Die auf wahren Begebenheiten basierende Komödie Männer die auf Ziegen starren hat mir schon sehr gut gefallen (siehe ausführliche Filmkritik mit Trailerhier), doch das Bonusmaterial der DVD hat mich schlichtweg begeistert. Schon allein die Audiokommentare - wie üblich in Englisch mit UTs - sind das Geld für die DVD wert!
Besonders gut ist dabei, dass die beispielhaft ausführlichen Audiokommentare von Regisseur Grant Heslov und von Autor Jon Ronson getrennt sind. Die beiden haben so viel zu erzählen, dass sie die 89 Minuten Spieldauer des Films jeweils voll ausnutzen und verdienen es, hier ausführlich erwähnt zu werden:
Zum Audiokommentar von Jon Ronson
Der britische Journalist Jon Ronson hat bekanntlich die Buchvorlage geschrieben (Link: Männer die auf Ziegen starren: Die US-Armee, absurde Experimente und der Krieg gegen den Terror) und liefert in seinem Kommentar zusätzliche Details, Infos zur Authentizität und dergleichen. Ronson legt sich dabei mächtig in's Zeug und erwähnt auch diverse Quellen. Man merkt ihm an, wie begeistert er von dem Thema ist. Aber nicht nur Fakten präsentiert Ronson sehr unterhaltsam, er liefert auch ein paar äußerst witzige Anekdoten. Zum Beispiel erzählt er davon wie es war, als er völlig unerwartet in einem Café auf den Drehbuchautor (Peter Straughan) traf, der an seinem Laptop sass und am Buch für Männer die auf Ziegen starren arbeitete. Wie sich verhalten? Ronson erinnerte sich an einen guten Rat von Nick Hornby (meinem Lieblingsautor!). Ich habe mich fast weggeschmissen vor lachen. Bei diesem Audiokommentar hat man wirklich das Gefühl, Jon Ronson ein wenig kennenzulernen. Sehr cool. Was Ronson zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Eines seiner anderen Bücher, das er im Zusammenhang mit Recherche erwähnt (Them, deutscher Titel: Radikal: Abenteuer mit Extremisten) soll auch verfilmt werden und ist derzeit in der Entwicklungsphase. Angedacht ist ein Kinostart in 2011.
Zum Audiokommentar von Regisseur Grant Heslov
Grant Heslov steht in seinem Audiokommentar Jon Ronson in nichts nach. Er erzählt ausführlich über die verschiedenene Drehorte und warum diese gewählt wurden, er berichtet von den diversen Schwierigkeiten, die zu überwinden waren, wie sich ein verrückter Unfall im Labor als Glücksfall erwies und zu Reshoots führte, er lässt uns sogar einmal wissen, dass wir in einem Shot nicht Ewan Gregors Hände, sondern die eines Hände-Doubles sehen. Grant Heslov ist symphatisch großzügig und vergisst nicht zu erwähnen, wenn eine bestimmte Idee für eine Szene von einem Darsteller kam oder welchen Beitrag Robert Elswit (Kamera) leistete. Kudos. (Foto: Grant Heslov bei den Dreharbeiten, (c) Kinowelt)
Zu den Extras gehört auch ein streng geheimer interaktiver Bonusbereich (siehe Liste), aber über den wird hier natürlich nichts verraten. Meine Lippen sind versiegelt!
FSK: ab 12 Jahren Filmlänge: 89 Minuten Sprachen: Deutsch, Englisch Bonusmaterial:
- Audiokommentar von Regisseur Grant Heslov
- Audiokommentar von Buchautor Jon Ronson
- Die wahren Männer des ersten Bataillons
- Projekt "Hollywood": Ein Geheimbericht vom Set
- Streng geheimer Bonusbereich mit Interactivevideo
- Behind the scenes
- Geschnittene Szenen
- Fotogalerie mit Fotos vom Dreh und Szenenbildern
- Trailer
- Trailer für Kiss & Kill
- Weitere Highlights enthält die Trailer für Der Ghostwriter, Chloe, Awaydays, Verlobung auf Umwegen, Der Junge und der Wolf.
Jeff Bridges machte sich am 04.03.10 im Kino selbst Konkurrenz, denn sowohl das DramaCrazy Heart (wofür er für einen Oscar als bester Hauptdarsteller bekam) als auch die oberschräge Komödie Männer die auf Ziegen starren starteten an dem Tag in den Kinos durch.
Reporter Bob Wilton (Ewan McGregor, Cassandras Traum, Der Ghostwriter, demnächst: Amelia) dümpelt beim Ann Arbor Daily Telegram vor sich hin und will endlich Karrierre machen. Doch wie, wenn er als Vertreter der Kleinstadtzeitung immer am Katzentisch sitzt, während die Kollegen der auflagenstarken Konkurrenz Ressourcen haben, von denen er nur träumen kann?
Als er Gus Lacey (Stephen Root, Der Solist) interviewt, der behauptet. er hätte als Spion für eine geheime Abteilung der Army gearbeitet - genannt New Earth Army - und dort seine übersinnlichen Fähigkeiten trainiert, hält er die Story für Fiktion. Super-Soldaten genannt Jedi-Krieger, die durch Wände gehen und Tiere durch ihre Blicke töten?
Dann sitzt Bob wochenlang frustriert in seinem Hotel in Kuwait fest und wartet darauf, in den Irak einreisen zu dürfen. Dort begegnet er Lyn Cassady (George Clooney, Up in the Air), von dem ihm Gus Lacey erzählt hatte. Lyn lässt sich überzeugen und nimmt Bob mit in den Irak. (Foto: Bill Django und Lyn Cassady beim "Morgenappell". Clooney, Bridges. (c) Kinowelt)
Während die beiden ihr eigenes Abenteur erleben, erzählt Lyn die Geschichte der New Earth Army, die unter der Leitung von Bill Django (Jeff Bridges, Iron Man, New York für Anfänger, Crazy Heart) stand.
In den witzigen Flashbacks in die 80er Jahre sehen wir, wie Bill Django mit esoterischen Methoden aus der Hippie- und New Age Bewegung und Psychologie in sein Training implementiert. Zuerst muss er allerdings seine kurzhaarige Truppe locker machen und tanzen lassen! Dabei erinnert er die Jungs an den Status der Truppe - offiziell existiert sie natürlich gar nicht. Einzig Larry Hooper (Kevin Spacey, 21, demnächst DVD: Shrink - nur nicht die Nerven verlieren) hat nicht die Absicht, bei dem "Hippie-Kram" wirklich mitzumachen. (Bild links: Hooper hat kein Verständnis für Lyns gute Laune. Clooney, Spacey, Nick Offerman. (c) Kinowelt)
Die Maskenbildner hatten sicher besonderen Spaß mit George Clooney und Jeff Bridges, und so geht es auch den Zuschauern. Ewan McGregor ist in seiner Rolle als blauäugiges Landei an Clooneys Seite das ideale Gegengewicht zu den erfahrenen Jedi-Kriegern.
Der Film schafft es, angenehm-nostalgische Erinnerungen an eine Zeit wachzurufen, als rotgekleidete Sannyasins (um Bhagwan Shree Rajneesh) zum Straßenbild gehörten, als Demonstrationen noch mit Angst und Enthusiasmus in dem Glauben, dass sie etwas ausrichten können, unternommen wurden, und als auf dem Pfad zur Selbstverwirklichung tonnenweise Tee getrunken und Räucherstäbchen verbrannt wurden. Männer die auf Ziegen starren ist u. a. eine gelungene Parodie auf das Militär, deren Hierarchien und Methoden. Gleichzeitig natürlich auch auf die vielen Filme, in denen das Klischee der stahlharten Männer und noch härteren Sprüchen bedient wird. Der Film ist herrlich schräg, durchgehend unterhaltsam und schafft es auch noch, die Geschichte zu einem guten, überzeugenden Ende zu bringen. Das ist eine ganze Menge. (Foto: Lyn und Bob kämpfen sich durch die Wüste. Clooney, McGregor)
Die Versicherung, dass an der Story mehr dran ist, als man zu glauben bereit ist, fällt dabei wohl kaum in die Waagschale. Wer sich trotzdem den Journalisten Jon Ronson und seine Arbeit ansehen will, der kann das hier tun: The Guardian Profil von Jon Roson.
Männer die auf Ziegen starren Trailer (deutsch)
Männer die auf Ziegen starren -- Genre: Komödie -- deutscher Kinostart: 04.03.2010, DVD-VÖ: 05.08.10 -- Länge: 93 Minuten -- FSK: ab 12 Jahren Drehbuch: Peter Straughan (New York für Anfänger), basierend auf dem Sachbuch von Jon Ronson Regie: Grant Heslov
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Der Mai wird supi: Erst kommt X-Men Origins: Wolverine (29./30.04.09), eine Woche später Star Trek, die Woche daraufIlluminati- ab 13.05.2009 im Kino. Klasse, denn vorFast & Furious 4 wurden alle 3 Trailer hintereinander gezeigt, was natürlich besonders gut kam.
Für diese Adaption des Romans von Dan Brown hat man dieses Mal gleich zwei Star-Autoren angeheuert: David Koepp (u. a. Wen die Geister lieben, Spider-Man, Panic Room) zusätzlich zu Akiva Goldsman (u. a. I Am Legend, The Da Vinci Code - Sakrileg, I, Robot).
Story: Bei Illuminati wissen wir schon gleich, worum's geht - um eine Verschwörung gegen die katholische Kirche von seiten des Geheimbundes Illuminati, der die Bluttaten der Kirche mit gleicher Münze - wenn auch moderneren Methoden - vergelten will. Es ist Robert Langdon (Tom Hanks, Der Krieg des Charlie Wilson), der nach Rom eilt, um den Vatikan vor der Rache der Illuminati zu retten. Zwar kämpft Langdon auf der falschen Seite, doch was soll's - der Trailer verspricht jede Menge cooler Action.
Mit dabei: Stellan Skarsgard, über den wir zuletzt in Mamma Mia! lachten, demnächst in Boogie Woogie und Frankie und Alice zu sehen. Ewan McGregor (Cassandras Traum, DVD: Deception - Tödliche Versuchung, Amelia) Armin Müller-Stahl (The International) u.v.m.
Illuminati -- Genre: Thriller/Action -- deutscher Kinostart: 13.05.2009 -- FSK: ab 12 Jahren -- Dauer: 138 Minuten
Drehbuch: David Koepp und Akiva Goldsman Regie: Ron Howard, wie auch schon bei Teil 1 -- Der Da Vinci Code - Sakrileg
Selbst Woody-Allen Fans werden kaum behaupten, dass Cassandras Traum eine Glanzleistung ist, die man gesehen haben muss. Lange war es nicht sicher, ob Cassandras Traum in die Kinos kommt oder gleich auf DVD herauskommt. Leider hat man sich dann dafür entschieden, mittels dem Zugpferd Woody Allen, der ja gerade mit dem hoffentlich viel viel besseren Vicky Cristina Barcelona (deutscher Kinostart: voraussichtlich 04.12.08) in Cannes war, den Zuschauern Geld für 108 stellenweise peinliche, stellenweise langweilige und letztlich einfach nicht zufriedenstellende Minuten abzunehmen. Selbst der exzellente Colin Farrell und der nicht immer überzeugende Ewan McGregor können das amateurhafte Cassandras Traum nicht 'rausreißen. Vielleicht ist 1 Film pro Jahr ein Produktionstempo, das sich Woody Allen nicht mehr antun sollte.
Ian (Ewan McGregor, demnächst: Deception), der im Restaurant eines Vaters arbeitet und sein Bruder, der Automechaniker und Zocker Terry (Colin Farrell, Brügge sehen ... und sterben?), wollen schnell Geld machen. Terry hat, nach anfänglichen Gewinnen, gerade eine Riesensumme verzockt, Ian möchte aus dem Familienrestaurant heraus und sich in eine Hotelkette einkaufen.
Die Gier nach Geld wird noch verstärkt, als Ian die Schauspielerin Angela (Hayley Atwell, demnächst: Wiedersehen in Brideshead) kennelernt, der er vorgaukelt, reich zu sein. Währenddessen fühlt sich Terry von seiner Freundin Kate (Sally Hawkins, demnächst: Happy-Go-Lucky) unter Druck gesetzt, die nichts von seinen Spielschulden weiss und die gemeinsame Zukunft plant.
Wie gut, das just in dieser Situation der reiche Onkel Howard (Tom Wilkinson, demnächst: RocknRolla, Walküre) auftaucht. Doch anstatt der die Brieftasche aufmacht, erzählt er von seinen eigenen Schwierigkeiten mit seinen nicht ganz legalen Geschäften und bittet die beiden Brüder darum, einen Mord zu begehen. Bis der Mord endlich passiert, liegt schon über eine ganze Stunde Film hinter uns, viel davon verbracht damit, jegliche aufkeimende Spannung zu zerreden mit allen möglichen Argumenten und Gegenargumenten, und diese dann noch zu wiederholen. Nach der Tat hat einer der Brüder Schuldgefühle, was zur Katastrophe führt.
So wenig glaubhaft die Entscheidung, so wenig glaubhaft ist auch der Fortgang der Story. Woody Allen erzählt die Geschichte per überlangem on-the-nose Dialog, anstatt einen Subtext zu entwickeln. Alles on-the-nose. Ich glaube, es war Christopher McQuarrie, der einmal sagte: Überleg' Dir, was du in der Szene sagen willst. Und dann sag' es nicht. Auch David Mamet geht es in seinem Buch On Directing Film darum, wie man etwas ausdrückt, anstatt es per on-the-nose Dialog einfach zu sagen.
Erst vor kurzem hatten wir Tödliche Entscheidung (Drehbuch: Kelly Masterson, Regie: Sidney Lumet) gesehen, in dem zwei Brüder (Ethan Hawke, Philip Seymour Hoffman) den elterlichen Juwelierladen überfallen, was völlig in die Hose geht, auch da passiert ein Mord. Auch da wird nur einer der Brüder von Schuldgefühlen geplagt, während der andere gewaltbereit ist. Aber wo Tödliche Entscheidung spannend und glaubhaft ist, mit der Zeit spielt und vor allem auch die Charaktere entwickelt, versagt Woody Allens Cassandras Traum. Leider.
Cassandras Traum - Cassandra's Dream - deutscher Trailer (2:15)
Cassandras Traum - OT: Cassandra's Dream Buch und Regie: Woody Allen
Cassandras Traum Cast: Ian - Ewan McGregor Terry - Colin Farrell Howard - Tom Wilkinson Kate - Sally Hawkins Angela - Hayley Atwell