31.03.2010

Twilight 4 - Biss zum Ende der Nacht: Regisseur?

Die Dreharbeiten zu Twilight 4, also Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht sollen im Herbst losgehen. Melissa Rosenberg schreibt wieder das Drehbuch bzw. in diesem Fall die Drehbücher, denn Biss zum Ende der Nacht soll nicht in einen Film gequetscht werden, sondern es wird - wie auch bei Harry Potter - (ziemlich sicher) zwei Filme geben. (Buch-Link: Bis(s) zum Ende der Nacht )

Was fehlt noch?

Stars braucht man keinen neuen, die stehen ja nun schon lange genug unter Vertrag für alle Teile (zumindest die Hauptfiguren). Was fehlt ist -- ein Regisseur oder eine Regisseurin.

Bei Twilight - Biss zum Morgengrauen führte ja Catherine Hardwicke Regie, bei New Moon - Biss zur Mittagsstunde war's Chris Weitz und bei Eclipse - Biss zum Abendrot saß David Slade (30 Days of Night) im Regiestuhl.

Keiner dieser 3 Regisseure steht derzeit auf der Auswahlliste (sind aber auch busy). Statt dessen ist die Produktionsfirma Summit Entertainment an 4 andere Regisseure herangetreten, auf die bestimmt kein Twilight-Fan gekommen wäre:

Stephen Daldry (Billy Elliot, The Hours - Von Ewigkeit zu Ewigkeit, Der Vorleser) ist der neueste Zugang der Liste. Wärst du auf diese Idee gekommen? Nee, oder? Nicht in einer Million Jahre! Der Vorleser war aber ein toller und toll gemachter Film und die anderen beiden waren ja wohl auch nicht schlechter. Zeit hätte der Brite, auf seiner Tanzkarte ist genug Platz.

Gus Van Sant (Good Will Hunting, Finding Forrester, Milk) ist von der vieren der Regisseur, der die meiste Erfahrung aufweisen kann. Sein nächster Film (Restless) ist schon in der Postproduktion, Zeitprobleme dürfte es keine geben, soweit ich das sehe. Gus Van Sant hat in der Vergangenheit eine Mischung aus Nischen-Filmen wie z. B. Cowgirl Blues und Mainstreamern wie Good Will Hunting gedreht - bei dem überrascht uns also nix mehr! ;) Außerdem dürfte Gus Van Sant nix fremd sein - also auch keine Vampire oder Werwölfe.

Sofia Coppola (Das Geheimnis ihres Todes, Lost in Translation, Marie Antoinette). Die Tochter von Francis Ford Coppola würde ich ungern mit Breaking Dawn - Biss zum Ende der Nacht assoziieren. Wenn ich nur daran denke, dass sie mit ihrem dünnen sogenannten "Drehbuch" für Lost in Translation einen Oscar für Bestes Original-Drehbuch gewonnen hat, steigt heute noch mein Blutdruck. Ihre Marie Antoinette (Drehbuch und Regie) war nett anzusehen, mehr aber auch nicht. Viel Stil, wenig interessante Story. Ob sie überhaupt bereit wäre, sich diversen Vorgaben anzupassen? Glaube ich nicht.

Bill Condon (Gods & Monsters, Kinsey, Dreamgirls) hat zwei Filme in Pre-Produktion, zu einem hat er auch das Drehbuch geschrieben. Ob der wirklich die Zeit (und Nerven?) für dieses Projekt hat? Er soll erst im Sommer mit dem Dreh für sein Richard Pryor Bio-Pic anfangen...

Dieses Regisseur-Roulette ist ja immer ganz witzig. Die letzte Regisseur-Suche war bekanntlich auch sehr spannend. Ob derjenige welcher hier schon dabei ist?

Die Uhr tickt....

Endlich da (enthält Szenen aus Eclipse - Biss zum Abendrot!;)--- die DVD -- New Moon - Biss zur Mittagsstunde (2 Disc Fan Edition inkl. Bonusmaterial)

Twilight 1 - 4 Hauptseite
-- Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer

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28.03.2010

Drachenzaehmen leicht gemacht Kritik + Trailer

Der Animationsfilm Drachenzähmen leicht gemacht erzählt die Geschichte des Wikingerjungen Hicks, der statt zum Drachentöter zum Drachenbändiger wird und aus feindlichen Drachen Haustiere macht. Das Drehbuch basiert auf der Buchvorlage von Cressida Cowell (Buch-Link: Drachenzähmen leicht gemacht: Ein Handbuch für Wikinger von Hicks dem Hartnäckigen).

Jetzt auf DVDDrachenzähmen leicht gemacht

Der schmächtige Teenager Hicks will ein richtiger Wikinger werden und Drachen töten, wie das von ihm erwartet wird. Dafür hat sich der kleine Tüftler auch einige Dinge einfallen lassen, die ihm die Jagd erleichtern. Doch als er dann seinen ersten Drachen töten und ihm das Herz herausschneiden will - genau wie der Jäger im Märchen Schneewittchen - merkt er erst, dass er das nicht über sich bringt. Er will nicht töten.

Überrascht stellt Hicks fest, dass der Drache auch kein Interesse daran hat, ihn zu töten. Diese Erkenntnis steht im krassen Widerspruch zu allem, was man Hicks in der Drachenschule beigebracht hat. Ja, die Wikinger veranstalten eine Drachenschule, die sehr an die Bundeswehr erinnert. Hicks wirft ein, dass es schon genug Kriege gibt, aber vielleicht Brot wichtiger wäre, doch damit stößt er auf taube Ohren. Was ein echter Wikinger ist..

Hicks experimentiert mit "seinem" Drachen, den er Ohnezahn nennt herum, und bald kann er mit ihm fliegen gehen. Er lernt durch Ohnezahn auch andere Drachen kennen, was ihm Vorteile gegenüber den anderen Drachenschülern verschafft. Besonders die Wikingerin Astrid findet das gar nicht cool, denn sie will Hicks ausstechen. Ohnezahn hilft ihm dabei, Astrid zu beeindrucken...

Die Szenen, in denen Hicks mit Ohnezahn alleine ist, funktionieren wunderbar. Sie sind rührend und superwitzig und süß. Auch die Geschichte mit Astrid ist ganz interessant. Nicht ganz so gelungen finde ich das Drumherum mit den Wikingern. Da gibt's Längen. Auch hat man eine Chance für mehr lustige Szenen vertan, indem man den witzigen Schluß mit wenigen Bildern abgehakt hat.

Die positiven Veränderungen in dem Wikinger-Dorf Berk, das Umdenken und Umlernen, hätte durchaus ein paar mehr Szenen verdient. Dass die Drachen vom Nahrungsmittel zum Haustier avancieren, ist zwar ein Schritt in die richtige Richtung (weg vom töten), aber trotzdem ein wenig unglücklich. Vom gleichberechtigten Gegner zum Untertan? Wie gesagt, da hätte man noch mehr nachlegen sollen.

Optisch ist der Film gelungen. Insgesamt würde ich Drachenzähmen leicht gemacht eher in der Nachbarschaft von Kung Fu Panda ansiedeln als ihn mit genialen Sternstunden wie z. B. Ratatouille zu vergleichen.

Das zugehörige Game ist für Kinder ab 6 Jahren freigegeben: Drachenzähmen leicht gemacht - Game

Die Filmmusik von Komponist John Powell (Ice Age 3, Bolt, Hancock, Kung Fu Panda) mit all ihrer Orchestergewalt passt sehr gut zum Film. Link: Drachenzähmen Leicht Gemacht

Drachenzähmen leicht gemacht -- Genre: Animationsfilm -- deutscher Kinostart: 25.03.10 -- Länge: 98 Minuten -- FSK: ab 6 Jahren
Drehbuch: Dean DeBlois und Chris Sanders, Adam F. Goldberg, Peter Tolan, basierend auf der Buchreihe von Cressida Cowell
Regie: Dean DeBlois und Chris Sanders

Drachenzähmen leicht gemacht Trailer deutsch

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Andere Neustarts der Woche:
Blind Side - Die große Chance (mit Sandra Bullock) -- Remember Me (mit Robert Pattinson)

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27.03.2010

Remember Me Kritik - mit Robert Pattinson

Das Drama Remember Me mit Robert Pattinson (Twilight 1 - 4) beschäftigt sich mit dem Thema Trauer und welche Auswirkungen ein Todesfall auf die hinterbliebenen Familienmitglieder haben kann. Fans von Robert Pattinson sollten zwar wissen, dass es sich hierbei nicht um einen Liebesfilm (und schon gar nicht um einen mit einem Happy End) handelt, aber können sich freuen, dass Pattinson im Mittelpunkt steht und in diesem Film gute Arbeit leistet. (Update: dafür wurde er jetzt mit einem Teen Choice Award belohnt!)

Jetzt ist die DVD da! Link: Remember Me - Lebe den Augenblick

1991 musste die damals 11-jährige Ally Craig miterleben, wie ihre Mutter (Martha Plimpton, TV: Good Wife) erschossen wird. Zehn Jahre später ist ihr Vater, der Polizist Neil Craig (Chris Cooper, Married Life, Enttarnt), immer noch überfürsorglich und würde seine erwachsene Tochter am liebsten rund um die Uhr beschatten lassen. Ally hat für das Verhalten ihres Vaters Verständnis und gelernt, ihm nicht immer die Wahrheit zu sagen.

Auch Tyler Hawkins (Robert Pattinson) musste schon einen Verlust hinnehmen. Vor sechs Jahren brachte sich sein Bruder Michael um. Da sich Tylers Vater Charles (Pierce Brosnan, Mamma Mia!, Ghost Writer) seither in seine Arbeit stürzt und seine Kinder völlig vernachlässigt, kümmert sich Tyler rührend um seine kleine Schwester Caroline (Ruby Jerins).

Tyler steckt immer noch in der Wut-Phase der Trauer fest, die sich mit einer Ladung Zorn auf seinen Vater mischt. Da kommt ihm eine Schlägerei gerade recht. Tyler und sein Kumpel Aidan (Tate Ellington, TV: Good Wife) werden verhaftet, Tylers Vater zahlt die Kaution. Aidan kommt auf die Schnapsidee, es dem Polizisten heimzuzahlen. Tyler spricht dessen Tochter Ally (Emilie de Ravin, Public Enemies, TV: Lost) an und bald sind die beiden ein Liebespaar. Das war zwar nicht der Plan, aber er macht sich darüber keine Gedanken und lebt den Moment... (Foto: Robert Pattinson, Emilie de Ravin. © 2009 Concorde Filmverleih GmbH)

Remember Me ist einer dieser Filme, die man trotz all ihrer Mängel mögen will. An den schauspielerischen Leistungen der Beteiligten ist absolut nicht auszusetzen. Wenn da nur nicht das Drehbuch (von Neuling Will Fetters) wäre, das nicht nur Drama, sondern D-R-A-M-A! liefert und ein paar Revisionen von gut entfernt ist. Die Plotpunkte sind laut und fühlen sich oft arg konstruiert an und das Ende ist ähnlich reißerisch wie der (da noch sehr effektive) Anfang. Echt schade drum. Die Figuren haben nämlich viel Potenzial, das man nicht nutzt. Statt dessen werden sie in Klischees erstickt. Aus Remember Me hätte man gut eine Love Story (ich meine den Film mit Ali McGraw und Ryan O'Neil) für die Gegenwart machen können.

Positiv bewerten kann man die Sets. Hier werden uns nicht schöne und große Wohnungen präsentiert, die sich in New York keine der Hauptfiguren würde leisten können, sondern erstaunlich authentisch aussehende Räume. Das hat was, das schafft Atmosphäre.

Der Remember Me Soundtrack liefert Titel von Lucious Jackson, Ani diFranco etc. und entspricht somit dem Drehbuch;) (Link: Remember Me). Was viel besser zur Grundstimmung der Story passt ist die Klaviermusik von The Soundtrack Masters (Link: Remember Me).

Remember Me -- Genre: Drama -- deutscher Kinostart: 25.03.10, DVD-VÖ: 30.08.10 -- FSK: ab 12 Jahren
Drehbuch: Will Fetters
Regie: Allen Coulter (Die Hollywood-Verschwörung, sonst nur TV)

Remember Me Trailer deutsch



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Andere Neustarts: Blind Side - Die große Chance (mit Sandra Bullock) --Drachenzähmen leicht gemacht

TV-Serien Episodenguides: Gossip Girl 2 -- Good Wife -- Grey's Anatomy -- Private Practice --

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25.03.2010

Blind Side - Die grosse Chance - Sandra Bullock - Kritik + Trailer

Blind Side - Die große Chance mit Sandra Bullock erzählt die inspirierende wahre Geschichte des Footballstars Michael Oher und der Familie Tuohy. Das Drehbuch basiert auf dem Sachbuch von Michael Lewis, das bisher nur in englischer Sprache erschienen ist: The Blind Side: Evolution of a Game (Buch-Link).

Blind Side - Die große Chance erhielt eine Oscar-Nominierung als Bester Film des Jahres, Sandra Bullock gewann einen Oscar in der Kategorie Beste Hauptdarstellerin.

Blind Side ist jetzt auf DVD erschienen! Link:  Blind Side - Die große Chance

Als Leigh Anne Tuohy (Sandra Bullock, Selbst ist die Braut, demnächst: Verrückt nach Steve) den Teenager Michael Oher (Quinton Aaron, Be Kind Rewind - Abgedreht) bei Eiseskälte in dünner Kleidung herumlaufen sieht ist ihr gleich klar, dass der Mitschüler ihrer Tochter (Lily Collins) Hilfe braucht. Wie sich herausstellt, ist die drogensüchtige Mutter Oher verschwunden und "Big Mike" praktisch obdachlos. Der stille Junge versucht einfach, mit der Situation zurechtzukommen,

Die Familie Tuohy nimmt den Jungen erst einmal vorübergehend auf. Leigh Anne setzt sich für Mike ein, auch wenn sie damit bei etlichen Leuten aneckt. Ecken gibt es einige, denn auch für ihre Bekannten, die gerne bei Wohltätigkeitsveranstaltungen im Rampenlicht das Scheckheft ziehen oder sich für den angesagten guten Zweck des Tages einsetzen, ist das ein bisschen zu nah am eigenen Leben dran. Leigh Anne hält sich aber nicht mit Debatten, Vorbehalten oder schönen Reden auf - sie ist zielorientiert wie ein Sportler.

Die Tuohys und der ruhig Mike wachsen zu einer Familie zusammen. In diversen Interviews betonte die Familie Tuohy, dass nicht nur Mike davon profitiert hat, sondern dass er eine Bereicherung für die Tuohys war und ist. Das kann der Film wunderbar vermitteln. Besonders deutlich sieht man es an der Beziehung zwischen Mike und dem kleinen SJ Tuohy (Jae Head, Hancock). (Foto (c) Warner Bros. Ent: Sandra Bullock, Jae Head, Quinton Aaron.)

Unbeirrbar kämpft Leigh Anne für das, was sie für das einzig Richtige hält ohne viel Aufhebens darum zu machen. Ihr Selbstbewusstsein zieht Leigh Anne einerseits natürlich aus ihrem Status als wohlhabende Frau, zum anderen aus ihrer Auffassung von Moral, Recht und Familie, in die sie sich nicht dreinreden lässt. Geht nicht gibt's bei ihr nicht, davon kann auch ihr Mann, der Geschäftsmann Sean Tuohy (Tim McGraw, Mein Schatz, unsere Familie und ich) ein Lied singen. Und das Lied ist keine traurige Ballade, sondern ein Liebeslied. (Foto (c) Warner Bros. Ent: Sandra Bullock, Tim McGraw.)

Als Mike sich zum erfolgreichen Sportler entwickelt, kommen die Nein-Sager wieder aus ihren dunklen Höhlen gekrochen und haben diverse Unterstellungen im Gepäck. (Keine gute Tat bleibt ungestraft...)

Ähnlich also auch wie diejenigen Kritiker, die sich lieber weiterhin "wichtige" Filme über die Probleme ansehen und anscheinend wenig Interesse an individuellen Lösungsmöglichkeiten haben, die nicht in ihr eng eingegrenztes Bild von politischer Korrektheit passen. Da wird z. B. wieder einmal die Hautfarbe angeführt. Wären die Tuohys Afro-Amerikaner, wäre das alles kein Thema. Aber so wird ihre Nächstenliebe zum Politikum, ihre Hautfarbe entwertet ihr Verhalten. Und außerdem sind sie Südstaatler, und gegen Südstaatler hegt man bekanntlich auch immer noch ein Vorurteil. Echt jetzt? Weiter sind wir noch nicht? Wie lange noch soll eigentlich jeder Mensch über seine Hautfarbe definiert werden - 10, 20, 30 Jahre oder bis in alle Ewigkeit? Blind Side - Die große Chance ist ein amerikanischer Film, wie auch immer wieder mit der ach so hippen Abwertung bemerkt wird, die mir persönlich unerklärlich ist.

Dass man mit den ganzen Vorbehalten an genau dem Zustand festhält, den man so abscheulich findet, kommt nicht in den Kopf. Sie haben den Blick für das Einzelschicksal völlig verloren, warten auf Gesetzesänderungen, staatl. Gelder und ähnliche Dinge, über die man natürlich erst einmal jahrelang debattieren muss, und deren Verwendung und Nutzen dann auch wieder fraglich sind, während Leute wie Mike unter dem System leiden. Nur gut, dass die Tuohys Macher sind, die sich nicht mit Geschwätz aufhalten.

Der Film Blind Side - Die große Chance schafft es, uns diese erstaunliche wahre Geschichte interessant zu präsentieren - ohne Melodrama und Schmalz. Ohne lange Reden, was alles schlecht und traurig und schwierig und ungerecht ist. Hier wird der Ansatz präsentiert, dass man Veränderungen sofort erfolgreich durchführen kann; dass der einzelne Mensch viel bewegen kann, so er denn will. Einen Ansatz, den übrigens viele erfolgreiche Geschäftsleute schon lange für den erfolgreichsten halten - beruflich wie privat. Keine schlechte Message also. Gekauft.

Blind Side - Die große Chance deutscher Trailer


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Blind Side - Die große Chance -- Genre: Drama -- deutscher Kinostart: 25.03.2010, DVD-VÖ: 30.07.10 -- Länge: 128 Minuten -- FSK: ab 6 Jahren
Drehbuch: John Lee Hancock (Alamo - Der Traum, das Schicksal, die Legende), basierend auf der Biographie The Blind Side: Evolution of a Game von Michael Lewis.
Regie: John Lee Hancock (Alamo, Die Entscheidung - eine wahre Geschichte)

Andere Neustarts der Woche: Remember Me mit Robert Pattinson -- Drachenzähmen leicht gemacht

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18.03.2010

Legion Kritik + Trailer - Quaid, Bettany, Walsh

Wer schon beim Legion Trailer (siehe unten) grinst oder gar herzhaft lacht, der sollte sich sofort Kinotickets kaufen und sich auf einen höchst amüsanten Abend gefasst machen. Den Film samt seiner ohrenbetäubenden Musik, die ihrerseits wie ein Spoof auf die Scores des Genres daherkommt, darf man keinesfalls ernst nehmen, sonst rauft man sich die Haare, rollt fast den ganzen Film lang mit den Augen und verzweifelt an der Frage, wie dieser Flick der Neulinge Scott Stewart (Buch & Regie) und Peter Schink (Co-Autor) zu seiner Starbesetzung gekommen ist. Oder man kann Tränen lachen, sofern man schon vorher eine Ahnung hat, was einen da erwartet...

Der alttestamentarische Gott - also der kleinliche und gewalttätige Gott, der die Menschen mit grausamen Strafen zu Gutmenschen "erziehen" wollte bzw. frustriert das Handtuch warf (Sintflut) - ist zurück, hat nichts dazugelernt und schwingt wieder die Peitsche. Dabei bedient er sich u.a. seines alten Repertoires (einer Auswahl seiner "zehn Plagen", ein wahrer Evergreen...).

Während er sich schon genüsslich austobt, kämpfen ein paar Leute im Diner Paradise Falls (!) in der Mojave-Wüste noch mit ihren eigenen Alltagsproblemen: Sandra Anderson (Kate Walsh, TV: Grey's Anatomy, Private Practice) und ihr Mann Howard (Jon Tenney, TV: The Closer) sind mit ihrer aufmüpfigen Tochter Audrey (Willa Holland, TV: O.C. California) vollauf beschäftigt, die hochschwangere Bedienung Charlie (Adrienne Palecki) kann sich nicht auf ihr Kind freuen und der Besitzer des Diners, Bob Hanson (Dennis Quaid, 8 Blickwinkel, GI Joe), hat sich sein Leben anders vorgestellt. Foto rechts: Walsh, Holland, © 2010 Sony Pictures Releasing GmbH

Nur gut, dass der Erzengel Michael (Paul Bettany, Die Bienenhüterin, demnächst: Young Victoria) sich entschlossen hat, auf Erden als Mensch herumzuwandeln und den Erdenbürgern beim Kampf um's nackte Überleben beizustehen. Vor allem natürlich der schwangeren Charlie, deren Nachwuchs - wer hätte das gedacht? - unbedingt beschützt werden muss, denn er wird einmal Heldentaten vollbringen. Wo ist der Fluss, der Moses seiner Bestimmung zuführen soll? fragt sich da mehr als ein Mensch....

Was wäre Legion ohne einen "Kampf der Giganten"? Unvollständig, ganz klar. Der Gegner ist wieder einmal der Erzengel Gabriel (Kevin Durand, X-Men Origins: Wolverine, demnächst: Robin Hood), der uns demonstriert, dass die Racheengel heute nicht nur mit enormen Flügeln ausgestattet herumflattern, sondern auch über coole Waffen verfügen (ganz zu schweigen von dem Outfit, das irgendwie an Rom erinnert... ;) [Apropos Männer mit Flügeln - diese Woche startet auch der Familienfilm Zahnfee auf Bewährung mit einem beflügelten Dwayne "The Rock" Johnson im Ballett-Tutu. Auch eine Komödie.]

Der finale Zweikampf zwischen Kain und Abel Gabriel und Michael wird ziemlich intim und homoerotisch, was dem Spoof-Charakter dieses B-Movies sehr zugute kommt. Den Kampf würde ich in den nächsten Teil (so es denn einen gäbe) von Celluloid Closet aufnehmen, das hat er total verdient. (Link: The Celluloid Closet - Gefangen in der Traumfabrik)

Wirklich neu sind diverse Storyelemente von Legion also höchstens für junge Leute, denen christlicher Kindergottesdienst und Religionsunterricht erspart geblieben ist und denen auch das Genre noch fremd ist. Willkommen im Club, auch ihr entkommt den Kirchenmythen nicht, die anscheinend unbedingt als Bestandteil unserer Kultur erhalten bleiben sollen, auch wenn die skandalgebeutelte Institution den Bach 'runtergeht.

Auch mit dabei sind übrigens Lucas Black (Jarhead, Fast and Furious 3) als Hansons Sohn, Tyrese Gibson (Transformers, Death Race) und Charles S. Dutton.

Noch besteht Hoffnung, dass das nächste Projekt des Regisseurs - die Adaption Priest - weniger lustig, dafür aber spannender wird. (Immerhin gibt's darin nicht nur einen aufmüpfigen Priester (Paul Bettany, so ein Zufall aber auch), sondern auch trendige Vampire. Ob Stephen Moyer (Restraint - Wenn die Angst zur Falle wird), bekannt als Bill Compton aus der TV-Serie True Blood, wieder einen Vampir spielt?)

Legion -- Genre: Action/Thriller/Horror -- deutscher Kinostart: 18.03.2010 -- Länge: 100 Minuten -- FSK: ab 16 Jahren
Drehbuch: Peter Schink und Scott Stewart
Regie: Scott Stewart

Legion Trailer deutsch

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11.03.2010

Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer

Update: Endlich ist er da, der erste Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer (auch in deutsch)! (bitte 'runterscrollen)

Hunderttausende Fans der Twilight-Serie haben sich schon die unzähligen gefakten Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer angesehen, die einige Fans aus Szenen der beiden ersten Twilight Filme zusammengeschnitten und bei youtube und anderswo hochgeladen haben.

Summit Entertainment hatte angekündigt, den Eclipse-Trailer zusammen mit Robert Pattinsons neuem Film Remember Me (auch von Summit) vorzustellen (Remember Me läuft dieses Wochenende (Fr) in den USA an und kommt am 25.03.10 in die deutschen Kinos).

Jetzt schon haben wir allerdings als ersten Vorgeschmack einen klitzekleinen Video-Clip bekommen. Und ja, das ist kein Fake, der Clip ist tatsächlich aus Elipse - Biss zum Abendrot, das am 15.07.2010 in die deutschen Kinos kommt.

Ein paar Ausschnitte aus Eclipse sind übrigens auch auf dieser DVD enthalten: New Moon - Biss zur Mittagsstunde (2 Disc Fan Edition inkl. Bonusmaterial)

Okay, ich halte jetzt den Mund und lass Euch gucken.

Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer deutsch



Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer (engl) (1:35)



Twilight 3 - Eclipse - Biss zum Abendrot Trailer Clip (engl.)



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Fall 39 Kritik - Zellweger im Horror

Der Horrorfilm Fall 39 mit Renée Zellweger (Ein verlockendes Spiel, New in Town) und Bradley Cooper wurde bereits letztes Jahr auf dem Fantasy Filmfest vorgestellt, wo auch der vom Thema her sehr ähnliche Orphan - das Waisenkind gezeigt wurde. Im Vergleich damit schneidet Fall 39 nicht gut ab. Schade eigentlich, denn Regie führte der Deutsche Christian Alvart (Antikörper, Pandorum). Das Drehbuch hat sich Ray Wright (Pulse, demnächst: The Crazies) ausgedacht.

Sozialarbeiterin Emily Jenkins (Zellweger) ist mit 38 Fällen schon mehr als ausgelastet, als ihr der Fall 39 aufgebürdet wird. Die kleine Lillith Sullivan (Jordelle Ferland, demnächst: Eclipse - Biss zum Abendrot) soll von ihren Eltern vernachlässigt werden. In einer wirklich gut gemachten Szene legt Zellweger die Akte ärgerlich auf den Stapel, nur um sie dann wieder zur Hand zu nehmen und aufzuschlagen. Das Bild der 10jährigen Lillith macht den Fall 39 zum Kinderschicksal, um das sich Emily sofort kümmern muss.

Tatsächlich scheinen Edward (Callum Keith Rennie, TV: Californication, Battlestar Galactica) und seine Frau Margaret Sullivan (Kerry O'Malley, TV: Brotherhood) reichlich gestört zu sein und lügen Emily an. Lillith dagegen ist völlig verschüchtert. Emily hat jeden Tag mit gewalttätigen Eltern zu tun und bestellt die Sullivans zu einem Gespräch mit ihrem Vorgesetzten in's Amt. Doch zu ihrem Entsetzen kommt nichts dabei heraus und keiner will ihr helfen, das Kind aus der Hölle zu befreien, in dem es offensichtlich lebt. Sie gibt dem Kind ihre Karte - für den Notfall.

Der Notfall tritt tatsächlich schon bald ein. Emily und der befreundete Detective Mike Barron (Ian McShane, Death Race) können dem Kind gerade noch das Leben retten. Für gefühlte zwei Minuten hat man später das Gefühl, dass aus Lillith, Emily und Emilys Freund, dem Kinderpsychologen Doug Ames (Bradley Cooper, Hangover, demnächst: Alles über Steve) eine glückliche Familie werden könnte.

Doch im Gegensatz zu dem den Headlines der Zeitungen entnommenen Hintergrund, mit dem uns Orphan - Das Waisenkind überrascht, begnügt sich Fall 39 mit den ausgetretenen Pfaden, auf denen zuletzt Sam Raimis langweiliges Drag Me to Hell ausrutschte.

Das ist besonders ärgerlich, weil Fall 39 es relativ lange schafft, zu unterhalten und Spannung aufzubauen. Renée Zellweger verkauft uns die gutherzige Sozialarbeiterin so gut, dass wir mit ihr fühlen. Doch schon der erste Tote war unglücklich gewählt und man fragt sich unweigerlich, ob dessen Tod im 3. Akt nicht viel dramatischer gewesen wäre. Da eine andere Figur noch eine Weile gebraucht wurde, lässt das eigentlich nur den Rückschluss zu, dass es zu wenige Figuren gab, die man auf interessante Weise in's Jenseits befördern oder in Angst und Schrecken hätte versetzen können.

Sobald dem letzten Zuschauer klar ist, wer für die Toten verantwortlich ist, gibt's eigentlich keine Story mehr, weil Fall 39 keine Böcke hat uns zu zeigen, welche Kräfte genau dieser Mensch hat und auch, womit man ihm beikommen kann. Statt dessen dreht sich Emily im Kreis und es folgen jede Menge Bilder und Situationen, die wir so und besser schon -zig Mal gesehen haben. Das Ende liess mich dann auch kräftig mit den Augen rollen und total enttäuscht das Kino verlassen.

Insgesamt weniger nervtötend als Drag Me to Hell, aber lange nicht so schön wie Orphan, Lichtjahre entfernt von Tale of Two Sisters und natürlich kein Spaß wie My Bloody Valentine ;)

Fall 39 (OT: Case 39) -- Genre: Horror/Psycho-Thriller --deutscher Kinostart: 17.09.2009 11.03.2010-- Länge: 113 Minuten -- FSK: ab 16 Jahren
Drehbuch: Ray Wright
Regie: Christian Alvart (Elementarteilchen, Pandorum)


Fall 39 Trailer deutsch


Andere Neustarts der Woche: Ausnahmesituation

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Wall Street 2 - Kinostart verschoben

Nächsten Monat schon sollte Oliver Stones Fortsetzung Wall Street 2 - Geld schläft nicht mit Michael Douglas, Shia LaBeouf (Transformers 2 - Die Rache) und Carey Mulligan (An Education) in die Kinos kommen (Bericht). Daraus wird nun allerdings nichts, wir müssen uns bis zum 30. September 2010 gedulden (UPDATE: erneut verschoben...) wir müssen jetzt sogar bis zum 21.10.2010 warten! (vorläufiger US-Kinostart: derzeit noch für den 24.09.2010 angekündigt....).

Natürlich macht die Nachricht gleich skeptisch, denn für gewöhnlich geht's bei solchen Terminverschiebungen um reshoots, um schlecht gelaufene Probe-Screenings oder schlicht und einfach darum, dass der Film nicht rechtzeitig fertiggestellt werden kann. Was ist hier der Fall?

Angeblich nichts davon. Wie jetzt? Weshalb zum Teufel müssen wir 5 Monate länger auf ein Wiedersehen mit dem frisch aus dem Knast entlassenen Gordon Gekko (Michael Douglas) warten?

Berichten zufolge soll Wall Street 2 - Geld schläft nicht beim diesjährigen Filmfestival in Cannes groß vorgestellt werden. Das findet bekanntlich im Mai statt. (siehe auch Update im nächsten Absatz....)

Im Sommer rennen dann wieder 11 Männer einem Ball hinterher und dürfen sich am Ende einer langen Liste von Spielen Weltmeister nennen. Weil während dieser Zeit die Kinos (zumindest in etlichen Ländern) weniger gut besucht sind und dann ja auch noch andere große Produktionen im August in die Kinos drängen, und weil Wall Street 2 einen globalen Start bekommen muss, hat man den deutschen Kinostart auf den 30. September 2010 gelegt. (Update:  Die erneute Verschiebung auf den 21. Oktober zieht die Frage nach sich, ob sich der US-Start auch noch ändern wird? Und ob die eher lauwarmen Reaktionen in Cannes etwas damit zu tun haben könnten?)

Okay, die Uraufführung in Cannes ist so mit die dämlichste Begründung, die man sich denken kann. Wegen Cannes Wall Street 2 aufhalten? Für einen kleinen Film macht sowas ja viel Sinn, aber... Auf das Wiedersehen mit Gordon Gekko sind bzw. waren wir schon gespannt... (Foto rechts: Michael Douglas als Gordon Gekko in Wall Street. Foto (c) Twentieth Century Fox)

Ärgerlich. Bleibt uns wenigstens Zeit, uns nochmals den ersten Film auf DVD anzuschauen, der inzwischen neu aufgelegt wurde .(Link zur DVD: Wall Street)

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Ausnahmesituation Kritik + Trailer - Ford, Fraser

Das spannende Drama Ausnahmesituation mit Brendan Fraser und Harrison Ford in den Hauptrollen, basiert auf wahren Begebenheiten, die Pulitzer-Preisträgerin Geeta Anand in ihrem Buch The Cure beschrieben hat. (Das Buch liegt noch nicht in deutscher Übersetzung vor. Link zur englischen Fassung: The Cure: How a Father Raised $100 Million--and Bucked the Medical Establishment--in a Quest to Save His Children). Das Drehbuch stammt von Robert Nelson Jacobs (Chocolat; Mein Freund, der Wasserdrache).

Für den Harvard-Absolventen John Crowley (Brendan Fraser, Die Reise zum Mittelpunkt der Erde) läuft alles wie nach Plan. Er hat Karriere gemacht, liebt seine Frau Aileen (Keri Russell, Bedtime Stories, Rohtenburg) und seine drei Kinder. Doch dann werden zwei der Kinder mit einer Krankheit diagnostiziert, von der er noch nie etwas gehört hat: Morbus Pompe (Info wiki). Die Diagnose kommt einem Todesurteil gleich, denn die Lebenserwartung der kranken Kinder beträgt höchstens 9 Jahre. Es gibt weder eine Heilung noch eine effektive Behandlungsmethode, denn Pompe ist eine verhältnismäßig seltene Krankheit.

John Crowley will sich damit nicht zufrieden geben und recherchiert. Bei seinen Recherchen erfährt er, dass Dr. Robert Stonehill (Harrison Ford, Crossing Over) an einem Medikament für Morbus Pompe arbeitet und seine Forschungen äußerst vielversprechend sind. Dr. Stonehill, der sehr an unser exzentrisches Genie Dr. Gregory House erinnert, wartet nicht gerade mit offenen Armen, doch Crowley lässt sich nicht abwimmeln.

Trotzdem der gewiefte Geschäftsmann und besorgte Vater und der forschende Mediziner das ideale Team sind, um die Entwicklung des Medikaments voranzutreiben, stossen sie immer wieder auf große Hürden. Beide Männer setzen ihre Existenzen auf's Spiel und gehen große Risiken ein, um den Kindern zu helfen, die mit Morbus Pompe geboren werden. Beide Männer müssen auch mehr als einmal über ihre eigenen Schatten springen, wenn sie ihr Ziel realisieren wollen. Selbst Stonehill und Crowley sind keineswegs immer gleicher Meinung.

Der Film Ausnahmesituation gewährt uns einen Blick hinter die Kulissen der Pharmaunternehmen und zeigt uns die verschiedenen Stadien, die ein Medikament durchlaufen muss, bis es endlich nach Jahren in den Regalen der Apotheken landen kann. Dabei spielt natürlich Geld eine große Rolle und die Kosten/Nutzen Rechnung der Pharmaunternehmen. Selbige stellt gerade für seltene Krankheiten eine große Hürde dar.

Drehbuchautor Robert Nelson Jacobs schafft es, die Geschichte spannend und mit gerade der richtigen Dosis Emotion zu erzählen, ohne melodramatisch zu werden. Harrison Ford als exzentrischen Stonehill zu besetzen war ein kluger Schachzug, der Ausnahmesituation einen Edge gibt und den Zuschauern hoffentlich von vornherein signalisiert, dass sie hier keinen Schmalz befürchten müssen. Ford schüttelt den Exzentriker Stonehill natürlich aus dem Ärmel. Brendan Fraser ist das ideale Gegenwicht zum Raubein.

Jetzt auf DVD erschienen! Link:  Ausnahmesituation

Ausnahmesituation Trailer




Ausnahmesituation -- Genre: Drama -- deutscher Kinostart: 11.03.2010 -- Länge: 106 Minuten -- FSK: ohne Altersbeschränkung
Drehbuch: Robert Nelson Jacobs (Chocolat; Mein Freund, der Wasserdrache), basierend auf dem Buch The Cure von Geeta Anand
Regie: Tom Vaughan (Love Vegas)

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08.03.2010

Oscar-Verleihung 2010

Die 82. Oscar-Verleihung (2010) fand am 07.03.2010 in Los Angeles im Kodak Theater statt und wir waren gespannt, ob es tatsächlich zu einem Duell zwischen Avatar und The Hurt Locker - Tödliches Kommando kommen würde (beide 9 Nominierungen, siehe Oscar Gewinner-Liste 2010). Auch interessant war natürlich, ob und wer einen Oscar nach Deutschland bringt.

Der Oscar für die Kategorie Bester Nebendarsteller machte den Anfang und so wurde Christoph Waltz, der für seine Leistung in Inglourious Basterds ausgezeichnet wurde, zum ersten Gewinner des Abends. Christoph Waltz schaffte es, in der Kürze der ihm erlaubten Zeit eine effektive kleine Rede zu halten und sich bei Quentin Tarantino für seine Unterstützung zu bedanken. Auf dem roten Teppich hatte er bemerkt, dass in den USA Filme "mit Enthusiasmus" gemacht werden. Er zitierte auch den Regisseur Wolfgang Liebeneiner, der einmal gesagt hat, dass in den USA Filme wie Kunstwerke gemacht und dann wie Handelsware verkauft werden - in Deutschland sei es genau umgekehrt.

Keinen Oscar gab es für Michael Hanekes Das weiße Band, das zwei Nominierungen erhalten hatte.

Eine der emotionalsten Reden hielt Geoffrey Fletcher, der mit einem Oscar für bestes Drehbuch Adaption ausgezeichnet wurde. Precious - Das Leben ist kostbar (deutscher Kinostart: 25.03.2010) ist sein erstes produziertes Drehbuch, weshalb der bescheidene Fletcher wohl auch nicht damit gerechnet hatte, zu gewinnen. Er bedankte sich bei den Menschen, die an ihn geglaubt und ihn unterstützt haben, bevor er völlig den Faden verlor und sich dafür entschuldigte, dass ihm nichts mehr einfiel - worauf Steve Martin frotzelte, er hätte Fletchers Rede geschrieben.

Interessant waren auch die "Premieren" - zum ersten Mal in der Geschichte der Academy Awards gewann eine Frau den Oscar für beste Regie - Kathryn Bigelow für Hurt Locker - Tödliches Kommando. Besonders in den Kategorien Drehbuch und Regie sind Frauen leider immer noch unterrepräsentiert. Ein Fakt, den man leicht vergessen kann...

Eine Premiere gab's auch für Sandra Bullock, die zum allerersten Mal nominiert war und prompt den Oscar in der Kategorie beste Haupdarstellerin für The Blind Side - Die große Chance gewann (deutscher Kinostart: 25.03.2010). In ihrer Rede fragte sie, ob sie den Oscar verdient hätte, oder ob sie (mit ihren vielen Filmen) den Mitgliedern der Academy einfach derart auf die Nerven gegangen war, dass sie sie dieses Jahr nun nominiert hätten.

Nicht ganz so prompt kam der Oscar-Gewinn für Jeff Bridges als bester Hauptdarsteller (für den fabulösen Film Crazy Heart), denn dies war bereits die 5. Nominierung für das Multitalent. Dass Jeff Bridges gewinnen würde, war jedem klar, der Crazy Heart gesehen hat. Bad Blake ist eine Paraderolle und Bridges hat den (fiktiven) Sänger so gut verkörpert, dass man sich das wirklich nicht besser vorstellen kann. Bridges zeigte Klasse, in dem er bemerkte, dass mit dem Preis auch seine Eltern geehrt werden. Wie so viele Schauspieler, so stammt auch Bridges aus einer Schauspieler-Familie und konnte dadurch schon früh das Handwerkszeug erlernen. Er bedankte sich natürlich auch bei Drehbuchautor/Regisseur Scott Cooper. Der Neuling hat mit Crazy Heart wirklich tolle Arbeit geleistet.

Running Gag des Abends war Meryl Streep, die dieses Jahr zum 16. Mal für einen Oscar nominiert war (für Julie & Julia). Damit hält sie den Rekord als die am häufigsten nominierte Schauspielerin in der Geschichte der Oscars! Da die Schauspielerin aber insgesamt bis jetzt nur 2 Oscars gewonnen hat, flachste Moderator Steve Martin, dass sie damit für ihn die größte Loserin aller Zeiten sei. Meryl Streep hat sich den ganzen Abend blendend amüsiert und lachte jedesmal herzhaft, wenn wieder jemand eine Anspielung auf ihre 16 Nominierungen machte.

Kathryn Bigelow hat im Oscar-Interview in einer ihrer Antworten gesagt, dass Mark Boals Drehbuch für The Hurt Locker - Tödliches Kommando so exzellent war, sie musste es einfach nur umsetzen (siehe Video des Interviews, engl.). Klasse, dass Newcomer Mark Boal damit den Oscar für das beste Original-Drehbuch gewonnen hat.

Michael Giacchino, der einen Oscar für beste Filmmusik (für den Film Oben) erhielt, nutzte die Gelegenheit, um allen Menschen Mut zuzureden, deren Kreativität von ihrer Umgebung nicht unterstützt wird. Er hatte jede Menge Unterstützung im Laufe seines Lebens, ist sich aber bewusst, dass es nicht jedem so ergeht. Seine Botschaft, die er an den Nachwuchs richtete: Kreativität ist keine Zeitverschwendung. Lasst euch das nicht einreden. Zieht euer Ding durch und bleibt am Ball, dann werdet ihr auch Erfolg haben. Die anwesenden Kreativen stimmten mit tosendem Applaus zu.

Hurt Locker - Tödliches Kommando
war mit 9 Nominierungen, die in 6 Oscars resultierten, der erklärte Gewinner des Abends. Avatar brachte es "nur" auf 3, Inglourious Basterds gar nur auf einen Oscar (Waltz).

Undankbarste Oscar-Preisträgerin: Kostümdesignerin Sandy Powell (Young Victoria). Diese meinte, sie hätte ja schon zwei... und dieser hier sei für alle die Kostümdesigner, die an kontemporären Filmen arbeiten, genausoviel Arbeit in ihre Kostüme stecken, und trotzdem nicht die gleiche Anerkennung bzw. keine Oscar-Nominierungen bekämen. Autsch.

Leider fehlte auch dieser Oscar-Verleihung das, was wir letztes Jahr schon vermissten: Persönlichkeit und Herz. Wir erinnern uns gerne an witzige oder emotionale Dankesreden aus vergangenen Jahren, die etwas über die Gewinner aussagten. Doch diese bekommen neuerdings wenig Gelegenheit, überhaupt etwas zu sagen. Viel zu viel Zeit wird an die Moderation und völlig unnötige sowie langweilige Show-Einlagen verschwendet. Da werden Menschen auf die Bühne gescheucht und bevor der Zuschauer überhaupt herausfinden kann, was das soll, müssen sie schon wieder von der Bühne flüchten.

Sicher, wir erinnern uns noch mit Grauen an die überlange Dankesrede von Barbra Streisand oder an die Show, die Robert Begnini abzog. Doch solche Ausrutscher nehmen wir gerne in Kauf, wenn dafür wieder jedem Preisträger mehr Zeit eingeräumt und damit die Gelegenheit gegeben wird, seine Zeit im Oscar-Rampenlicht zu genießen.

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Oscars 2010 - Gewinner

Am 07.03.2010 fand die 82. Oscar-Verleihung in Los Angeles statt, die einige Überraschungen brachte. So ist der absolute Oscar Gewinner 2010 mit 6 Oscars The Hurt Locker - Tödliches Kommando, und nicht etwa Avatar, der mit "nur" 3 Oscars bedacht wurde. Beide Filme waren für jeweils 9 Auszeichnungen nominiert (siehe Liste der mehrfach nominierten Filme unten).

Loser des Abends war Quentin Tarantino, dessen Inglourious Basterds 8 Nominierungen erhalten hatte, aber nur einen einzigen Oscar bekam - zu unserer Freude ging der aber an Christoph Waltz! Gewinner Waltz braucht bald ein eigenes Zimmer für die ganzen Preise, die er allein mit dieser Rolle schon gewonnen hat. Congrats!

Das weisse Band (2 Nominierungen) konnte sich nicht durchsetzen. Michael Haneke muss ohne Oscar wieder abreisen....

Oscars 2010 - Gewinner und Nominierte (Gewinner erscheinen an erster Stelle in der Kategorie)

Bester Film
The Hurt Locker - Tödliches Kommando
Avatar
The Blind Side - Die grosse Chance (deutscher Kinostart: 25.03.2010)
District 9
An Education
Inglourious Basterds
Precious - Das Leben ist kostbar (deutscher Kinostart: 25.03.2010)
A Serious Man
Oben
Up in the Air

Bestes Original-Drehbuch
Mark Boal, The Hurt Locker - Tödliches Kommando
Quentin Tarantino, Inglourious Basterds
Alessandro Camon und Oren Moverman, The Messenger (deutscher Kinostart: 03.06.2010)
Joel Coen & Ethan Coen, A Serious Man
Bob Peterson, Pete Docter, Thomas McCarthy, Oben

Bestes Drehbuch, Adaption
Jeffrey Fletcher, Precious - Das Leben ist kostbar (deutscher Kinostart: 25.03.2010)
Nick Hornby, An Education
Neill Blomkamp, Terri Tatchell, District 9
Jesse Armstrong, Simon Blackwell, Armando Ianucci, Tony Roche für In the Loop
Jason Reitman, Sheldon Turner für Up in the Air

Bester Animationsfilm
Oben
Coraline
Der fantastische Mr. Fox (deutscher Kinostart: 13.05.2010)
Küss den Frosch
The Secret of Kells

Beste Regie
Kathryn Bigelow, The Hurt Locker - Tödliches Kommando
James Cameron, Avatar
Quentin Tarantino, Inglourious Basterds
Lee Daniels, Precious - Das Leben ist kostbar
Jason Reitman, Up in the Air

Beste Hauptdarstellerin
Sandra Bullock, The Blind Side - Die grosse Chance
Helen Mirren, Ein russischer Sommer
Carey Mulligan, An Education
Gabourey Sidibe, Precious - Das Leben ist kostbar
Meryl Streep, Julie & Julia

Bester Hauptdarsteller
Jeff Bridges, Crazy Heart
George Clooney, Up in the Air
Colin Firth, A Single Man (deutscher Kinostart: 08.04.2010)
Morgan Freeman, Invictus - Unbezwungen
Jeremy Renner, The Hurt Locker - Tödliches Kommando

Beste Nebendarstellerin
Mo'Nique, Precious - Das Leben ist kostbar
Penélope Cruz, Nine
Vera Farmiga, Up in the Air
Maggie Gyllenhaal, Crazy Heart
Anna Kendrick, Up in the Air

Bester Nebendarsteller
Christopher Waltz, Inglourious Basterds
Matt Damon, Invictus - Unbezwungen
Woody Harrelson, The Messenger (deutscher Kinostart: 03.06.2010)
Christopher Plummer, Ein russischer Sommer
Stanley Tucci, In meinem Himmel

Bester fremdsprachiger Film
El Secreto de sus Ojos - The Secret in Their Eyes, Argentinien
Ajami, Israel (deutscher Kinostart: 11.03.2010)
La Teta Asustada - The Milk of Sorrow - Eine Perle Ewigkeit, Peru
Un Prophète - Ein Prophet, Frankreich (deutscher Kinostart: 11.03.2010)
Das weisse Band, Deutschland

Beste Dokumentation
Die Bucht (OT: The Cove), Louie Psihoyos, Fisher Stevens
Burma VJ, Anders Østergaard und Lise Lense-Møller
Food, Inc., Robert Kenner und Elise Pearlstein
The Most Dangerous Man in America: Daniel Ellsberg and the Pentagon Papers, Judith Ehrlich und Rick Goldsmith
Which Way Home, Rebecca Cammisa

Beste Kamera
Avatar, Mauro Fiore
Harry Potter und der Halbblutprinz (OT: Harry Potter and the Half-Blood Prince), Bruno Delbonnel
The Hurt Locker - Tödliches Kommando, Barry Ackroyd
Inglourious Basterds, Robert Richardson
Das weisse Band, Christian Berger

Bestes Szenenbild
Avatar, Art Direction: Rick Carter and Robert Stromberg, Set Decoration: Kim Sinclair
Das Kabinett des Dr. Parnassus (The Imaginarium of Doctor Parnassus), Art Direction: Dave Warren and Anastasia Masaro, Set Decoration: Caroline Smith
Nine, Art Direction: John Myhre, Set Decoration: Gordon Sim
Sherlock Holmes, Art Direction: Sarah Greenwood, Set Decoration: Katie Spencer
Young Victoria (OT: The Young Victoria), Art Direction: Patrice Vermette, Set Decoration: Maggie Gray

Bestes Kostümdesign
Young Victoria, Sandy Powell
Bright Star - Meine Liebe. Ewig., Janet Patterson
Coco Chanel - Der Beginn einer Leidenschaft (OT: Coco avant Chanel), Catherine Leterrier
Das Kabninett des Dr. Parnassus (OT: The Imaginarium of Doctor Parnassus), Monique Prudhomme
Nine, Colleen Atwood

Bester Ton
The Hurt Locker - Tödliches Kommando, Paul N.J. Ottosson und Ray Beckett
Avatar, Christopher Boyes, Gary Summers, Andy Nelson und Tony Johnson
Inglourious Basterds, Michael Minkler, Tony Lamberti und Mark Ulano
Star Trek, Anna Behlmer, Andy Nelson und Peter J. Devlin
Transformers 2 - Die Rache, Greg P. Russell, Gary Summers und Geoffrey Patterson

Bester Schnitt
The Hurt Locker - Tödliches Kommando, Bob Murawskiu und Chris Innis
Avatar, Stephen Rivkin, John Refoua und James Cameron
District 9, Julian Clarke
Inglourious Basterds, Sally Menke
Precious - Das Leben ist kostbar (OT: Precious: Based on the Novel 'Push' by Sapphire), Joe Klotz

Bester Tonschnitt
The Hurt Locker - Tödliches Kommando
, Paul N.J. Ottosson
Avatar, Boyes and Gwendolyn Yates Whittle
Inglourious Basterds, Wylie Stateman
Star Trek, Mark Stoeckinger und Alan Rankin
Disney/Pixars Oben (OT: Up), Michael Silvers und Tom Myers

Beste Filmmusik
Disney/Pixars Oben, Michael Giacchino
Avatar, James Horner
Der Fantastische Mr. Fox (OT: Fantastic Mr. Fox), Alexandre Desplat
The Hurt Locker - Tödliches Kommando, Marco Beltrami und Buck Sanders
Sherlock Holmes, Hans Zimmer

Bester Song
The Weary Kind, Titelsong von Crazy Heart, Musik und Text: Ryan Bingham und T Bone Burnett
Almost There aus Küss den Frosch (OT: The Princess and the Frog), Musik und Text: Randy Newman
Down in New Orleans aus Küss den Frosch (OT: The Princess and the Frog), Musik und Text: Randy Newman
Loin de Paname aus Paris 36, Musi: Reinhardt Wagner, Text: Frank Thomas
Take It All aus Nine, Musik und Text: Maury Yeston

Bestes Make-Up
Star Trek, Barney Burman, Mindy Hall und Joel Harlow
Il Divo, Aldo Signoretti und Vittorio Sodano
Young Victoria, Jon Henry Gordon und Jenny Shircore

Beste visuelle Effekte
Avatar, Joe Letteri, Stephen Rosenbaum, Richard Baneham und Andrew R. Jones
District 9, Dan Kaufman, Peter Muyzers, Robert Habros und Matt Aitken
Star Trek, Roger Guyett, Russell Earl, Paul Kavanagh und Burt Dalton

Bester animierter Kurzfilm
Logorama, Nicolas Schmerkin
French Roast, Fabrice O. Joubert
Granny O'Grimm's Sleeping Beauty, Nicky Phelan und Darragh O'Connell
The Lady and the Reaper, Javier Recio Gracia
A Matter of Loaf and Death, Nick Park

Beste Kurzdoku
Music by Prudence, Roger Ross Williams und Elinor Burkett
China's Unnatural Disaster: The Tears of Sichuan Province, Jon Alpert und Matthew O'Neill
The Last Campaign of Governor Booth Gardner, Daniel Junge und Henry Ansbacher
The Last Truck: Closing of a GM Plant, Steven Bognar und Julia Reichert
Mauerhase (OT: Królik po berlinsku), Bartosz Konopka und Anna Wydra

Bester Kurzfilm
The New Tenants, Joachim Back und Tivi Magnusson
The Door, Juanita Wilson und James Flynn
Instead of Abracadabra, Patrik Eklund und Mathias Fjellström
Kavi, Gregg Helvey
Miracle Fish, Luke Doolan und Drew Bailey

Mehrfach nominierte Filme

9 Nominierungen
Avatar (Ergebnis: 3 Oscars)
The Hurt Locker - Tödliches Kommando (Ergebnis: 6 Oscars)

8 Nominierungen
Inglourious Basterd
s (Ergebnis: 1 Oscar)

6 Nominierungen
Precious - Das Leben ist kostbar (Ergebnis: 2 Oscars)
Up in the Air (Ergebnis: 0 Oscars)

5 Nominierungen
Disney/Pixars Oben (Ergebnis: 2 Oscars)

4 Nominierungen
District 9 (Ergebnis: kein einziger Oscar)
Star Trek (Ergebnis: 2 Oscars)
Nine (Ergebnis: 0)

3 Nominierungen
Crazy Heart (Ergebnis: 2 Oscars)
An Education (Ergebnis: 0 )
Küss den Frosch (Ergebnis: 0)
Young Victoria (Ergebnis: 1 Oscar)

2 Nominierungen
The Blind Side - Die grosse Chance (Ergebnis: 1 Oscar)
Das weisse Band - eine deutsche Kindergeschichte (Ergebnis: 0 Oscars)
Der fantastische Mr. Fox (Ergebnis: 0)
Das Kabinett des Dr. Parnassus (Ergebnis: 0)
Invictus - Unbezwungen (Ergebnis: 0)
Ein russischer Sommer (Ergebnis: 0)
The Messenger (Ergebnis: 0)
A Serious Man (Ergebnis: 0)
Sherlock Holmes (Ergebnis: 0)

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