17.03.2008

DVD: Love Lies Bleeding mit Christian Slater


Ab 18. März 2008 ist >>Love Lies Bleeding<< im Handel.
Genre: Action/Thriller --- FSK: ab 16 --- Spieldauer: 90 Minuten

Das Liebespaar Amber (Jenna Dewan, Step Up, The Grudge 2) und Duke (Brian Geraghty, Ich weiß, wer mich getötet hat, Sie waren Helden) träumen von einer Zukunft mit Haus, Kindern und selbstgemachter Limonade. Ihre Realität sieht allerdings anders aus, ist geprägt von chronischem Geldmangel.

Als der hitzköpfige Duke ('mal wieder) wutentbrannt losstürmt, um jemanden zu verprügeln, erreicht er das Apartment desjenigen Sekunden nach einer Schießerei. Jede Menge Leichen und mittendrin eine Tasche voller Geld. Er überlegt nicht lange und greift zu. Als er mit der Beute gehen will, macht der schwer verletzte Pollen (Christian Slater, Bobby, Hollow Man 2) Duke klar, dass das sein Geld ist. Duke ist das egal. Er und Amber flüchten aus der Stadt und wähnen sich schon bald in Sicherheit.

Dumm nur, dass Pollen ein DEA-Agent ist und natürlich Mittel und Wege hat, um die beiden aufzuspüren. Dabei wird klar, dass es ihm nicht nur darum geht, die aus der Beweismittelkammer entliehenen Gelder zu ersetzen - Pollen ist ein skrupelloser sadistischer Mörder.

Duke und Amber schweben im 7. Flitterwochen-Himmel und lassen sich vom schmierigen Immobilien-Händler Morton (fab: Craig Sheffer, TV: One Tree Hill) ihr Traumhaus zeigen,
als Pollen und sein Team anrücken. Auch Detective Alice Sands (auch cool: Tara Summers, TV: Boston Legal.) von der örtlichen Polizei mischt bald mit.

Duke muss die Geldtasche allerdings nicht nur gegen Pollen verteidigen - auch andere Menschen kriegen mit, was die Tasche enthält. Das führt unter anderem zu einem coolen Fight mit dem Zimmerkellner (Arron Shiver, Todeszug nach Yuma).

Christian Slater ist so überzeugend als Psycho-Agent, dass man völlig vergisst, dass er in grauer Vorzeit auch 'mal den Liebhaber gegeben hat. Jenna Dewan muss viel ertragen in dem Film (nicht nur Avancen von Morton und Pollen) und wir kaufen ihr sowohl die Opfer-Rolle als auch die liebende Braut ab. Tara Summers ist mir vor allem durch Boston Legal zum Begriff geworden, was ihrer Rolle in Love Lies Bleeding einen zusätzlichen Kick gibt. Mir gefällt Summers immer besser.

Alles in allem hat mir Love Lies Bleeding Spass gemacht, es hat meine Erwartungen an ein direkt-auf-DVD Action-Movie übertroffen, auch wenn es die gängigen Genre-Konventionen - besonders in Bezug auf Jenna Dewans Opferrolle - natürlich erfüllt. Das wird B-Action Fans natürlich freuen. Apropos B-Action: Love Lies Bleeding fällt auch deshalb positiv auf, weil es hier keine Löcher im Plot gibt, der Schnitt nichts zu wünschen übrig lässt, die Fight-Szenen 'ne gute Choreo haben und die Romantik gut eingearbeitet wurde. Mit anderen Worten: Kann man auch mit dem Date angucken, ohne dass Beschwerden kommen.

Love Lies Bleeding (2008)
Drehbuch: Brian Strasmann (Walking Tall: The Payback, Walking Tall 3: Lone Justice)
Regie: Keith Samples (Single White Female 2)

Love Lies Bleeding Cast:
Duke - Brian Geraghty
Amber - Jenna Dewan
Agent Pollen - Christian Slater
Detective Alice Sands - Tara Summers
Immobilienheini Morton - Craig Sheffer
Zimmerkellner - Arron Shiver

DVD-Details
Sprachen: Deutsch, Englisch
UT: Deutsch, Englisch, Türkisch

Bonusmaterial:
- entfallene Szenen
- alternatives Ende
- Trailer

(Original US-Kinotrailer)

Auch auf DVD:
Die Fremde in Dir mit Jodie Foster
30 Days of Night mit dem Oscar-nominierten Ben Foster und Josh Hartnett
Harsh Times - Leben am Limit (mit Christian Bale)
American Gangster mit Russell Crowe und Denzel Washington

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16.03.2008

DVD: Big Nothing - David Schwimmer + Simon Pegg

Big Nothing (8/10)

Big Nothing - DVD-Erscheinungstermin: 19.03.08 -- Genre: Krimi-Komödie/Parodie
Spieldauer: 82 Minuten

Krimi-Komödien und Parodien sind Genres, bei denen Vorsicht angesagt ist. Zu oft wird darin aufgewärmtes serviert gekoppelt mit verzweifelten Bemühungen, jede Szene auch ja nur lustig zu gestalten, was oft in die Hose geht. Entwarnung: Big Nothing ist eine der Ausnahmen. In den Hauptrollen David Schwimmer und Simon Pegg, die sich super ergänzen. Ja, sogar Simon Pegg hat mir in Big Nothing ausnahmsweise 'mal gefallen.

Den deutschen Trailer kann man sich hier auf der DVD-Seite ansehen:>> Big Nothing

Der Akademiker Charlie (David Schwimmer, bekannt aus der TV-Serie Friends, demnächst mit Run Fatboy Run im Kino) soll an seinem ersten Arbeitstag im Callcenter von dem Profi Gus (Simon Pegg, Hot Fuzz, demnächst: Run Fatboy Run) eingearbeitet werden. Doch der merkt gleich, dass der naive Charlie im Callcenter völlig fehl am Platz ist und überredet ihn dazu, bei einer Erpressung mitzumachen.

Der Plan ist einfach und das Opfer - ein Porno-guckender Geistlicher - scheint es auch nicht anders verdient zu haben. Schon bei der ersten Besprechung geht etwas schief und Gus und Charlie haben nun eine Komplizin: Josie (Alice Eve, Starter for 10, Stage Beauty, demnächst: Crossing Over). Diese wird den Anruf wegen der Lösegeldforderung tätigen.

Natürlich läuft auch die Lösegeldübergabe nicht wie geplant (was schiefläuft, das wird nicht verraten. Die Kettenreaktionen sind zu witzig). Mit vereinten Kräften schaffen es Charlie, Gus und Josie einen recht beachtlichen Berg an Leichen zu produzieren.

Das smarte Drehbuch von Jean-Baptiste Andrea und Billy Asher (das erste Drehbuch für den Schauspieler Asher, der auch in der Rolle des Deputys Garman auftritt) funktioniert schon deshalb so gut, weil die Aktionen und Reaktionen der Figuren total nachvollziehbar sind. Auch machen die überraschenden Wendungen sehr viel Spass. Ich hab' mich gut unterhalten.

Es tut Simon Pegg offensichtlich gut, das Rampenlich teilen zu müssen - er überzeugt in der Rolle des Callcenter-Agenten/Ganoven Gus. David Schwimmer findet sich in einer Rolle wieder, die der des Dr. Ross Geller (Friends) nicht unähnlich ist - auch in Big Nothing schreibt man ihm einen Doktor-Titel zu, er zitiert ständig Fakten (hier Statistiken) und bewegt sich in einem Umfeld, das ihm fremd ist und vice versa.

[Vielleicht war es ja die Zusammenarbeit für Big Nothing, die Schwimmer und Pegg veranlasste, an einem weiteren Projekt zusammenzuarbeiten: Simon Pegg schrieb das Drehbuch und spielt die Hauptrolle in Run Fatboy Run, Schwimmer führt Regie. Der Film kommt voraussichtlich am 03. April 2008 in deutsche Kinos.]

Jon Polito (American Gangster) brilliert als der unscheinbare - und unberechenbare - Agent Hymes, der dem Trio in die Quere kommt. Dagegen hat Natasha McElhone (Der Duft von Lavendel, Solaris, demnächst in der TV-Serie Californication zu sehen) als Detective Penelope Wood eine kleinere Rolle.

DVD Bestellmöglichkeit: >> Big Nothing

Big Nothing
Drehbuch: Jean-Baptiste Andrea und Billy Asher
Regie: Jean-Baptiste Andrea

Big Nothing Cast:

Charlie - David Schwimmer
Gus - Simon Pegg
Josie - Alice Eve
Penelope Wood - Natasha McElhone
Agent Hymes - Jon Polito
Mrs. Smalls - Mimi Rogers
Deputy Garman - Billy Asher

Jetzt auf DVD:
Die Fälscher --- ja, der Oscar-Gewinner aus Österreich!
Die Fremde in Dir
American Gangster
Von Löwen und Lämmern

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12.03.2008

Love and other Disasters mit Brittany Murphy and Matthew Rhys

Love and other Disasters (5/10)


Genre: romantische Komödie -- Laufzeit: 90 Minuten -- FSK: ab 6 Jahren
DVD-Link:  Love and other disasters


Hey, da ist Kevin Walker (gespielt von Matthew Rhys) aus der TV-Serie Brothers & Sisters! Aber halt, hier heisst er Peter Simon und ist Drehbuchautor... aber sonst ist das so ziemlich die gleiche Figur. Matthew Rhys überzeugt auch hier --- Nur leider ist er im völlig falschen Film. Die romantische Komödie Love and other Disasters ist nämlich nomen-est-omen-mäßig, selbst ein ziemliches Disaster. Zwar hat Autor/Regisseur Alek Keshishian vorher schon Regie geführt, doch dies ist seine erste Arbeit als Drehbuchautor. Kann nur besser werden... vorausgesetzt, ihm fällt tatsächlich 'mal was Neues ein.

An Brittany Murphys (Sin City) Leistung, die Emily "Jacks" Jackson spielt, liegt es nicht, dass der Film so öde ist. Da Jacks eine recht oberflächliche Tusse ist, das aber nicht sein darf, gibt man ihr ein Herz, das für alle Dinge schnulzig und melodramatisch schlägt, so wie man das früher mit den Prostituierten in Filmen machte, die mussten auch immer "Hooker with a heart of gold" sein. Gääääähn.

Jacks arbeitet bei der Britischen Vogue (keine Meryl Streep dabei, also gähn) wo sie öfter mit dem schwulen (gähn) Fotografen (gähn) Sascha (Frederic Anscombre) zu tun hat. Dabei trifft sie auch seinen neuen Assistenten Paolo Sarmiento (Santiago Cabrera, TV: Heroes) und der - so flüstert ihr Pandora (Samantha Bloom, ja, Orlandos Schwester. Orli hat ein winziges Cameo am Ende) zu, sei auch schwul. Nur - und das können wir alles auch aus dem Trailer erfahren, der im Prinzip das ganze Plot schon erzählt - Paolo ist gar nicht schwul. Ausrufezeichen! (gähn). Echt jetzt? So 'ne alte Kamellen tischt man uns auf? Kann das jemand fassen? Mann!

Und weil Paolo ihrer Meinung nach schwul ist, läuft Jacks natürlich splitterfasernackt vor ihm herum, wie das Hetero-Frauen generell immer mit schwulen Film-Männern machen und Jacks das auch eh' mit ihrem Mitbewohner Peter macht. (gähn, würg). Mir fällt gerade der Titel des anderen Films nicht ein, bei dem mich das ursprünglich schon nervte, seither aber öfters bemerkt, dieses Film-Phänomen. Sogar im unvergleichlich besseren Chuck & Larry - wie Feuer und Flamme war so 'ne Szene drin, wenn ich mich nicht irre. [ Darf ich vorstellen: Selektives Gedächtnis mein Name, was darf ich für sie heute unter Teppich des Vergessens kehren?]

Und natürlich will Jacks Peter und Paolo verkuppeln. (gähn). Da Peter nunmal auf jeden Fall schwul ist und bleibt und daher nicht als störender Dritter taugt, muss ein anderer her: ihr Eigentlich-Ex James (Elliot Cowan, Alexander, Der goldene Kompass), dem Jacks nicht das Herz brechen will und den sie sich deshalb als Mann für gewisse Stunden hält.

Einzig die überdrehte Tallulah Wentworth (Catherine Tate, Starter for 10) kann in Love and other Disasters für ein paar Lacher sorgen. Ihr gesteht man mehr Freiheit (sprich: Oberflächlichkeit) zu als Jacks, denn Tallulah müssen wir ja auch nicht mögen. Vielleicht tun wir's gerade deshalb.

Leider gibt es auch eine Therapeutin (Dawn French), die natürlich nichts besseres zu tun hat, als sich über Beziehungen auszulassen. (gähn, Hitch, gähn, Prime, gähn, zig Filme die schon da waren oder -Hilfe- noch kommen --- ich wäre vermutlich nicht so genervt, wäre das Cameo nicht noch geschmacklos und einfach nur blöd.)

Ich habe eine Weile gesucht, um etwas originelles in dem Brit-Film von 2006 zu entdecken, der nach langer Verzögerung nun nicht nur in deutschen, sondern demnächst auch in UK-Kinos anläuft, doch stehe ich mit leeren Händen da und bin deshalb auch ziemlich angefressen, wie man dieser Kritik zweifellos anmerkt. Und warum auch nicht? Wäre der Film klasse, würde man das auch hören, also bitte. There ya go. Für Matthew Rhys gab's allein schon einen Punkt und einen Punkt, weil in dem Film nix Beleidigendes drin war. Mir wurde davon auch nicht schlecht und erträglicher als Nach 7 Tagen ausgeflittert oder Der Glücksbringer war Love and other Disasters (nicht zuletzt deshalb) allemal. Soviel zu den 5 Punkten.

Nicht 'mal als Parodie taugt Love and other Disasters - dafür sollte man sich Walk Hard - Die Dewey Cox Story ansehen, die auch am 13.03. in deutsche Kinos kommt - und super lustig und vor allem kreativ und originell ist. Wow, was für ein Konzept.

Love and other Disasters - deutscher Trailer - (1:46)


Love and other Disasters
Buch und Regie: Alek Keshishian

Cast:
Jacks - Brittany Murphy
Peter - Matthew Rhys
Paolo - Santiago Cabrera
James - Elliot Cowan
Tallulah - Catherine Tate
Freedom - Daniel Lobé
Pandora - Samantha Bloom
Auto - Mini Cooper;) nicht zu übersehen....

Auch im Kino:
Lars und die Frauen --- 10/10! -- 13.03.
Walk Hard - die Dewey Cox Story ---10/10! --13.03.
Sweeney Todd - der teuflische Barbier aus der Fleet Street --- 10/10!
Im Tal von Elah --- 8/10
Die Fälscher --- 9,5/10 Oscar-Gewinner!
8 Blickwinkel - absolut sehenswert, 8,5/10
Michael Clayton -- 8/10
Oscars 2008

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Lars und die Frauen mit Ryan Gosling - Kritik

Lars und die Frauen (10/10)

Lars und die Frauen ist der unglaubliche Schwachsinnstitel, unter dem dieser wunderbare Film (OT: Lars and the Real Girl) am 13.03.2008 in den deutschen Kinos anläuft. Das brillante Drehbuch hat Nancy Oliver (TV: Six Feet Under) geschrieben, die dafür völlig zurecht für einen Oscar nominiert wurde. Vom Ton her sind sich Six Feet Under und die schräge psychologische Dramedy Lars und die Frauen übrigens nicht unähnlich - also kein Schenkelklopfer (wer laut lachen will, dem empfehle ich diese Woche die auf ihre Art auch wunderbare (und wunderbar schräge!) Komödie Walk Hard - die Dewey Cox Story), sondern eher leiser Humor, der einen allerdings möglicherweise zum Dauer-Grinsen bringt.

Lars und die Frauen erzählt eine Story, in der es um Toleranz und Respekt geht, um die Wahrnehmung der Bedürfnisse der Menschen, die wir lieben... um Liebe als Verb sozusagen. Der sensible, introvertierte Lars schafft es im Laufe der Geschichte - mit Hilfe einer Puppe, die nichts anderes ist, als eine Externalisation seiner selbst - seine eigenen Bedürfnisse zu erkennen und diese seiner Umwelt zu vermitteln, ohne darüber direkt sprechen zu müssen (das könnte er nämlich gar nicht). In dieser "Gestalt Therapie" wird nicht nur Lars therapiert, sondern letztendlich lernt das ganze (mehr oder weniger willige) Dorf einiges dazu.

Der deprimierte Lars (fabelhaft: Ryan Gosling, Das perfekte Verbrechen, demnächst in Half Nelson zu sehen) will eigentlich nur in Ruhe gelassen werden. Seine Mutter verstarb bei seiner Geburt, was den Vater in eine Depression warf, die er zeitlebens nicht bewältigen konnte. Einzig der jetzt 27-jährige Lars lebte bei ihm, bis er starb... Vermutlich ist es auch bei Lars der Prozess des Trauerns, in dem er feststeckt und den er ohne fremde Hilfe nicht abschließen kann.

Jetzt leben die schwangere Schwägerin Karin (Emily Mortimer, Der rosarote Panther, Match Point, demnächst: Transsiberian) und der ältere Bruder Gus (Paul Schneider, Die Ermordung des Jesse James durch den Feigling Robert Ford) im Haupthaus und Lars in der Garage. Karin versucht verzweifelt, Lars in ihr Leben einzubeziehen, eine Beziehung aufzubauen, doch dazu muss sie Lars zwingen, denn freiwillig folgt der noch nicht einmal einer Einladung zum Frühstück. Gus andererseits macht es sich einfach: Er fragt Lars, ob alles in Ordnung ist und gibt sich mit der Antwort dann zufrieden.

Am Arbeitsplatz (wo eine Kollegin ihn Mr. Sunshine nennt) kämpft Lars gegen die Versuche seiner Kollegen an, ihn in die Bürogemeinschaft einzubeziehen. Die neue Kollegin Margo (Kelli Garner, London - Liebe des Lebens, Herr des Hauses, Thumbsucker) legt sich dabei besonders in Zeug. Lars mag sie zwar, fühlt sich aber unter Druck gesetzt, als sie ihn sogar nach dem Kirchgang anspricht. Die etwas zu aufgedreht wirkende und aufdringliche Margo wäre sogar weniger sensiblen Typen gelegentlich zu anstrengend.

Als Lars dann Gus und Karin die lebensgroße (und anatomisch korrekte, aber das ist für Lars völlig uninteressant) Puppe namens Bianca als seine Freundin vorstellt, ist es die einfühlsame Karin, die mitspielt. Es ist Karins genialem Vorschlag, Bianca ärztlich untersuchen zu lassen zu verdanken, dass die Ärztin Dagmar (Patricia Clarkson, demnächst in -zig Filmen, u. a. Married Life, Elegy und Woody Allens nächstem Projekt - Vicky Cristina Barcelona) Lars ohne sein Wissen in wöchentlichen Sitzungen therapiert. Genial, wie das gelöst wurde. "Love Hurts" ist eine Wahrheit, die Lars verinnerlicht hat. Und zwar so sehr, dass ihn jede Berührung schmerzt, weshalb er immer möglichst viele Klamotten trägt.

Wenn wir zusehen, wie das ganze Dorf mitspielt und so tut, als sei Bianca ein Mensch, dann erinnert das oft an spielende Kinder, die sich und ihren Puppen unsichtbaren Kaffee einschenken und dann so tun, als würden sie trinken. Bianca wird zum Kommunikationsmitttel, über das nicht nur Lars mit seiner Umwelt, sondern auch die Umwelt gefahrlos mit Lars kommunizieren kann. Sogar den resistenten Gus trifft auf diese Art eine längst überfällige Erkenntnis.

Ryan Goslings exzellente schauspielerische Leistung in Lars und die Frauen wurde zwar von der AMPAS (Academy of Motion Picture Arts and Sciences) bei den diesjährigen Oscar-Nominierungen übersehen, aber andere waren nicht so blind: Gosling gewann einen Satelitte Award als bester Hauptdarsteller. Außerdem wurde Ryan Gosling von der Screen Actors Guild, der Chicago Film Critics Association, der Broadcast Film Critis Assoc. und den Golden Globes mit Nominierungen bedacht.

Patricia Clarkson ist klasse als Ärztin und Psychologin, wie immer, und auch Emily Mortimer hat sich so richtig in ihre Rolle geworfen. Dabei hatte Mortimer den vielfältigeren Part, denn Karin setzt sich wirklich mit Lars auseinander und das ist recht emotionsgeladen. Sie ist die treibende Kraft, die Gus und die Dorfbewohner dazu bringt, auf Lars und Bianca einzugehen.

Bei Kelli Garner fragt man sich manchmal, ob die Figur der Margo so nervig und stellenweise überzogen angelegt war (was sich durch ihre eigene Unsicherheit als "die Neue" in der Firma erklären würde), oder ob das Garners Interpretation oder vielleicht Regisseur Craig Gillespies Vorstellung von Margo war.

Paul Schneider hat mich völlig überzeugt als der schwerfällige aber im Grunde gutmütige Gus. Schneiders Folgeprojekt, für das er das Drehbuch schrieb und bei dem er auch Regie führte, die Komödie Pretty Bird, wurde dieses Jahr beim Sundance Film Festival vorgestellt.

Schlussgedanke: Vielleicht wäre es gar keine schlechte Idee, unsere Kinder beim Spielen mit ihren Puppen (oder Action Figuren) aufmerksamer zu beobachten.

Original Soundtrack zum Film: Lars & the Real Girl [UK-Import]

Drehbuch: Nancy Oliver
Regie: Craig Gillespie

Lars und die Frauen (OT: Lars and the Real Girl) Cast:
Lars Lindstrom - Ryan Gosling
Karin Lindstrom - Emily Mortimer
Gus Lindstrom - Paul Schneider
Doc Dagmar - Patricia Clarkson
Margo - Kelli Garner

Andere Neustarts der Woche (diese Woche ist super!):
Walk Hard - die Dewey Cox Story -- unbedingt angucken, ganz toll schräge Sache 10/10
Horton hört ein Hu! -- Nachfolger des Ice-Age Duos

Läuft auch noch:
I'm not There
Sweeney Todd - der teuflische Barbier aus der Fleet Street - super!
8 Blickwinkel - hat mir auch sehr gut gefallen
Im Tal von Elah - mit Tommy Lee Jones und Charlize Theron ist auch nicht grottig

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10.03.2008

Walk Hard: Die Dewey Cox Story - Trailer + Infos


Walk Hard - Die Dewey Cox Story --- deutscher Kinostart: 13.03.08 -- FSK: ab 12 Jahren
Genre: Komödie/Musikfilm/Parodie -- Länge: 96 Minuten

Jetzt auf DVD: Walk Hard: Die Dewey Cox Story

Alles anschnallen, es wird lustig. Echt jetzt, Walk Hard - Die Dewey Cox Story ist eine komplett gefakte Musiker-Biographie, bei der sich der Preis für die Eintrittskarte plus Popcorn plus Getränk mehr als lohnt. Schade nur, dass keiner der Walk Hard Trailer - weder der US-Trailer, noch die "internationale" UK-Version, noch der deutsche Trailer das so richtig vermitteln kann.

Dewey Cox wird gespielt von John C. Reilly (demnächst mit Will Ferrell in Die Stiefbrüder), der tatsächlich auch super singen kann.

Für den Walk Hard Soundtrack ging John C. Reilly schon 6 Monate vorher in's Aufnahmestudio. In den Soundtrack kann man hier auch reinhören: <<Walk Hard: the Dewey Cox Story >>

Reilly wird kräftig gefordert, denn Dewey Cox ist mit seiner Musik sehr anpassungsfähig: Country, Punk, Disco - Dewey singt alles. So bunt gemischt wie sein Repertoire ist auch die Liste von Musiker-Cameos in Walk Hard: Eddie Vedder von Pearl Jam, Jewel, The Temptations, Lyle Lovett, Jack White, Jackson Browne, etc.

Doch nicht nur Musiker stellten sich für Cameos zur Verfügung..... Jack Black (demnächst in Abgedreht) kam für ein paar Szenen vorbei, genau wie David Krumholtz (TV: Numbers, auch im nächsten Harold & Kumar) und etliche andere.

Walk Hard
- offizieller Kino-Trailer
(2:07)


Drehbuch: Jake Kasdan und Judd Apatow (Beim ersten Mal, Jungfrau (40), männlich, sucht)
Regie: Jake Kasdan

Walk Hard Cast:
Dewey Cox - John C. Reilly
Darlene - Jenna Fischer
Schwartzberg - David Krumholtz ;)
Buddy Holly - Frankie Muniz
Elvis - Jack White
mit Eddie Vedder, The Temptations, Lyle Lovett, Jewel, Jackson Browne, Ghostface Killah,

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