Kürzlich stellte ich den ersten Trailer zur Literaturverfilmung Der seltsame Fall des Benjamin Button (der ja quasi rückwärts altert bzw. sich verjüngt) ein, jetzt kommt die thematisch verwandte Literaturverfilmungder NovelleJugend ohne Jugendvon Mircea Eliade in die Kinos. Deutscher Kinostart: 10. Juli 2008.
Francis Ford Coppola führte nach langer, langer Pause (sein letzter Film war Der Regenmacher/Rainmaker) endlich einmal wieder Regie und schrieb auch das Drehbuch zu Jugend ohne Jugend - ein Projekt, das ihm, wie er in vielen Interviews sagte, sehr am Herzen lag. Der vor allem durch seine Regiearbeit bei den Godfather-Filmen (Der Pate) bekannt gewordene Coppola hat oft genug gesagt, dass er selbige aus finanziellen Gründen gemacht hat. Er leistet sich jetzt im Alter den Luxus, sich Projekten zu widmen, die ihn persönlich interessieren.
In der Hauptrolle des Professors Dominic Matei, der als Folge eines Blitzschlags plötzlich wieder jung wird, sehen wir --- Tim Roth, (Funny Games U.S., demnächst: The Death of Harry Tobin). Ja, am 10. Juli ist auch der offizielle Filmstart vonDer unglaubliche Hulk, in dem Roth als Fiesling dabei ist.
Mateis Angebetete Laura wird von Alexandra Maria Lara gespielt (demnächst: Der Baader Meinhof Komplex, Der Vorleser, undSpike LeesMiracle at St. Anna (Das Wunder von St. Anna) -- allesamt Literaturverfilmungen), Bruno Ganz spielt den Professor Stanciulescu. Ganz ist demnächst auch im BM-Komplex und der Vorleser zu sehen)
Jugend ohne Jugend (Originaltitel: Youth Without Youth) -- deutscher Trailer
Aus gegebenem Anlass muss ich hier wohl ein paar Selbstverständlichkeiten zur Kommentar-Funktion ansprechen. Sinn der Kommentar-Funktion ist es, zu einem Gedankenaustausch über den betreffenden Film bzw. Cast und Crew beizutragen.
1. Grundregel: Play nice. Jeder hat eine Meinung *zum Film* und die hören wir auch gerne. Gegensätzliche Meinungen sind herzlich willkommen. Denkt bitte daran, dass es kein "richtig" oder "falsch" gibt, sondern dass die Meinungen und die Kommentatoren gleichberechtigt und demnach zu respektieren sind. Trolls haben hier nix verloren, flame wars kappen wir das oxygen.
2. Keine Spoiler in Kommentaren, diese werden nicht veröffentlicht. Das ist auch der Grund dafür, weshalb ich mir die Kommentare erst einmal angucken muss. Ja, es sollte eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber allem Anschein nach nicht.
3. Die Kommentar-Funktion hat eine Vorschau. Wer danach auf "publish" drückt und seinen Kommentar losschickt, der gibt damit sein Einverständnis, dass selbiger Kommentar unwiderruflich in den Kommentaren stehen bleibt. Also erst 'mal drüber schlafen, vielleicht? Aus Zeitgründen ist es leider nicht möglich, bezüglich bereits publizierten Kommentaren auch noch in Dialog zu treten (außer in den Kommentaren selbst).
4. Spam wird nicht veröffentlicht. Wer kein Konzept hat, was Spam wohl sein könnte, der informiere sich bitte über "Nettiquette in Foren", da dürfte alles drin stehen. Hat sich in den vergangenen 10 Jahren nicht geändert... Diese Nettiquette findet auch für die Kommentare hier Anwendung.
5. Der Anbieter dieser geistigen Ergüsse behält sich das Recht vor, unpassende Kommentare nicht zu veröffentlichen. Als unpassend erachten wir u. a.: Spam; Spoiler; Beleidigungen explizit oder impliziert; rassistische, sexistische, altersdiskriminierende, gewaltverherrlichende, pornographische und ähnlich geartete Aussagen, die lediglich zur Verbreitung dieser -ismen beitragen und ein schlechtes Klima schaffen. Dass wir Menschen ethnozentristisch sind, ist leider Fakt. Doch kann man lernen, über den Tellerrand zu blicken und die fließend erscheinende Grenze zwischen ethnozentristisch und rassistisch bewusster wahrzunehmen und seine Aussagen diesbezüglich zu checken.
6. Hate-Speech ist völlig indiskutabel. Als Hate Speech empfinden wir u. a. auch den Wortkrieg zwischen über- und untergewichtigen Menschen in all seinen (derzeit leider immer noch vielerorts akzeptierten und in den Medien gewinnbringend ausgeschlachteten) Formen. Demzufolge sind z. B. Bezeichnungen wie "fette Kuh" samt Gegenstück "Hungerhaken" gleich inakzeptabel.
7. Nehmt bitte Abstand von homophoben bzw. übermäßig heterozentristischen Aussagen.
8. Kommentare, die die übliche Länge überschreiten, sollten einen klaren Fokus haben und die Gundlage für eine Diskussion schaffen. Trifft das nicht zu, wird der Kommentar evtl. gekürzt. Kürzung liegt alleine im Ermessen des Moderators. Siehe auch Punkt 3 und 5.
Nicht vergessen - wir wollen hier in erster Linie Fun haben und gefahrlos abhängen. Ärgern bzw. aufregen können wir uns auf der Arbeit und/oder im Politik-Forum ;)
Nach ein paar superpedantischen Vorab-Kritiken war ich auf das Schlimmste vorbereitet und wartete auf den Moment, in dem Hancock in sich zusammenfallen würde. Der Moment kam nicht. Statt dessen wurde ich angenehm überrascht.
Diese 150-Millionen-Dollar Produktion traut sich 'was. Nicht nur, dass Hancock ein deprimierter Superheld ist, der sich rund um die Uhr die Birne zuknallt und jeden anmacht egal, ob Kind oder Oma, was äußerst witzig ist... nicht nur, dass sich Hancock selbst als Superhelden-Film nicht ganz ernst nimmt, sondern den Superhelden aus einem anderen Blickwinkel betrachtet und uns das zeigt, was wir sonst nicht zu sehen kriegen (was bei einigen Fans des Genres vermutlich nicht gut ankommen wird).... zusätzlich hält Hancock uns aber auch noch den Spiegel vor und was wir da sehen, gibt zu denken.
Kann man die Welt retten, auch wenn sich die Welt dagegen wehrt? Das ist die zentrale Frage, die hinter der Action-Komödie Hancock hervorschaut - mit einem lachenden und einem weinenden Auge. John Hancock selbst rettet besoffen, fluchend und mit zusammengebissenen Zähnen jeden Tag Menschenleben, obwohl das weder seiner Wut noch seiner Depression hilft und er ständig nur Ablehnung erfährt. Eigentlich hat Hancock längst aufgegeben. Ray Embry appelliert in seinem Job als PR-Berater an das Gute im Anzugträger-mit-der-dicken-Brieftasche und erntet nur Spott. Ray hält allerdings mit kindlichem Idealismus an seiner Idee fest und will nicht aufgeben. Die beiden Idealisten, die Menschenleben über Profit stellen, sind also wie gemacht für eine Zusammenarbeit.
Als wir John Hancock (Will Smith, I am Legend, demnächst: Seven Pounds) kennenlernen, richtet er bei einer Rettungsaktion 9 Millionen Dollar Sachschaden an. Selbst die Sprecher in den TV-Nachrichtensendungen reden von seinen "sogenannten Heldentaten" und fügen anklagend hinzu, dass "Hancock wie üblich nicht für einen Kommentar zur Verfügung stand". 600 Zivilklagen hat der ungeliebte Held bereits am Hals.
Ähnlich geht es auch dem PR-Spezialisten Ray Embrey (Jason Bateman, Nie wieder Sex mit der Ex,Juno, demnächst: State of Play). Er will mit seinem PR-Konzept "All Heart" Menschenleben retten und gleichzeitig das Image der Pharma-Industrie verbessern - doch die Anzugträger, denen er vorschlägt, ein TB-Medikament kostenlos zu verteilen, halten ihn für verrückt. Leben retten auf Kosten des Profits? Kommt nicht in die Tüte.
Nachdem Hancock Ray das Leben gerettet hat, will dieser ihm als Dank zu einem besseren Image verhelfen. Nach der Pleite mit "All Heart" erwarten wir, dass auch das in die Hose geht. Rays Sohn Aaron (Jae Head) ist ein großer Fan von Hancock, doch seine Frau Mary (Charlize Theron, Im Tal von Elah, demnächst: Sleepwalking, The Burning Plain, The Road) steht ihm ablehnend gegenüber. Ray ist unbeirrbar. Endlich hat er jemanden gefunden, der seine Vision teilt, einen Gleichgesinnten. Das gibt ihm wieder Hoffnung und eine neue Aufgabe.
Rays Strategie funktioniert wider Erwarten: Hancock geht freiwillig in's Gefängnis (wo er viele der Verbrecher trifft, die er dorthin gebracht hat), nimmt an der dortigen Aggressions-Gruppentherapie teil und nach relativ kurzer Zeit lässt man ihn frei, damit er bei einer Geiselnahme helfen kann. Dort trifft er auf den Geiselnehmer Red (Eddie Marsanin einer ähnlich menschenverachtenden Rolle wie in Happy-Go-Lucky. Demnächst: The Restraint of Beasts, Me and Orson Welles), der es sich zum Lebensziel macht, Hancock aus dem Verbrecherweg zu räumen.
Es gibt einige Überraschungen in Hancock, mit denen ich nicht gerechnet hatte, und die kamen wirklich gut. Eine "Kampf der Giganten" Szene (nicht wie üblich ganz am Ende) war nicht nur was für's Auge, sondern auf Grund mehrerer Dinge, die ich hier nicht ausführen kann (Spoiler), auch extrem lustig und hat mir gut gefallen.
Ganz am Ende wird uns allerdings eine Begründung für Hancocks Weggang bzw. Abflug gegeben, die ich zwar verstand, die aber bei mir nicht gut ankam. Ich hatte mich während des Films schon gefreut, dass es eine Sequel geben kann und mir vorgestellt, wer dabei mitspielt.... Nach der Begründung sah die hypothetische Sequel-Besetzung dann ganz anders aus.. (Medienberichten zufolge ist Hancock 2 durchaus geplant und wird kommen, falls Hancockein Erfolg wird. Ich hätte absolut nichts dagegen.)
Wenn Hancock in Aktion ist, dann behandelt er Menschen und Dinge, als wären sie seine persönlichen Spielsachen, gibt dem Wort "Toys" neue Bedeutung. Die Special Effects sind dem riesigen Budget entsprechend cool, trotzdem ich mich ab und zu schon fragte, ob eine Sekunde des Schwankens (nach einer Landung Hancocks) auf den Suff zurückzuführen sein soll oder unbeabsichtigt im Film blieb. Ich konnte mir in diesen Momenten gut die Seile vorstellen, an denen Will Smith während der Aufnahme hing. Überhaupt sind einige der Action-Szenen recht spoofig, was kein Nachteil sein muss.
Will Smith ist super in dieser tollen Rolle. Auch Charlize Theron hatte einiges zu tun, hat mich allerdings nicht völlig überzeugt. Sie litt unter auffälligem Rot-Augen Syndrom ähnlich der heulsusigen Hauptfiguren in Baz Luhrmans Romeo und Julia, bei denen man das wenigstens nach zwei Litern Tränen pro Kopf verstehen konnte. Man fragt sich hier, ob's die Kontaktlinsen waren oder das Millionste Take der Heul-Szene (vermutlich Letzteres). Jason Bateman hatte im Vergleich dazu in seiner Gutmensch/Vater-Rolle wenig Möglichkeiten, uns die Bandbreite seines Könnens zu demonstrieren.
Hancock - Genre: Action-Komödie -- FSK: ab 12 -- Spieldauer: 92 Minuten
Drehbuch: Vincent Ngo & Vince Gilligan
Regie: Peter Berg (Operation: Kingdom)
Hancock Trailer deutsch
Hancock Cast:
Hancock - Will Smith
Ray Embrey - Jason Bateman
Mary Embrey - Charlize Theron
Aaron Embrey - Jae Head
Red - Eddie Marsan
Jeremy (cameo) - Johnny Galecki (TV: The Big Bang Theory)
Heute ein neuer Trailer, der red band Trailer (also nur für Erwachsene!) und ein kleines Video, in dem uns Filmemacher Alex Aja ein bisschen 'was über dieses Remake erzählt. (Hier hatten wir ja schon von Kiefer Sutherland gehört...)
Deutscher Kinostart: voraussichtlich 30.10.2008, Premiere im Rahmen des 22. Fantasy Filmfests. Kritik und Trailer zur koreanischen Vorlage Into the Mirror.
Mirrors - Red band Trailer (ab 18) - (2:29)
Regisseur und Co-Autor Alex Aja über Mirrors (1:53)
Über Hancock, die neue Action-Komödie mit Will Smith in der Titelrolle kann man schon seit Monaten lesen. Das Projekt ist mit riskanten 150 Millionen US-$ Produktionskosten ein potentieller Sommer Blockbuster, der derzeit anscheinend auch noch etliche Millionen an Werbekosten verschlingt - um eben den Riesenumsatz zu machen, der benötigt wird. (Also rd 300 Mio alleine um die Prodkosten wieder hereinzuholen...). Dazu müssen ein paar Voraussetzungen erfüllt sein....
Für den Riesenumsatz ist für gewöhnlich eine Jugendfreigabe nötig - wenigstens ab 13 sollte der Film sein. Doch das war für Hancock, den fluchenden und saufenden Anti-Helden, der auch noch ein Mann sein sollte, ein echtes Problem. Nicht wirklich überraschend, wenn man sich die strengen Regeln der MPAA anguckt, über die's ja eine bissige Dokumentation gibt > This Film Is Not Yet Rated, die jeder Filmfreund gesehen haben sollte. Dass man letztlich den Film diesen Regeln beugen muss, ist soooo 30er Jahre.... In der NYT gab's im Mai zu Hancocks Problemen einen guten Artikel.
Ich werde mir Hancock in der Preview (synchro-Fassung) mit den Jungs und Bier angucken, da die OV-Vorstellungen völlig überlaufen sind. Die Kritik folgt dann morgen. ist jetzt hier zu finden: Hancock Kritik.