbiegel Hälfte) beschäftigt sich mit der geschiedenen Psychiaterin Carol (Nicole Kidman, Verliebt in eine Hexe, die Dolmetscherin, Die Frauen von Stepford), die um das Sorgerecht für ihren Sohn Oliver (Jackson Bond) kämpft. In diesem halben Film bekommen wir Szenen präsentiert, die zeigen sollen, welch gute Mutter Carol ist. Sie macht Frühstück, sie simst ihrem Sohn "guten Morgen", sie bringt ihn zur Schule etc.

Der Sohn ist eventuell auch der Grund dafür, dass Carol keine romantische Beziehung mit ihrem guten Freund Ben (Daniel Craig, Casino Royale, Infamous, München), einem Arzt, eingehen will. Und das, obwohl seine Eltern (ja, auch die lernen wir kennen!) eine Ehe zwischen den beiden befürworten und schon an Enkelkinder denken. Ben scheint an ihr interessiert zu sein, laut Drehbuch, allerdings kommt von der Eiskönigin keine halbwegs überzeugende Rückmeldung. Bei einer (sinn- und zwecklosen) Cocktailparty lässt Carol ein paar smarte Sprüche ab, die anscheinend schwierig auswendig zu lernen waren. Kidman sieht man die Anstrengung an.

Wo führen alle diese Set-up Szenen hin, was bringt uns dieses Wissen? Abgesehen von der Erkenntnis, dass Nicole Kidman in der Muterrolle zero überzeugt? Nix. Das ganze Set-up hatte vermutlich in der ursprünglichen Fassung von Newcomer Dave Kajganich (Drehbuch) und Regisseur Oliver Hirschbiegel (Der Untergang, Das Experiment) ein Pay-off. Nur leider - das kriegen wir nie zu sehen.

Eventuell gehört eine Szene, in der Nicole Kidman - in Bleistiftrock und Stöckelschuhen - zur U-Bahn rennt, zu dieser Hälfte. Auf jeden Fall kann man die Szene unter Comedy und/oder 50er Jahre Damsel in Distress ablegen. Hey, hat da schon wieder einer Hommage gebrüllt?

Nun hat der halbe Action-Film aus der Feder der Wachowski-Brüder (Matrix, V wie Vendetta) und unter Regie von James McTeigue (ditto Flicks) wenig Zeit und vermutlich begrenztes Geld, um die Action anzubringen.

Ihre eingeschränkte Mimikfähigkeit macht Kidman etwas zu schaffen und wirkt seltsam. Die Gesichtslähmung gehört bestimmt zur Rolle der Carol, ist eine Auswirking des Alien-Virus, mit dem sie ihr Ex-Mann Tucker (Jeremy Northam, The Statement, Gosford Park) auf äußerst charmante Weise infiziert hat.

Kidman ist eigentlich ab dem Moment die Idealbesetzung, ab dem Carol versuchen muss, keine Emotionen zu zeigen, um nicht aufzufallen. Das Virus lässt die Menschen (völlig und überhaupt nicht wie die Stepford Weiber) zu emotionslosen Gestalten werden. Um ihr altes (eigentlich ebenso blutleeres) ich beibehalten zu können, darf Carol noch dazu auf keinen Fall einschlafen.

Die Zuschauer können bestätigen, dass das kein leichtes Unterfangen ist, ist es doch schwierig, bei dieser (bis auf die letzten 15 Minuten) spannungsfreien Story die Augen offen zu halten. Es passiert nicht sonderlich viel Aufregendes in Invasion. Das finden auch die Figuren, die nicht 'mal selbst von der einen oder anderen Erkenntnis überrascht sind. Carols Sohn Oliver wurde infiziert, verändert sich aber trotz Schlaf nicht? Ach, der ist halt immun. Klar. Wie das geht, interessiert in der Story niemanden. Wir haben zwar nach -zig Jahren noch keine Kur für AIDS, aber so'n olles Alien-Virus, hey, das kriegen wir innerhalb von 'ner Woche oder so geregelt, wie der Film später zeigt.

Story-mäßig hält nichts zusammen, das Tempo orientiert sich anscheinend an der Deutschen Bahn Anno 2007 und auch visuell braucht man von den Regisseuren Oliver Hirschbiegel und James McTeigue nicht viel erwarten. Nächstes Mal holt besser Tom Tykwer, der hat mit Perfume gezeigt, wie man 60 Millionen fabulös aussehen lässt und kann bestimmt auch einen tollen score komponieren. Oder Paul Greengrass (Bourne Ulitmatum) für's atemberaubende Tempo, tolle Stuntszenen und furiose Schnitte - und ab geht die Post.

Hat der Flop Die Frauen von Stepford eigentlich kein deutliches Signal gesendet? will man gerne fragen. Offensichtlich nicht, sonst wäre man nicht auf die Idee gekommen, eine weitere Adaption des weithin bekannten Romans von Jack Finney, The Body Snatchers, zu ordern und zu allem Unglück auch noch die Kidman zu casten, die nicht nur ein gebügeltes Gesicht zur Schau trägt, sondern auch eine seltsam Lara-Croft-mäßige Oberweite. Sowat soll ja mütterlich wirken. Vergebliche Liebesmüh.

Die seltsame Message, die der Film ablässt? Wir können entweder emotionslose Zombies sein und in einer Welt ohne Krieg und Konflikte leben - oder wir sind Menschen und bekriegen und verklagen uns. Laut smarty-pants Carol haben wir's ja schon echt weit gebracht, zivilisationstechnisch.

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Trailer/Szenen aller 4 Body Snatcher Filme, inkl. Invasion

Invasion (OT: The Invasion) FSK: 12

Regie: Oliver Hirschbiegel, James McTeigue
Drehbuch: Dave Kajganich nach einem Roman von Jack Finney. (Re-writes: Andy & Larry Wachowski)

Cast:
Carol: Nicole Kidman
Ben: Daniel Craig
Oliver: Jackson Bond
Tucker: Jeremy Northam
Dr. Galeano: Jeffrey Wright

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