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22.02.2009

Nick und Norah Soundtrack... Kritik + Trailer


Nick und Norah: Soundtrack einer Nacht ist eine süße romantische Komödie (nicht nur) für Teenager. Der Film basiert auf dem Roman Nick & Norah - Soundtrack einer Nacht von Rachel Cohn und David Levithan (10 Dinge, die ich an dir hasse). Zusammen haben die beiden gerade ein neues Buch veröffentlicht, Naomi & Ely - Die Liebe, die Freundschaft und alles dazwischen. Man darf gespannt sein.

Norah (Kat Dennings, Charlie Bartlett, demnächst: Shorts) besucht die gleiche High School wie Nicks Ex-Freundin Tris. Tris (Alexis Dziena, Ein Schatz zum Verlieben, demnächst: When in Rome) hat Nick herzlos an dessen Geburtstag durch einen begehrenswerteren Typen ersetzt. Daran ändern auch die vielen Musik-CDs nichts, die ihr Nick ständig brennt. Die wirft sie nur verächtlich in den Papierkorb - aus dem Norah sie wieder herausfischt. Norah gefallen die CDs und Tris geht ihr gehörig auf die Nerven.

Auf einer Party, bei der Nick (Michael Cera, Juno, demnächst: Paper Heart, The Year One) mit seiner Band The Jerk-Offs (Ravi Gavron, Tintenherz und Aaron Yoo, 21, Freitag der 13., demnächst: Game, The Good Guy) spielt, gibt Tris mit ihrem neuen Freund Gary (Zachary Booth, TV: Damages) an und macht Norah 'runter. Norah will nicht forgeführt werden und wirft sich Nick an den Hals, der für eine paar Minuten ihren Freund spielen soll. Norah ist geschockt, als sie erfährt, dass Nick der Ex von Tris ist, aber auch fasziniert, den CD-Mixer zu treffen.

Im Laufe der Nacht gehen die beiden zusammen auf eine Art Road Trip/Kneipentour durch New York. Zum einen wollen sie unbedingt die Band Where's Fluffy finden, die in einer geheimen Location auftreten soll, und dann ist da auch noch Norahs beste Freundin Caroline (Ari Graynor, demnächst: Youth in Revolt), die in höchst betrunkenem Zustand durch die Stadt torkelt und auch gefunden werden will. Klar, dass sich Nick und Norah dabei näher kennenlernen und sich nicht unsympathisch finden. Immer hinterher: die eifersüchtige Tris.

Durch verschiedene Nebenfiguren wie die Jungs der Band Jerk-Off, Caroline, Tal und auch Tris, bekommt Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht zusätzliche Subplots, die zum Beispiel beim etwas ähnlich gearteten Before Sunrise nicht vorhanden waren, soweit ich mich erinnere. Mir hat damals Before Sunrise sehr gut gefallen und auch Nick und Norah hat 'was, einzelne Szenen sind super-witzig oder süß.

Ari Graynor ist absolut toll als die betrunkene Caroline, die für viele Lacher sorgt, und kann zeigen, was sie so drauf hat. Schade, dass bei ihrem Zusammentreffen mit Kevin Corrigan (American Gangster, Ananas Express) als Besitzer eines heiss begehrten Sandwiches, dieser kein einziges Wort sagen darf. Trotzdem eine geniale Szene und nettes, wenn auch winziges Cameo für Corrigan, von dem wir noch einiges zu sehen bekommen werden (demnächst: Harmony & Me, TransBeMan, Please Give, 7 to the Palace). Apropos Cameos: Auch John Cho (Harold & Kumar, demnächst: The Air I breathe, Star Trek) tritt für einen Augenblick auf und wir hatten Hoffnung, viel mehr von ihm zu sehen...

Michael Cera erinnert uns besonders in seinen ersten Szenen sehr an seine Rolle in Juno, wo er eine ähnliche Figur spielt. Ob's an den Shorts liegt? Hier wirkt er allerdings später dann viel erwachsener und man kann verstehen, was Norah an ihm findet und umgekehrt.

Da Nick und Norah allerdings eine große Zuschauerschaft ansprechen soll und vor allem die Teenager im Blick hat, geht's nicht ganz ohne Peinlichkeiten ab. Eine davon ist die undankbare Figur der Tris. Alexis Dziena spielt die klischeehafte Ex Marke "sexy Verführerin", die ihrer Rolle in Ein Schatz zum Verlieben nicht unähnlich ist. Tris ist eindimensional und es bleibt zu hoffen, dass Dziena in Zukunft etwas mehr sein kann als Eye-Candy, falls sie schauspielerisches Talent hat.

Tris ist auch die Figur, die die aufkeimende Beziehung zwischen Nick und Norah stören soll - ein mittlerweile doch recht abgedroschenes Klischee, die störende Ex, die plötzlich wieder Interesse zeigt. Gleichzeitig wird so natürlich auch der Charakter von Nick auf die Probe gestellt. Mir war diese ganze Tris-Story zu ausgelutscht und auch zu konstruiert. Gerne würde man 'mal wieder einen Film wie Before Sunrise sehen....

Musiker Tal (immer gern gesehen: Jay Baruchel, Tropic Thunder, demnächst: Zu scharf um wahr zu sein, The Trotsky) ist das Gegenstück zu Tris. Seine Band nennt sich Oz-Rael und er flirtet aus nicht uneigennützigen Gründen mit Norah. Nick und Norah müssen also beide im Laufe der Nacht ihre Altlasten entsorgen, damit sie zusammenkommen können.

Wenn man sich so ansieht, wer da alles durch's Bild läuft, dann kommt einem Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht vor wie ein Schaufenster für neue Talente und ich meine das im positiven Sinne. Erwähnen will ich noch, dass Chris Weitz und sein Bruder Paul als Produzenten fungiert haben. Man darf gespannt sein, ob Chris Weitz irgend jemanden aus diesem Film auch bei Twilight 2 New Moon unterbringt, bei dem er bekanntlich Regie führt.

Wenn ein Film Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht heißt, dann hat natürlich auch einen Soundtrack zu bieten, das versteht sich von selbst. Auf der CD sind 15 Titel vertreten, u. a. von Bishop Allen, Takka Takka, The Submarines, We Are Scientists, Richard Hawley, Shout Out Louds, The Real Tuesday Weld und Mark Mothersbaugh. Soundtrack Link> Nick & Norah Soundtrack. Auf der deutschen Amazon Seite kann man sich die Titel nicht anhören, allerdings gibt's hier eine supi Reinhör-Möglichkeit in alle Titel. Viel Spass.

Nick und Norah: Soundtrack einer Nacht -- Genre: romantische Komödie -- deutscher Kinostart: 19.02.09 -- FSK: ab 6 Jahren
Drehbuch: Lorene Scafaria (Erstling)
Regie: Peter Sollett (Long Way Home - Sommer in New York)

Nick und Norah - Soundtrack einer Nacht Cast:
Nick - Michael Cera
Norah - Kat Dennings
Tris - Alexis Dziena
Tom - Aaron Yoo
Dev - Ravi Gavron
Caroline - Ari Graynor
Tal - Jay Baruchel
Gary - Zachary Booth
Anwärmer - John Cho

Nick und Norah: Soundtrack einer Nacht deutscher Trailer (1:51)



Andere Neustarts der Woche: Der Ja-Sager -- Der Knochenmann
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26.06.2008

Charlie Bartlett Kritik


Charlie Bartlett ist eine beeindruckende Komödie, die mit Tiefgang, Verstand und Herz überzeugt, nie langweilig wird und auch noch ein sehr gutes Ende liefert. Bartlett ist der erste produzierte Feature-Film von Drehbuchautor Gustin Nash, der inzwischen einige Projekte in der Pipeline hat. Seine Romanadaption Youth in Revolt wird gerade gedreht. Auch für Regisseur Jon Poll, der 20 Jahre lang Erfahrung als Filmeditor (Meine Frau, ihre Schwiegereltern und ich, Scary Movie 3) gesammelt hat, ist Charlie Bartlett das Feature-Film Debüt.

Charlie Bartlett (Anton Yelchin, Alpha Dog, demnächst: You and I, Star Trek (XI)) hat einen wiederkehrenden Traum: Er steht auf der Bühne und spricht zu einer Menge wie das zum Beispiel Motivations-Guru Anthony Robbins oder Pop-Psychologe Jon Gray tun würde. Die Menge jubelt ihm zu.

Die Realität? Charlie Bartlett flog aus allen Privatschulen 'raus, jetzt steht sein erster Tag in einer öffentlichen High School an. Er hat sich über diesen wichtigen Tag offensichtlich mehr Gedanken gemacht als seine Mutter Marilyn (Hope Davis, demnächst: Synecdoche, New York, Genova), die ihn in der Stretch-Limo samt Chauffeur zur Schule schicken will. Charlie nimmt den Bus und macht Bekanntschaft mit dem übergewichtigen und etwas zurückgebliebenen Len (Dylan Taylor, demnächst in der TV-Serie Aliens in America bei uns zu sehen). Dadurch, dass Charlie mit Krawatte und Aktentasche zur Schule geht, zieht er das Interesse von Susan Gardner (Kat Dennings, demnächst: The House Bunny, Nick & Norah Soundtrack einer Nacht) auf sich, die ihn damit aufzieht. Charlie bleibt den ganzen Tag über gelassen und freundlich, doch das nützt nichts. Er wird ignoriert.

Schlimmer noch, Murphy (Ex-Musiker Tyler Hilton, Walk The Line, TV: One Tree Hill) verschafft Charlie Bartlett ein blaues Auge, worauf ihn Marilyn zum Psychiater (Stephen Young) schickt. Dem fällt auch nichts besseres ein, als Ritalin zu verschreiben, auf das Charlie extrem reagiert.

Wir sehen also gleich, wie im Hause Bartlett mit Krisen umgegangen wird - sie werden an den Psychiater weitergereicht. Wir nehmen das Marilyn nicht übel, denn sie selbst nimmt Psychopharmaka, um durch den Tag zu kommen und spült immer reichlich mit Alkohol nach. Charlie vermisst seinen Vater und Marilyn ihren Ehemann. Doch ist das kein Thema, über das Charlie gerne spricht. Wenn er dazu gezwungen wird, serviert er für gewöhnlich eine Lüge.

Ritalin macht high und Charlie hat die zündende Idee: Er macht Murphy zu seinem Geschäftspartner beim Verkauf der Droge, gibt ihm 50 % des Gewinns ab (was der aus armen Verhältnissen stammende Murphy natürlich sehr schätzt) und wird von seinen Mitschülern endlich wahrgenommen. Die Dinger werden aber nicht nur verdrückt, sondern Charlie bietet Konsultationen auf dem Jungs-Klo an. Er schafft eine Situation wie im Beichtstuhl. Dabei sieht man, dass das für Charlie kein Geschäft ist (Geld hat er eh' genug), sondern dass er sich für die Menschen und ihre Probleme tatsächlich interessiert.

Charlie baut langsam eine Beziehung zu Susan auf, Tochter des Rektors Gardner (Robert Downey jr., Iron Man, demnächst: Der unglaubliche Hulk, Tropic Thunder, The Soloist). Auch der geschiedene Gardner spült seine Probleme mit Alkohol 'runter, kümmert sich aber selbst um die Erziehung seiner Tochter. Seine Methoden sind das Gegenteil von Marilyns Methoden und in Krisensituationen schießt er mit seiner Strenge öfters 'mal über's Ziel hinaus. Als in der Schule Überwachungskameras installiert werden, rebellieren die Schüler. Gardner gerät immer mehr unter Druck.

Mit viel Humor, Einfühlungsvermögen und Verstand leuchtet diese vielschichtige Komödie die Beziehungen zwischen Teenagern und ihren Eltern bzw. ihren Mitschülern aus. Charlie Bartlett macht deutlich, dass jeder Schüler ein Individuum ist, das seinen Begabungen entsprechend gefördert werden sollte. Besonders schön sieht man das am Beispiel des Künstlers Kip (Mark Rendall, 30 Days of Night, demnächst: Seide (DVD), My One and Only), sowie an Charlie selbst. Der Film zeigt sehr schön, dass die Kluft zwischen Erwachsenen und Teenagern nicht so groß zu sein bräuchte. Man braucht sich gegenseitig - eine sehr versöhnliche Botschaft. Charlie wirft auch einen Blick hinter die Fassade des gewaltbereiten Murphy. Immer mit dem Ziel herauszufinden, was der einzelne Mensch braucht, um glücklich zu sein.

Anton Yelchin kommt völlig authentisch 'rüber, macht seinen liebenswerten Charlie Bartlett zu einem Botschafter für Menschlichkeit. Robert Downey jr. spielt den Alkoholiker fast ein bisschen zu überzeugend, arbeitet fabelhaft mit Filmtochter Kat Dennings zusammen. Hope Davis spielt schon zum zweiten Mal die Filmmutter von Anton Yelchin (zuvor in Hearts in Atlantis). Sie bringt eine enorme Verletzlichkeit, Verlorenheit und Sanftheit zu der Rolle, wodurch sie verhindert, dass (wie so oft) die Mutterfigur verteufelt und angeklagt wird. Letztlich stehen alle Figuren auf der gleichen Ebene, allen wird Verständnis entgegengebracht.

Das Budget für Charlie Bartlett war mit 12 Mio. US $ relativ klein, in den Hauptrollen gibt es keine jungen A-Lister, der Regisseur ist ein unbeschriebenes Blatt und der Film bekam auch noch ein nachteiliges R Rating (Freigabe ab 18 J, bei uns hat er FSK: 12) verpasst - das hatte zur Folge, dass Charlie Bartlett in den USA im Februar in nur rund 1100 Kinos anlief (Zu der Zeit besetzte Jumper noch 3400, Die Geheimnisse der Spiderwicks 3800, Ein Schatz zum Verlieben 3100, Vielleicht, vielleicht auch nicht noch 2200 Kinos mit Beschlag, und der Neustart 8 Blickwinkel behielt rd 3500 Kinos im Auge) und bis dato die Produktionskosten noch nicht einspielen konnte. Ab 26.06.08 ist Charlie Bartlett in deutschen Kinos zu sehen. Ich würde mir wünschen, dass wir diesem sehenswerten Film die Beachtung zukommen lassen, die er verdient hat.

Hier geht's zum Soundtrack: Charlie Bartlett

Als erstes kommt Charlie Bartlett als UK-Import auf DVD: >Charlie Bartlett [UK IMPORT], von Blu-Ray ist nichts zu sehen.

Hier gehts zu den Trailern: CB Trailer

Charlie Bartlett - Genre: Komödie -- FSK: 12 -- Laufzeit 97 Minuten -- deutscher Kinostart: 26.06.08
Drehbuch: Gustin Nash
Regie: Jon Poll

Charlie Bartlett Cast:
Charlie Bartlett - Anton Yelchin
Gardner - Robert Downey jr.
Marilyn Bartlett - Hope Davis
Susan Gardner - Kat Dennings
Murphy - Tyler Hilton
Kip - Mark Rendall
Jordan - Jonathan Malen (demnächst: The Rocker)
Dr. Weathers - Stephen Young
Len - Dylan Taylor

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