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13.04.2011

Paul - Kritik + Trailer - Pegg, Frost, Wiig, Bateman - Alien auf der Flucht

In der Sci-Fi Road Movie Buddy Komödie Paul - Ein Alien auf der Flucht warten die beiden Hauptdarsteller (und Drehbuchautoren) Simon Pegg (Run Fatboy Run, New York für Anfänger, Star Trek) und Nick Frost mit vielen Zitaten aus Filmen des Sci-Fi Genres auf. Paul ist ein Genuss für eingefleischte Fans des Genres, die sich darüber freuen, wenn sie jedes Zitat sofort erkennen.

Die beiden Briten Graeme (Simon Pegg) und Clive (Nick Frost, Penelope, Hot Fuzz, Wild Child) sind in die USA gereist, um die ComiCon zu besuchen und hinterher im Wohnmobil die klassischen sagenumwobenen Plätze wie z. B. die Area 51 abzuklappern. Schon bei einem Kneipenbesuch macht sich Graeme bei den gewaltbereiten Hillbillies Jake (Jesse Plemons, Shopping Center King ) und Gus (David Koechner, The Goods, Ausgequetscht) unbeliebt und es muss geflüchtet werden.

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10.04.2011

Stadt Land Fluss - Trailer, Infos - Steltner, Mueller

Der Liebesfilm Stadt Land Fluss mit Lukas Steltner und Kai-Michael Müller in den Hauptrollen zeigt uns nicht nur eine schwule Romanze, sondern bietet auch Einblick in ... einen Agrarbetrieb in Brandenburg. Einen echten Agrarbetrieb.

Stadt Land Fluss erzählt die fiktive Geschichte von Marko (Lukas Steltner, Für den unbekannten Hund), einem Auszubildenden zum Landwirt. Für Marko ist die Ausbildung eher Job denn Leidenschaft und der Einzelgänger hat auch nicht wirklich einen Draht zu den anderen Azubis.

Markos Verhalten ändert sich, als der Praktikant Jacob (Kai-Michael Müller, TV: Im Angesicht des Verbrechens) im Betrieb auftaucht. Die beiden jungen Männer lernen sich langsam kennen und verbringen sogar einen Tag zusammen in Berlin.

Danach stellt sich die Frage, wie out man in der Gesellschaft und im Betrieb sein will. Eine Frage, die keiner von beiden sich vorher gestellt hat...

Stadt Land Fluss wurde während der Erntezeit in einem landwirtschaftlichen Betrieb

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02.01.2011

The Kids Are All Right Kritik + Trailer


Auch Lisa Cholodenkos (High Art, Laurel Canyon) wunderbarer neuer Film The Kids Are All Right mit Julianne Moore (Wilde Unschuld, Pippa Lee, A Single Man, Chloe), Annette Bening und Mark Ruffalo ist wieder von Anfang bis Ende spannend. Er liefert jede Menge Gesprächsstoff, ist witzig und relevant und wartet mit tollen Performances der Darsteller auf. Wir erwarten, dass The Kids Are All Right für mehrere Oscars nominiert werden wird. 4 Nominierungen für den Golden Globe konnte der Film bereits einheimsen und nicht zu vergessen - The Kids Are All Right hat auf der Berlinale 2010 den Teddy gewonnen! Lisa Cholodenko führte Regie und schrieb das Drehbuch zusammen mit Stuart Blumberg (The Girl Next Door, Keeping the Faith - Glauben ist alles!).

Nic (Annette Bening, The Women) und ihre Partnerin Jules (Julianne Moore) sind seit über 20 Jahren ein Paar und leben eifrig das Muster einer konservativen heterosexuellen Ehe nach. Sie haben zwei Kinder vom selben Samenspender: Nics 18-jährige Tochter Joni (Mia Wasikowska, Alice im Wunderland) und Jules 15-jährigen Sohn Laser (Josh Hutcherson, Die Reise zum Mittelpunkt der Erde). Die Ärztin und anstrengende Perfektionistin Nic verdient das Haushaltseinkommen, Jules hat nach ihrem Architekturstudium die Rolle der Hausfrau und Mutter übernommen.

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13.08.2010

DVD: Ausgequetscht Kritik + Trailer - Bateman, Kunis, Affleck

Mit Ausgequetscht liefert Drehbuchautor und Regisseur Mike Judge (Idiocracy) eine  wunderbar smarte Komödie mit feinem Humor und viel Herz ab, die auch noch super besetzt ist.

Das Bonusmaterial der DVD hält noch ein ganz besonders witziges Bonbon bereit. In der Featurette Michael Judges Geheimrezept kommen die Darsteller und der Produzent zu Wort und die lassen sich einiges einfallen. Michael Judge selbst behauptet, er hätte nicht für alle Rollen seine Idealbesetzung bekommen und der Darsteller des Jim sei leider eine ziemliche Niete. Judge zeigt uns, wie begriffstutzig sich der Mann bei den Aufnahmen anstellte. Jim wird im Film natürlich von keinem anderen als Mike Judge (mit Perücke und Bart) gespielt...

Link zur DVD:   Ausgequetscht

Fabrikbesitzer Joel (Jason Bateman, Up in the Air, demnächst:The Switch, Paul) ist ein durch und durch netter Mensch. Dass seine Frau Suzie (Kristen Wiig, Date Night, demnächst: Paul) ihn für seine vielen Überstunden in der Firma mit Sex-Entzug bestraft, nimmt er ohne zu murren hin. Selbst sein überaus lästiger Nachbar Nathan (David Koechner, Get Smart, demnächst: Paul), der ihm ständig abends auflauert und die Ohren vollquatscht, bringt ihn nicht aus der Fassung. Auch in seiner Firma bleibt Joel immer cool und freundlich und hat Verständnis für die Eigenarten der Fabrikarbeiter, die er alle bei Namen kennt.  Doch Joels Frustration wächst und der Zuschauer ahnt, dass sich die Lage noch verschlechtern wird.

Einzig dem Barkeeper Dean (Ben Affleck, Er steht einfacht nicht auf dich) erzählt Joel von seinem Leid. Ihm erzählt er auch von der hübschen neuen Aushilfe Cindy (Mila Kunis, Date Night), die ihn angeflirtet hat. Doch fremdgehen könnte er nicht. Dean hält eine Auswahl an Drogen und einen fatalen Rat bereit: Warum nicht einen feschen jungen Callboy anheuern und auf Suzie ansetzen? Falls sie auf den anspringt, dann hat Joel doch keinen Grund mehr, sich eine Affäre mit Cindy zu verkneifen. Prompt verdingt sich Dean als Zuhälter und vermittelt den nicht sonderlich hellen Landschaftsgärtner Brad (Dustin Milligan, TV: 90210), der sich schon eine Weile als Mann für gewisse Stunden betätigt.

Dann kommt es Schlag auf Schlag: Aufgrund der Unfähigkeit eines Arbeiters kommt es zu einem tragischen Unfall, bei dem der langjährige Mitarbeiter Step (Clifton Collins Jr., Star Trek, Crank 2, demnächst: Brothers) einen Hoden verliert,  Brad kann bei Suzie landen und Joel versucht verzweifelt, die drohenden  Katastrophen abzuwenden... In einem genialen Cameo als Steps großmäuligen Anwalt Joe Adler sehen wir Gene Simmons, Sänger der Rockband KISS. Apropos Cameos -  Hal Sparks (Queer As Folk) ist in einer witzigen Szene als Gitarrenverkäufer zu sehen.

Besonders beeindruckt Mike Judge mit seiner Beobachtungsgabe. Natürlich sind in der Fabrik diejenigen Fließbandarbeiter vertreten, die bis zur Rente dort stehen werden und für die das ihre Karriere ist. Step und Mary (Beth Grant, Verrückt nach Steve, Crazy Heart) gehören zu dieser Gruppe. Aber auch die neuen Immigranten hat er nicht vergessen, die wegen ihrer mangelnden Sprachkenntnisse und Fertigkeiten keinen anderen Job bekommen und sich nun mit den Vorbehalten des Stammpersonals auseinandersetzen müssen. So leidet zum Beispiel Hector (Javier Gutierrez) darunter, dass Mary ihn loswerden möchte.

Und die Jobber, die sich mit ihrem Lohn lediglich ihren Lebensunterhalt verdienen, obwohl sie eigentlich Künstler sind, sind auch vertreten. Der Musiker Rory (super: T.J. Miller, Zu scharf um wahr zu sein, demnächst: Männertrip) mischt entsprechend alles auf und bringt Farbe in den grauen Alltag.

Nicht zu vergessen ist natürlich die hübsche Cindy. Sie vertritt all die hübschen Frauen, die sich mit irgendeinem Job über Wasser halten, bis sie einen Versorger gefunden haben, der ihnen ein angenehmes Leben ermöglichen kann. Cindy zeigt sehr deutlich, wie viele Möglichkeiten eine hübsche Frau hat, nutzt ihre Möglichkeiten schamlos aus und kommt mit ihren Betrügereien sehr gut durchs Leben. (Auf jeden Fall den Abspann ansehen, da gibt's nebenher noch witzige Szenen mit ihr!)

Jason Bateman und David Koechner sind einfach super besetzt und auch Ben Affleck kann als Dean überzeugen. Kristen Wiig scheint es darauf anzulegen, Jennifer Aniston zu imitieren. Das ist ihr mit Mimik und Gestik sehr gut gelungen. Nebenbei bemerkt: Ab 11.11.2010 können wir  Jason Bateman tatsächlich in einer romantischen Komödie mit Jennifer Aniston sehen (The Switch), die bis jetzt leider noch keinen deutschen Titel hat. Ich bin gespannt.

Bonusmaterial: Featurette Michael Judges Geheimrezept, Trailer, entfallene Szene, erweiterte Szenen, Fotogalerie.
Sprachen: Deutsch, Englisch
Spieldauer: 88 Minuten
FSK: ab 12 Jahren

Ausgequetscht Trailer


Ausgequetscht -- Genre: Komödie -- DVD-VÖ: 15.07.2010 -- Länge: 88 Minuten -- FSK: ab 12 Jahren
Drehbuch und Regie: Mike Judge

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25.05.2010

Du sollst nicht lieben Kritik + Trailer

Das gelungene Spielfilmdebüt des Regisseurs Haim Tabakman und der Drehbuchautorin Merav Doster - Du sollst nicht lieben - ist beeindruckend und aufwühlend. Absolut sehenswert.

Der vierfache Familienvater Aaron Fleischman (Zohar Strauss, Beaufort, Jellyfish, demnächst: Lebanon) ist ein angesehenes Mitglied einer orthodoxen jüdischen Gemeinde in Jerusalem. Er ist ein Mann mit Prinzipien.

Gleich zu Anfang sehen wir, dass Aaron sehr viel von Tradition und Regeln und wenig von Veränderungen hält. Während einer Tora-Diskussion sagt sein Rabbi, dass der Mensch das Leben genießen und ruhig auch einmal ein Glas Wein trinken sollte, wenn ihm danach ist. Er sollte sich das nicht verkneifen und leiden, das wäre nicht im Sinne Gottes. Aaron stimmt nicht zu. Er meint,

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A Single Man Kritik + Trailer

Das Regiedebüt des Modedesigners Tom Ford - A Single Man mit Colin Firth in der Titelrolle - ist ein traumhaft schöner Film für Augen und Ohren und liefert für den so geneigten Zuschauer auch noch jede Menge Subtext, der sich zu einem traurigen Bild zusammenfügt. Der Film basiert auf einem Roman von Christopher Isherwood (1904 - 1986). Buch Link zur deutschen Ausgabe: Der Einzelgänger

1963. Literaturprofessor George Falconer (Colin Firth, Mamma Mia!, Das Bildnis des Dorian Gray, demnächst: Easy Virtue) trauert um seinen bei einem Autounfall um's Leben gekommenen Partner Jim (Matthew Goode, Watchmen, demnächst: Verlobung auf Umwegen), mit dem er 16 Jahre verbracht hat. Der Unfall ist acht Monate her, doch die Erinnerungen an Jim begleiten ihn weiterhin durch jeden Tag. Deshalb beschließt er, Selbstmord zu begehen. George bereitet alles ordentlich vor, schreibt Abschiedsbriefe, legt seinen Anzug zurecht und macht sich auch Gedanken über die Menschen, die mit seiner Leiche umgehen müssen.

Es ist keiner da, der ihn davon abhalten könnte. George ist nicht Teil einer Schwulen-Szene, die es

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21.07.2009

Zack and Miri Make a Porno Kritik + Trailer

Filmemacher Kevin Smith (demnächst: A Couple of Dicks) hat sich mit Filmen wie Clerks, Mallrats und natürlich Chasing Amy und Dogma eine Fangemeinde aufgebaut, die er auch mit seinem neuen Film Zack and Miri Make a Porno bestimmt nicht enttäuschen wird. Zack and Miri hat ein unwiderstehlich enthusiastisches Indie-Flair, liebenswerte Figuren und sorgt für mehr Lacher als so manche teure Hollywood-Komödie - ohne dass man sich dafür auf Knien in den dunklen unteren Schubladen politischer Unkorrektheit bedienen musste.

Wer Kevin Smith schon einmal in lockerer Runde reden gehört hat, dem wird der Dialog des Hauptdarstellers Seth Rogen als Zack (in der Originalfassung, und die ist hier besonders empfohlen) wie O-Ton Smith vorkommen - in meinen Ohren definitiv ein witziges Plus. Passend zum Thema des Films sind Porn-Star Katie Morgan (als Stacey) und die ehemalige Porno-Queen Traci Lords (als Bubbles) mit dabei.

Story:

Zack (Seth Rogen, demnächst: Wie das Leben so spielt) und Miri (Elizabeth Banks, Vorbilder?!, Der Fluch der zwei Schwestern) kennen sich schon seit der ersten Klasse. Die beiden sind nicht nur gute Freunde, sie teilen sich auch eine Wohnung. Doch damit könnte es bald vorbei sein, denn die beiden liebenswerten Loser sind mit der Miete im Rückstand, Strom und Wasser sind schon abgestellt.

Zacks super Idee: Wir drehen einen Porno, scheffeln jede Menge Kohle und küssen unsere Sorgen good-bye. Warum auch nicht? Schließlich hat Brandon (Justin Long, Drag Me to Hell), Lover von Miris Teenie-Schwarm Bobby Long (Brandon Routh, Superman Returns), beim Klassentreffen laut verkündet, Pornodarsteller zu sein. Außerdem wurde Miri in ihrer Oma-Unterhose bereits unfreiwillig durch ein Spanner-Video zum Youtube-Promi, und dieser Status könnte sich beim Verkauf des Pornos auszahlen.

Zack-Miri-FilmteamFlugs stellen Zack und Miri ihren Cast und die Crew zusammen, schneidern sich Kostüme, suchen eine Location. Das Drehbuch ist dabei genauso unwichtig wie zum Beispiel die schauspielerischen Leistungen von Lester (Jason Mewes). Dass der Porno-Auftritt von Zack und Miri als Paar Folgen haben wird, liegt auf der Hand. Doch bevor es zu diesem überhaupt kommen kann, gibt's einige Hindernisse und Rückschläge zu überwinden... (Foto des Porno-Trupps vlnr: Ricky Mabe, Jason Mewes, Jeff Anderson, Craig Robinson, Katie Morgan und Traci Lords)

Zack and Miri - romantische Komödie?

Was Zack and Miri Make a Porno zu solch einem positiven Erlebnis macht, sind die durch und durch gutmütigen Figuren, für die man sich interessieren kann. Sogar Seth Rogen, der Zack and Miri nach Ananas Express und vor Shopping Center King gedreht hat, kommt hier so sympathisch 'rüber, dass wir ihm die Daumen drücken können. Die romantische Storyline der beiden Hauptfiguren ist - wie bei den meisten romantischen Komödien - natürlich vorhersehbar. So vorhersehbar, dass die Zyniker unter den Zuschauern sie schon wieder als witzige Parodie verstehen können. Ich bin kein Zyniker und hätte mir gewünscht, dass Kevin Smith den romantischen Aspekt etwas anders angelegt hätte. Auch wenn Zack and Miri Make a Porno vielleicht als romantische Komödie nicht ganz so gut funktionieren mag, kann man ihn trotzdem als Komödie lieben.

Besonders gut gefallen hat mir, wie mit dem schwulen Paar Bobby/Brandon umgegangen wird bzw. wie Zack und auch Miri auf die beiden reagieren. (Ausgerechnet den hübschen neuen Superman-Darsteller Routh als schwul zu präsentieren war ein netter Einfall.) Merke: Nicht jede Figur, die kein Geistesriese ist, muss ein vorurteilsbehafteter Neanderthaler sein, auch wenn etliche andere Komödien uns das wieder und wieder einzureden versuchen. Mit gutem Beispiel voran.

Wir drehen 'mal schnell einen Porno und werden reich...

Mittlerweile ist die Porno-Industrie bekanntlich von der Weltwirtschaftskrise genauso betroffen wie viele andere Branchen, was Zack and Miri Make a Porno, der vor über einem Jahr gedreht wurde, noch witziger erscheinen lässt. Kevin Smith hat offensichtlich keine Mühen gescheut und sich mit der Branche befasst, was man der Story deutlich anmerkt. (Die Titelsuche, das erste Drehbuch und die Antwort auf die Frage, wie ein Porno endet lassen eine gewisse Affinität erkennen.)

Dabei ist die Komödie auch beim Dreh des Pornos in erster Linie witzig und zumindest für die Leute nicht wirklich sexy, die der Anblick von zwei recht lächerlich aussehenden Brust-Implantaten oder Jason Mewes nacktem Körper nicht verlegen auf ihren Sesseln herumrutschen lässt. Die eine Szene, von der man sich wünscht, sie hätte auf dem Boden des Schneideraums das Zeitliche gesegnet, tut dem Ganzen keinen Abbruch.

Zack and Miri Make a Porno --Genre: Komödie -- deutscher Kinostart: 13.08.2009 -- Länge: 102 Minuten -- FSK: noch nicht bewertet
Drehbuch & Regie: Kevin Smith

Zack and Miri Make a Porno Cast:
Miri - Elizabeth Banks
Zack - Seth Rogen
Stacey - Katie Morgan
Bubbles - Traci Lords
Barry - Ricky Mabe
Lester - Jason Mewes
Deacon - Jeff Anderson
Delaney - Craig Robinson
Bobby Long - Brandon Routh
Brandon - Justin Long

Zack and Miri Make a Porno deutscher Trailer



Zack and Miri Make a Porno Trailer engl. (jugend-taugliche Variante)



Zack and Miri Make a Porno Trailer engl. (nur für Erwachsene von wegen potty-mouth und so... ;)



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27.06.2009

Big Stan Kritik + Trailer - Morrison, Rathbone, Carradine, Schneider

Ich hätte nicht gedacht, dass mir einmal eine Komödie mit Rob Schneider (Die Bankdrücker, Deuce Bigalow) in der Hauptrolle gefallen könnte, aber Big Stan hat mich eines besseren belehrt. Nicht wirklich verwunderlich, wenn man genauer hinguckt: Das Drehbuch stammt nämlich von Autor Josh Lieb, der an weit über 100 Folgen von The Daily Show mit Jon Stewart mitgeschrieben hat - einer meiner Lieblingssendungen. Big Stan ist das Spielfilmdebut von Autor Josh Lieb und Rob Schneiders Regiedebut. Eine durchaus gelungene Kollaboration, congrats.

In Big Stan findet man ähnlich gelagerten, politisch korrekten Humor mit smarten Seitenhieben (wie in Jon Stewarts Show), der mir sehr zusagt. Lieb hat offensichtlich auch ein Faible für Parodie, was dem aufmerksamen Zuschauer auffallen wird. Zusätzlich gibt's noch Jennifer Morrison (spielt Cameron in Dr. House), wie ich sie noch nie gesehen habe, den kürzlich verstorbenen David Carradine in einer witzigen Rolle, Jackson Rathbone aus Twilight - Biss zum Morgengrauen als Häftling/Stoner und Dan Haggerty (bekannt als Der Mann aus den Bergen) als schwulen Biker.

Nebenbei bemerkt: Prison Break Fans werden bei der Storyline öfters grinsen - eine nette Hommage an die Serie. Leider gibt's weder Szenenbilder mit Jennifer Morrison noch mit Jackson Rathbone, sonst hätte ich sie hier eingestellt. Da hat die Marketing Abteilung aber 'mal sowas von total gepennt, oder? Schließlich will man als Dr. House- und/oder Twilight Fan doch informiert sein. Wenigstens gönnt uns der Trailer einen - viel zu kurzen - Blick auf Morrison und auch Jackson Rathbone ist zu sehen. (Er guckt ganz erschrocken, als der Gefängniswärter die Untersuchung ankündigt und kurz darauf wird er von einem Insassen gegen die Wand gedrückt. Genau, das isser, unser Jasper. Auch in Big Stan um die Nase blass;) .... Und der Trailer wird dem Film auch ('mal wieder) nicht gerecht.

Worum geht's?

Stan Minton (Rob Schneider) ist ein erfolgreicher Anlagebetrüger, der genau weiss, wie er seine Kunden um den Finger wickeln kann. Der erklärten Rassistin, die nicht in der "schlechten, überwiegend afro-amerikanischen" Nachbarschaft Urlaub machen will, verkauft er trotzdem einen Anteil an einer Wohnung denn gegen Sex mit einem solchen Afro-Amerikaner hätte sie ja nun wiederum nichts einzuwenden. Ganz im Gegenteil. Damit hat Josh Lieb genial schon den ersten vorurteilsbehafteten Heuchler vorgeführt und uns gleichzeitig gezeigt, dass Stan Minton ein ganz schlauer Verkäufer ist, der die Schwächen seiner Kunden genau kennt und auszunutzen weiss.

Als Stan für seine Tätigkeiten jahrelang in den Knast soll, verschafft ihm sein Anwalt erst noch 6 Monate Aufschub. Sofort recherchiert Stan, was ihn denn im Knast erwarten könnte. In einer Biker-Kneipe sagt ihm der erfahrene Tubby (Dan Haggerty), dass Stan davon ausgehen muss, vergewaltigt zu werden. Und erklärt auch, dass eine Vergewaltigung ein Akt der Gewalt ist und nichts mit Sex oder Homosexualität zu tun hat. Das ist wirklich gut gemacht und lustig noch dazu. Ich will den Twist dieser Szene nicht spoilen... Nur soviel: damit wird auch noch ein anderes Vorurteil angesprochen.

Big-Stan-Carradine-StillSofort quartiert Stan den kettenrauchenden Kampfsportler Der Meister (David Carradine, Foto) in seinem Haus ein und trainiert von früh bis spät. Sehr zum Leidwesen seiner Frau Mindy (Jennifer Morrison, TV: Dr. House, Kino: Star Trek), die sich Hoffnungen auf ein Baby machte. Doch Stan redet ihr das aus, denn er geht ja nur für 3 Jahre in den Knast, was soll man dann mit dem Kind machen, wenn er wieder 'rauskommt? ;) Trotzdem Mindy enttäuscht ist, unterstützt sie ihren Stan, denn der hat bisher noch alles geschafft. Er ist schließlich ein Selfmade-Millionär, er hat 'was drauf.

Zur Sicherheit lässt sich Stan noch den Hintern tätowieren und schon im Bus Richtung Knast macht er gleich auf super-tough nach dem Motto "Angriff ist die beste Verteidigung" und legt sich so ein entsprechendes Image zu. Neuankömmling Robbie (Jackson Rathbone) ist ein Stoner, dem von Anfang die Muffe saust. Stan beschützt ihn vor Übergriffen, auch wenn das angeblich nur ein Resultat seines Selbstschutzes ist.

Dass Big Stan nicht nur eine Aneinanderreihung von witzigen Szenen ist, dürfte wohl jedem Leser inzwischen klar sein. Selbst das Ende des Films ist überraschend und Stan hat tatsächlich etwas gelernt, er hat sich verändert - wie wir das vom Protagonisten in einem guten Film erwarten. Mit dem Thema Homosexualität, das natürlich im Knast unweigerlich zur Sprache kommt, schließlich werden die Häftlinge bunt zusammengewürfelt, wird vorbildlich umgegangen. Damit hätte man sich doch eigentlich ein Prädikat verdient?! Von mir gibt's ein "besonders wertvoll" mit ***** - und deshalb würde ich dem Film auch ein FSK 12 geben.

Meiner Meinung nach ist Drehbuchautor Josh Lieb ein Fan der Serie Prison Break und hat augenzwinkernd einige PB Elemente eingebaut, so als Hommage an die Serie. Dazu gehört u. a. die Storyline um Robbie (Prison Breaker erinnern sich an Tweener Apolski) und ein Modell ähnlich wie das, das damals Michael Scofield für Henry Pope fertiggestellt hat. Auch für Gefängnisdirektor Gasque (Scott Wilson, Junebug, demnächst: For Sale By Owner) spielt ein solches Modell eine sehr wichtige Rolle und es soll für Stan ähnlich wichtig werden wie es das für Michael damals war. Prison Break geek-speak, schon klar... ;) Auch ein Aufstand wird geplant. Ich fand die Hommage echt witzig und gut gemacht und habe mich darüber sehr amüsiert.

Jennifer Morrison als Stans Ehefrau Mindy ist natürlich schon deshalb witzig, weil wir sie als Dr. Cameron ganz anders kennen. Hier ist sie die süße Ehefrau, die auf den ersten Blick vielleicht sehr naiv oder gar Peggy-Bundy-mäßig erscheint, sie hat's aber faustdick hinter den Ohren und vor allem liebt sie ihren Mann. Die Darstellung der Ehe der beiden hat mir sehr gut gefallen.

Seine Rolle in Big Stan war keinewegs David Carradines letzte Rolle. Ganz im Gegenteil, es kommen noch eine ganze Reihe von Filmen mit ihm, die meisten befinden sich noch in der Postproduktion. David Carradine sieht hier ziemlich entspannt aus und scheint Spaß an der Arbeit gehabt zu haben.

Schade, dass Big Stan in nur relativ wenigen Kinos angelaufen ist. Da werden wohl einige Leute noch warten müssen - schlimmstenfalls auf die DVD. Aber es lohnt sich auf jeden Fall. [Weshalb der Film mit einem FSK 16 geschlagen werden musste ist mir nicht ganz klar, auch nicht nach Durchsicht der Einstufungskriterien. Ja, schon klar - what else is new? Hoffnungslos.]

Big Stan Trailer deutsch



Big Stan -- Genre: Komödie -- deutscher Kinostart: 25.06.09 -- FSK: ab 16 Jahren -- Länge: 109 Minuten
Drehbuch: Josh Lieb
Regie: Rob Schneider

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23.04.2009

Trauzeuge gesucht - Kritik + Trailer - Rudd, Segel


Die unterhaltsame Bromance Trauzeuge gesucht, eine Komödie um eine Männerfreundschaft, ist ein weiterer sehenswerter Film mit den beiden Obersympathen Paul Rudd und Jason Segel (beide: Nie wieder Sex mit der Ex). Im Gegensatz zu den sonst oft lauten Buddy-Komödien, in denen es um unreife Typen, Sex und Körperfunktionen geht, beschäftigt sich Trauzeuge gesucht mit Beziehungen zwischen Erwachsenen, die sich real anfühlen - sei das die Männerfreundschaft, die heterosexuelle Beziehung des Protagonisten Peter oder die Beziehung zwischen Familienmitgliedern.

Der Immobilienmakler Peter Klaven (Paul Rudd, Nie wieder Sex mit der Ex, Vorbilder?! demnächst: The Year One) ist ein Traummann, der einen guten Draht zu Frauen hat. Der Softie hat exzellente Manieren, ist rücksichtsvoll und entspannt. Kein Wunder, dass seine Freundin Zooey begeistert "Ja!" ruft, als er ihr nach 8 Monaten Beziehung einen Heiratsantrag macht.

Bei einer kleinen Feier der Familie Klaven taucht die unangenehme Frage nach dem "best man" auf, dem männlichen Trauzeugen des Bräutigams. Peter hat keinen besten Freund, er hat eigentlich gar keine männlichen Freunde, wie sein Vater (J.K. Simmons, TV: The Closer; demnächst: New in Town, Jennifer's Body) ihm klar macht. Zooey andererseits hat jede Menge Freundinnen, mit denen sie oft abhängt und die auch bei der Hochzeit dabeisein werden. Er kriegt mit, dass diese ihn wegen seiner Freund-losigkeit für einen Freak halten, der wohl zur Klette werden könnte.

Um das Manko auszugleichen muss ein "bester Freund" gefunden werden. Peter merkt, dass er das alleine nicht hinkriegt, und wendet sich an seinen schwulen Bruder Robbie (Andy Samberg), der in einem Fitness-Studio arbeitet. Mehrere Man-Dates gehen ziemlich daneben, z. B. das mit Doug (Thomas Lennon, Hancock, demnächst: 17 Again, Nachts im Museum 2) obwohl Peter auch noch das Internet für seine Suche bemüht. Doch dann läuft ihm endlich der Finanzberater Sydney Fife (Jason Segel, Beim ersten Mal, Nie wieder Sex mit der Ex, TV: How I Met Your Mother) in einem zum Verkauf stehenden Haus über den Weg und die beiden verstehen sich auf Anhieb gut.

Zooey (Rashida Jones) wird auf eine harte Probe gestellt, denn Peter holt mit Sydney Jahre an Männerfreundschaft nach und schlägt endlich auch einmal über die Stränge. Das Ganze wird für Peter zum Selbsterfahrungstrip, in dem er viel dazulernt. Man muss sich in seiner Haut wohl fühlen und seiner Männlichkeit sicher sein, dann kann man auch das berühmte "I love you, man" (so auch der OT des Films) sagen, ohne sich dabei seltsam zu fühlen oder irgendeinen überflüssigen Disclaimer nachschieben zu müssen.

Im Laufe von Trauzeuge gesucht findet Peter nicht nur einen besten Freund, sondern arbeitet an seinem Selbstbewußtsein. Peter, der Softie, lässt sich nämlich anfänglich von seinem macho-mäßigen Kollegen Tevin (Ron Huebel) ständig nerven. Der hat es auch noch darauf angelegt, ihm den Promi-Kunden Lou Ferrigno (spielt sich selbst) abzuluchsen.

Auch Zooey profitiert von der Männerfreundschaft, denn sie lernt neue Seiten an Peter kennen. Seiten, die er nach der High School begraben hatte. Und Peter schafft es auch, Zooey zu erklären, dass es Dinge gibt, die privat sind - die man auch nicht mit den Freundinnen teilen sollte.

Besonders erwähnen will ich auch, dass hier endlich einmal eine schwule Figur (Robbie) gezeigt wird, die ihre Homosexualität nicht wie eine Fahne vor sich herschwenkt. Robbie gehört also nicht zu der derzeit in den Medien schon schmerzhaft überrepräsentierten kleinen Gruppe der "femininen" Männer oder Transen. Mehr davon!

Zum Trauzeuge gesucht Soundtrack: Der Soundtrack enthält u. a. den von den Hauptdarstellern Jason Segel und Paul Rudd performten Titel Limelight. Dazu gibt's noch zwei Titel von Rush, zwei von Vampire Weekend, dann auch Beck, The Cars, Latch Key Kid, Santogold, Matt Costa, The Donnas, The Bonedaddys, Teddy Shapiro und.. Dean Martin. Link: Trauzeuge gesucht (OT: I Love You Man) - original Soundtrack

Trauzeuge gesucht -- Genre: Komödie/Bromance -- deutscher Kinostart: 23.04.3009 -- FSK: ab 6 Jahren
Drehbuch: John Hamburg (Meine Frau, meine Schwiegereltern und ich, beide Teile) und Larry Levin (Dr. Dolitte 1 + 2)
Regie: John Hamburg (Und dann kam Polly, demnächst: The Troubleshooter)

Trauzeuge gesucht Cast:
Peter Klaven - Paul Rudd
Sydney Fife - Jason Segel
Zooey - Rashida Jones
Dad Klaven - J. K. Simmons
Robbie Klaven - Andy Samberg
Tevin - Rob Huebel
Doug - Thomas Lennon
Lou Ferrigno

Trauzeuge gesucht Trailer



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06.04.2009

Religulous Kritik + Trailer, Bill Maher, Larry Charles


Wie bereits in meinen Infos + Trailer zu Religulous ausgeführt, ist Bill Maher der bissige Talkmaster diverser Polit-Formate (füher TV-Show Politically Incorrect, jetzt Real Time with Bill Maher) und ein ehemaliger Stand-Up Comedian. Ein erklärter Atheist. In Religulous verbindet er Ernsthaftigkeit und Comedy zu einer amüsanten "satirischen Dokumentation". Amüsant für diejenigen, die kein wöchentliches Date in Kirche, Synagoge oder Moschee haben, die sich nicht den Kopf darüber zerbrechen müssen, wie sie die Sabbat-Regeln oder das Verbot der Nutzung von Empfängnisverhütungsmitteln geschickt umgehen können, ohne sich schuldig zu machen und zu fühlen - Menschen, die den nötigen Abstand haben... also für Leute wie mich. Ich habe mich köstlich amüsiert.

Produziert von der kleinen Produktionsfirma Thousand Words (Requiem for a Dream, A Scanner Darkly - Der dunkle Schirm) mit einem Mini-Budget von nur rund $ 2,5 Millionen, ist Religulous (Wortschöpfung aus religion und ridiculous) ein sehr persönliches Projekt, bei dem Bill Maher 'mal so richtig Dampf ablassen und seiner ungläubigen Verblüffung Raum geben konnte, und zwar mit viel Humor und vor allem unzensiert. Er bleibt auch nicht in den USA, sondern sieht sich in Israel um, besucht die Niederlande, usw. Obwohl's in den USA stets besonders lustig ist - da gibt's einen göttlichen Freizeitpark/Museum in Orlando (The Holy Land Experience, Foto links Maher mit Jesus-Darsteller), oder auch eine Broschüre mit dem Titel "Gottes Nachname lautet nicht Verdammt". Das hat doch 'was.

Einen coolen Soundtrack gibt's auch dazu, auf dem gibt's u. a. den absoluten Ohrwurm Crazy von Gnarls Barkley, dann Highway 61 Revisited von Bob Dylan, I Think We're Alone Now von Tiffany, Jesus Is Just Alright von den Doobie Brothers, Road to Nowhere von den Talking Heads, Travelin' Band von Creedence Clearwater Revival, etc. Link>Religulous Soundtrack

Mahers These: Religionen sind gesellschaftsschädigend, da sie den Fortschritt behindern oder gar verhindern. (Beweismittel: Die Gläubigen....)

Religulous ist ein Kaleidoskop, das uns zeigt, an was die Menschen so alles glauben. Bill Maher verzichtet bewusst darauf, "ernsthafte" Gespräche mit Pressesprechern der einzelnen Firmen Religionsgemeinschaften zu führen. Was ihn interessiert ist die Meinung und die Erfahrung der "Endverbraucher" und - für den Kontrast - auch die einiger "Zwischenhändler", aber nicht die der "Hersteller" der Ware Religion. Er will keine Plattform für Propaganda sein, wie das so viele Dokumentationen und TV-Diskussionsrunden unweigerlich (auch) sind. Dass dabei von den Interviewten einiges ausgesprochen wird, dass sich sehr entlarvend anhört, nun, das ist wohl kaum der Fehler von Bill Maher. Aber willkommen ist das natürlich, denn...

Es geht in Regilulous schließlich nicht um einen Club von Briefmarkensammlern oder eine Wandergruppe, die einfach nur ihrem Hobby nachgeht, ohne dass das Auswirkungen auf ihre Mitmenschen hat. Hier geht's um Manipulation der Menschen, Meinungsmache und zu keinem kleinen Teil um knallharte Politik.

Und das ist auch das Beunruhigende: Die Verbindung von Religion und Politik, auch heute noch, wie man besonders deutlich/schmerzlich Anfang des Jahres in den USA beobachten musste. Dass Bill Maher dieses wichtige Thema trotzdem so witzig und unterhaltsam präsentiert lässt hoffen, dass nicht nur Atheisten oder grenzgängige Agnostiker sich Religulous ansehen. (Anlass zur Hoffnung? Religulous belegt mit einem Einspielergebnis von bis dato über $ 13 Mios. in den US-Documentary-Charts den 7. Platz - und zwar nicht nur im Erscheinungsjahr, sondern insgesamt.)

Den nötigen Abstand zu organisierten Religionen hat Bill Maher, Sohn einer nichtpraktizierenden Jüdin und eines Katholiken schon lange, denn seine Eltern wandten sich frühzeitig von der Kirche ab, wie uns zu Beginn von Religulous Mutter Maher mitteilt. Die verantwortungslose und völlig überholte Haltung der katholischen Kirche zum Thema Empfängnisverhütung sei für die Entscheidung der Familie Maher ausschlaggebend gewesen. Dass die katholische Kirche zu dem Thema überhaupt eine Meinung hat zeigt schon, dass sich Religionsgemeinschaften sogar in die intimsten Aspekte des Lebens ihrer Mitglieder überall auf der Welt einmischen bzw. einzumischen versuchen. Religulous zeigt unter anderem auf, dass man auf der Suche nach bizarren Vorschriften (und witzigen Umgehungsmethoden derselben) keinen "Kult" besuchen muss, der nur wenige Tausend Mitglieder aufweisen kann, sondern sich einfach die gängigen und größten Anbieter und ihre fanatischsten, ernsthaftesten Anhänger anzusehen braucht, um fündig zu werden. Wobei sich, wie man in Religulous sehen kann, einige der Mitglieder ernsthaft Regeln unterwerfen, die etliche Kirchenvertreter einfach übertreten.

Was diversen verteufelten Kulten immer wieder lauthals angekreidet wird - dass sie sogar schon Teenager ansprechen - haben die etablierten Religionen nicht nötig, denn ihnen werden sogar schon Babies zum Ritual der Taufe gebracht, die später zur wöchentlichen Manipulierung in diverse Kindergottesdienste geschickt werden und parallel in den Religionsunterricht/Konfirmandenunterricht/etc., sobald sie alt genug sind. Das mag die Erklärung für das Phänomen sein, dem Religulous auf den Zahn fühlt, dem Mangel an Kritik aus den eigenen Reihen. Denn viele kommen selbst als Erwachsene nicht auf die Idee, ihre Mitgliedschaft zu überdenken. Auch diejenigen nicht, die täglich mehrmals eine Reihe der Gesetze übertreten, die ihre Religionsgemeinschaft vor ewigen Zeiten ins Leben gerufen hat.

Was Maher an den Gläubigen aller Richtungen besonders verblüfft ist deren absolute Überzeugung, mit der sie glauben, ihren Glauben verteidigen und missionieren. Immer wieder werden Gespräche abgebrochen, als Maher es wagt, kritisch zu fragen. Warum hinterfragen, wenn die Menschen um einen herum und sogar Staatsoberhäupter immer wieder so tun, als sei das alles das Normalste von der Welt? Wenn Kirchenvertreter zu politischen Diskussionen eingeladen werden, wo sie doch im Grunde absolut nichts verloren haben? Durch derartige Auftritte wird die Existenz dieser Vereine immer wieder validiert.

Schade eigentlich, dass Religulous schon letztes Jahr fertiggestellt wurde. Denn erst dieses Jahr hat das sich gerne als "harmlos" präsentierende Christenheer wieder höchst aktiv menschenverachtende Politik gefördert - durch Propaganda-Videos und jede Menge fleißiger Klinkenputzer, die mit voller Absicht auch noch Präsident Obamas Standpunkt zum Thema missrepräsentierten - und durchgebracht, als im US-Staat California zur Proposition 8 abgestimmt und als Folge die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Paaren nach einem kurzen Gastspiel wieder abgeschafft wurde. Bill Maher interviewte nämlich für Religulous auch John Westcott von Exchange Ministries - den bekannten "vormals schwulen" Prediger, der eine "vormals lesbische" Frau geheiratet hat. Eine Beschreibung, der der dreifache Vater energisch widerspricht, denn sein Standpunkt: Es gibt gar keine homosexuellen Menschen. Gibt es nicht, deshalb war er auch nie schwul. Die Menschen sind einfach verwirrt, unzufrieden und neurotisch und machen dann solche Sachen. Hört sich an, als hielte er Homosexualität für eine Droge oder eine Krankheit. Auf jeden Fall meint er, dass alle homosexuellen Menschen todtraurig sind.

Religulous
zeigt auf, wie ähnlich sich die verschiedenen Glaubensrichtungen sind. Von dem Vorhandensein von für Außenstehende bizarr anmutenden Ritualen (z. B. Abendmahl, Beschneidung) bis hin zu ähnlich klingenden Enstehungsgeschichten. Doch mit Gemeinsamkeiten braucht er den Gläubigen nicht zu kommen, da fühlen sie sich schnell auf den Schlips getreten. Auch darf auf keinen Fall erwähnt werden, welche Religion älter ist als die andere, eigentlich ja ein harmloser Fakt. Doch mit Fakten hat man nicht viel am Hut. In diesen spannungsgeladenen Momenten, in denen sich die Gläubigen anscheinend automatisch an das erste Gebot - "Du sollst keine anderen Götter haben neben mir" - erinnern, fallen schnell die Gott-ist-Liebe Masken. Schließlich sind die von Maher untersuchten 10 Gebote super-wichtig und enthalten doch das Wort Nächstenliebe nicht. Oder Toleranz. Oder Respekt gegenüber anderen Kulturen. Das schon gar nicht, denn siehe 1. Ökumenische Gottesdienste hin, "Mischehen" her, spätestens, wenn die Bibel nicht Grundlage einer Glaubensrichtung ist, wird's kritisch. Zwar stinkt Mist immer, egal, welchen Namen man ihm gibt, doch mit den Riechorganen der Interviewten ist es halt so eine Sache...

Bill Maher ist nicht ohne Sympathie für die Gläubigen, die er trifft, zum Beispiel eine Gruppe Trucker in einer behelfsmäßigen Autobahnkapelle. Durch die Bank einfache Menschen und gute Christen, die kein Problem mit "blindem Glauben" haben. Arm aber ehrlich, so die Devise. Für sie ist die Bibel das Wort Gottes und Ende. Dem stellt Maher einen "Zwischenhändler", also einen Prediger im teuren Maßanzug und Schuhen gegenüber, der nicht gerade an mangelndem Selbstbewußtsein leidet...

Kann man etwas lernen? Sicher doch. Ich wusste nichts von der Existenz des Holy Land Experience und dass sich schlaue Menschen sogar Apparate ausgedacht haben, mit denen sich am Sabbat halbwegs leben lässt, das war mir auch nicht bekannt. Schön, dass gezeigt wurde, wie schnell ernsthaft religiöse Menschen aggressiv werden können. Zu oft wird solche Irrationalität nur einer bestimmten Glaubensrichtung zugeschrieben und mit Freude in den Medien breitgetreten. Eigene Tür und so? Heilige Kuh...

Wer die von Religulous-Regisseur Larry Charles kreierte und geschriebene Serie Curb Your Enthusiam - Lass es, Larry!, in der er auch die Hauptrolle spielt kennt, für den ist klar, dass sich hier zwei Gleichgesinnte gefunden haben, denn Charles kann, genau wie Maher, auch vieles von dem nicht nachvollziehen, was im Mainstream so abläuft. Willkommen im Club.

[PS Berlin stimmt am 26.04.09 zum Thema Ethikunterricht per Volksentscheid ab. Die Abschaffung des - staatlich finanzierten - Religionsunterrichts steht *nicht* zur Debatte. Statt dessen sollen die Schüler gezwungen werden, sich zwischen Ethik und Religion zu entscheiden (kein Scherz. Oh, die Ironie...). Mit NEIN erreicht man, dass weiterhin *alle gemeinsam* über Werte und Ethik reden und dieser Dialog *nicht unter Ausschluss der Reli-Schüler* stattfindet. Der Senat/Das Abgeordnetenhaus von Berlin empfiehlt: NEIN zur Wahlpflicht.]

Religulous -- Genre: Dokumentation/Satire -- deutscher Kinostart: 02.04.2009 -- FSK: ab 12 Jahren.
Drehbuch: Bill Maher
Regie: Larry Charles (TV: Curb Your Enthusiasm. Kino: Borat)

Religulous deutscher Trailer



Religulous Trailer engl.



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13.12.2008

The Women - Kritik und Trailer - Meg Ryan


Autorin und Regisseurin Diane English legt ein Remake von The Women - Die Frauen (1939) vor, das - unter anderem - die Geschichte einer betrogenen Ehefrau und deren Freundinnen aus der heutigen Perspektive erzählt. Wie schon das Original, so kommt auch The Women - Von großen und kleinen Affären gänzlich ohne Männer aus. Für dieses Projekt konnte sie eine lange Liste bekannter Schauspielerinnen verpflichten und trotzdem sollen die Produktionskosten weniger als $ 20 Millionen betragen haben. Erstaunlich. Eines muss man Diane English zugestehen (außer, dass sie gute Beziehungen hat): Sie schafft es, eine große Schwäche des Originals - die Bösartigkeit der Frauen untereinander und die völlige Verteufelung der Mätresse - zu eliminieren.

Was English nicht schafft ist, ihre Figuren aus dem Klischee-Sumpf herauszuziehen, in den sie sie wirft. Das wird besonders an der lesbischen Autorin Alex (Jada Pinkett Smith) deutlich, die eine Doppelfunktion erfüllt: Alibi-Lesbe und Alibi-Afro-Amerikanerin. Zwei Funktionen, aber insgesamt weniger Präsenz, Alex ist eine Randfigur. Dafür bekommt sie den grauenhaftesten Dialog: In einer Ansage zu lesbischem Sex behauptet Alex, dass Frauen Sex im Dunkeln bevorzugen. Das war mir neu. Das alte Märchen "Lisa will's im Dunkeln, weil da ist gut munkeln, während Kevin nur besticht, hat er genug Tageslicht" ist doch total vorgestrig. Und das von Alex, die mit ihrer neuen Geliebten, dem Model Natasha (Natasha Alam, demnächst: Drop Dead Georgeous) am Arm herumläuft und gerne auf Pseudo-Ghetto macht? Das kaufen wir ihr nicht ab, wir leihen uns das auch nicht. Aber wie gesagt, Alex erfüllt lediglich zwei Quoten. Nun zur Geschichte...

Mary Haines (Meg Ryan) ist sehr darauf bedacht, als Vorzeige-Ehefrau immer gut abzuschneiden. Sie arbeitet als Designerin in der Modefirma ihres Vaters (was wir allerdings nur erzählt bekommen, nachdem sie gefeuert wurde), sie kümmert sich eigenhändig um ihren Garten, und sie unterhält einen gute Beziehung zu ihrer Haushälterin und ihrem Au-Pair Mädchen Uta (Tilly Scott Pedersen). Sie hält sich selbst für perfekt.

Würde man allerdings Marys Tochter Molly (India Ennenga) fragen, bekäme man einen anderen Eindruck von Mrs. Perfekt. Molly hat nämlich keinen besonderen Draht zu ihrer Mutter, heult sich später sogar lieber bei Marys Freundin Sylvia (Annette Bening) aus. Eine nette Szene, denn Sylvia ist die Karriere-Frau, die - wie könnte es anders sein - keine Kinder hat und Molly deshalb einfach als Mensch behandelt. Ein Gespräch von Frau zu Frau, sozusagen.

Während Mary denkt, dass ihr Leben wunderbar funktioniert, geht ihr Mann fremd. Als erste erfährt das Sylvia, und zwar von der geschwätzigen Kosmetikerin Tanya (Debi Mazar, TV: Entourage). Die erzählt ganz locker von der Parfümverkäuferin Crystal Allen (Eva Mendes, Helden der Nacht, demnächst: The Spirit), mit der Herr Haines eine Beziehung hat.

Das ruft Marys Freundinnen auf den Plan, zu denen (leider) auch die Gebärmaschine Edie (Debra Messing, demnächst: Nothing Like the Holidays) gehört, die solange Kinder in die Welt setzen will, bis endlich der erwünschte Sohn da ist. Oh Mann, in welchem Jahrhundert lebt die nur? Die Figur ist unheimlich nervig. Dass man auch noch die Schluß-Szene in den Kreißsaal gelegt hat (trotzdem im Trailer...) tut dem Film weiter Abbruch. Das haben wir so oder anders eh schon gesehen - und schon das erste Mal war einmal zu viel.

Marys Mutter Catherine (Candice Bergen, TV: Boston Legal, demnächst: Bride Wars - Beste Feindinnen) rät ihr - genau, wie das auch im Original war - den Mund zu halten und die Affäre einfach zu ignorieren. Erst viel später, als Mary auf die mehrfach geschiedene Leah (Bette Midler) trifft, fängt sie an, ihr Leben so richtig zu überdenken...

Gerade, als ich anfing, mich für Marys Geschichte zu erwärmen, ging The Women - Von großen und kleinen Affären dann aber völlig den Bach hinunter. Das Problem, wenn man solche Geschichten in der Oberschicht ansiedelt ist, dass sich mit Geld und den richtigen Beziehungen (fast) alles regeln lässt. Als Zuschauer fühle ich mich aber verarscht, wenn sich herausstellt, dass alles supi ist, sobald Sonntagskind Mary einmal entschieden hat, was sie eigentlich will. Für wen ist der Film gemacht, für reiche Erbinnen mit jeder Menge guter Beziehungen? Wer soll sich denn sonst in dieser Figur wiederfinden?

Wer mich viel mehr interessiert hat ist Sylvia. Annette Bening ist super, Sylvia hat die besten Sprüche drauf, ich habe oft gewartet, dass sie wieder in Erscheinung tritt. Sylvia ist als Mensch interessant und auch ihre beruflichen Probleme interessieren uns. Wer hat sich nicht schon über Frauenzeitschriften geärgert, die ihre Mode an 13-jährigen Models zeigen und deren schlecht recherchierte oberflächliche "Artikel" wenig mehr als Seifenblasen sind? Im Gegensatz zu Mary, die im Falle einer Scheidung eh' finanziell versorgt ist, trifft Sylvia eine Kündigung extrem hart. Nicht nur, dass sie ihr Einkommen braucht, sondern auch dass sie eine Frau im fortgeschrittenen Alter ist, kommt da zum tragen. Das Thema ist zeitgemäß und spannend.

Eva Mendes hat eine witzige kleine Rolle als Mätresse Crystal Allen, sie verkörpert den manipulativen Vamp, der den (reichen) Mann am Nasenring zum Traualtar führt, ohne dass der 'was merkt. English schafft es, uns diese Frau näher zu bringen. Zum einen wissen wir, wie ihre Geschichte weitergehen wird (siehe Mary, aber - je nachdem, wie lang die Ehe hält - mit weniger Geld), zum anderen ist ihr Verhalten zumindest nachvollziehbar. Das ist genial gemacht und so viel besser als im Original. Eva Mendes ist aber auch eine Idealbesetzung. Mendes kennt den Unterschied zwischen "sexy" und "billig", was für diesen Film auch enorm wichtig ist.

The Women - Von großen und kleinen Affären stellt verschiedene Frauentypen vor und verzettelt sich dann völlig mit -zig sogenannten "Frauenthemen" gerade so, als hätte Diane English Angst, sie würde nie mehr einen Film machen und müsste deshalb jetzt alles hier hineinpacken. Auf die Art kratzt sie aber kaum an der Oberfläche dieser Themen. Da kann man sich auch den Club der Teufelinnen angucken. Das Original The Women - Die Frauen schneidet allerdings auch nicht besser ab.

Das andere Remake, das diese Woche an den Start ging, Der Tag, an dem die Erde stillstand mit Keanu Reeves, ist deutlich besser gelungen. Drehbuchautor David Scarpa wusste, dass weniger mehr ist...

Soundtrack zum Film: > The Women Soundtrack

The Women - von großen und kleinen Affären - Genre: Dramedy - FSK: ohne Altersbeschränkung - deutscher Kinostart: 11.12.08
Drehbuch: Diane Englisch (TV: Murphy Brown), basierend auf dem Drehbuch The Women (1939) von Anita Loos und Jane Murfin, basierend auf dem Theaterstück von Clare Boothe Luce.
Regie: Diane English

The Women - Von großen und kleinen Affären Cast:
Mary Haines - Meg Ryan
Sylvia Fowler - Annette Bening
Crystal Allen - Eva Mendes
Molly Haines - India Ennenga
Natasha - Natasha Alam
Catherine - Candice Bergen
Tanya - Debi Mazar
Uta - Tilly Scott Pedersen

The Women - von großen und kleinen Affären -- deutscher Trailer (2:19)



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12.03.2008

Love and other Disasters mit Brittany Murphy and Matthew Rhys

Love and other Disasters (5/10)


Genre: romantische Komödie -- Laufzeit: 90 Minuten -- FSK: ab 6 Jahren
DVD-Link:  Love and other disasters


Hey, da ist Kevin Walker (gespielt von Matthew Rhys) aus der TV-Serie Brothers & Sisters! Aber halt, hier heisst er Peter Simon und ist Drehbuchautor... aber sonst ist das so ziemlich die gleiche Figur. Matthew Rhys überzeugt auch hier --- Nur leider ist er im völlig falschen Film. Die romantische Komödie Love and other Disasters ist nämlich nomen-est-omen-mäßig, selbst ein ziemliches Disaster. Zwar hat Autor/Regisseur Alek Keshishian vorher schon Regie geführt, doch dies ist seine erste Arbeit als Drehbuchautor. Kann nur besser werden... vorausgesetzt, ihm fällt tatsächlich 'mal was Neues ein.

An Brittany Murphys (Sin City) Leistung, die Emily "Jacks" Jackson spielt, liegt es nicht, dass der Film so öde ist. Da Jacks eine recht oberflächliche Tusse ist, das aber nicht sein darf, gibt man ihr ein Herz, das für alle Dinge schnulzig und melodramatisch schlägt, so wie man das früher mit den Prostituierten in Filmen machte, die mussten auch immer "Hooker with a heart of gold" sein. Gääääähn.

Jacks arbeitet bei der Britischen Vogue (keine Meryl Streep dabei, also gähn) wo sie öfter mit dem schwulen (gähn) Fotografen (gähn) Sascha (Frederic Anscombre) zu tun hat. Dabei trifft sie auch seinen neuen Assistenten Paolo Sarmiento (Santiago Cabrera, TV: Heroes) und der - so flüstert ihr Pandora (Samantha Bloom, ja, Orlandos Schwester. Orli hat ein winziges Cameo am Ende) zu, sei auch schwul. Nur - und das können wir alles auch aus dem Trailer erfahren, der im Prinzip das ganze Plot schon erzählt - Paolo ist gar nicht schwul. Ausrufezeichen! (gähn). Echt jetzt? So 'ne alte Kamellen tischt man uns auf? Kann das jemand fassen? Mann!

Und weil Paolo ihrer Meinung nach schwul ist, läuft Jacks natürlich splitterfasernackt vor ihm herum, wie das Hetero-Frauen generell immer mit schwulen Film-Männern machen und Jacks das auch eh' mit ihrem Mitbewohner Peter macht. (gähn, würg). Mir fällt gerade der Titel des anderen Films nicht ein, bei dem mich das ursprünglich schon nervte, seither aber öfters bemerkt, dieses Film-Phänomen. Sogar im unvergleichlich besseren Chuck & Larry - wie Feuer und Flamme war so 'ne Szene drin, wenn ich mich nicht irre. [ Darf ich vorstellen: Selektives Gedächtnis mein Name, was darf ich für sie heute unter Teppich des Vergessens kehren?]

Und natürlich will Jacks Peter und Paolo verkuppeln. (gähn). Da Peter nunmal auf jeden Fall schwul ist und bleibt und daher nicht als störender Dritter taugt, muss ein anderer her: ihr Eigentlich-Ex James (Elliot Cowan, Alexander, Der goldene Kompass), dem Jacks nicht das Herz brechen will und den sie sich deshalb als Mann für gewisse Stunden hält.

Einzig die überdrehte Tallulah Wentworth (Catherine Tate, Starter for 10) kann in Love and other Disasters für ein paar Lacher sorgen. Ihr gesteht man mehr Freiheit (sprich: Oberflächlichkeit) zu als Jacks, denn Tallulah müssen wir ja auch nicht mögen. Vielleicht tun wir's gerade deshalb.

Leider gibt es auch eine Therapeutin (Dawn French), die natürlich nichts besseres zu tun hat, als sich über Beziehungen auszulassen. (gähn, Hitch, gähn, Prime, gähn, zig Filme die schon da waren oder -Hilfe- noch kommen --- ich wäre vermutlich nicht so genervt, wäre das Cameo nicht noch geschmacklos und einfach nur blöd.)

Ich habe eine Weile gesucht, um etwas originelles in dem Brit-Film von 2006 zu entdecken, der nach langer Verzögerung nun nicht nur in deutschen, sondern demnächst auch in UK-Kinos anläuft, doch stehe ich mit leeren Händen da und bin deshalb auch ziemlich angefressen, wie man dieser Kritik zweifellos anmerkt. Und warum auch nicht? Wäre der Film klasse, würde man das auch hören, also bitte. There ya go. Für Matthew Rhys gab's allein schon einen Punkt und einen Punkt, weil in dem Film nix Beleidigendes drin war. Mir wurde davon auch nicht schlecht und erträglicher als Nach 7 Tagen ausgeflittert oder Der Glücksbringer war Love and other Disasters (nicht zuletzt deshalb) allemal. Soviel zu den 5 Punkten.

Nicht 'mal als Parodie taugt Love and other Disasters - dafür sollte man sich Walk Hard - Die Dewey Cox Story ansehen, die auch am 13.03. in deutsche Kinos kommt - und super lustig und vor allem kreativ und originell ist. Wow, was für ein Konzept.

Love and other Disasters - deutscher Trailer - (1:46)


Love and other Disasters
Buch und Regie: Alek Keshishian

Cast:
Jacks - Brittany Murphy
Peter - Matthew Rhys
Paolo - Santiago Cabrera
James - Elliot Cowan
Tallulah - Catherine Tate
Freedom - Daniel Lobé
Pandora - Samantha Bloom
Auto - Mini Cooper;) nicht zu übersehen....

Auch im Kino:
Lars und die Frauen --- 10/10! -- 13.03.
Walk Hard - die Dewey Cox Story ---10/10! --13.03.
Sweeney Todd - der teuflische Barbier aus der Fleet Street --- 10/10!
Im Tal von Elah --- 8/10
Die Fälscher --- 9,5/10 Oscar-Gewinner!
8 Blickwinkel - absolut sehenswert, 8,5/10
Michael Clayton -- 8/10
Oscars 2008

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