Der Thriller Wer ist Hanna? mit Saoirse Ronan (Abbitte) in der Titelrolle ist das absolute Kontrastprogramm zu dem ebenfalls diese Woche gestarteten exzellenten Drama Auf brennender Erde. Das klischeebeladene Drehbuch zu Wer ist Hanna? stammt von zwei Neulingen, dem Kanadier Seth Lochhead und dem Briten David Farr, die mit Begeisterung die ausgelutschtesten Storyelemente zu einem dünnen Geschichtchen verwursten, das sie mit eindimensionale Figuren besiedeln. Das Drehbuch ist etwa zwei Entwürfe von gut entfernt, in denen man z. B. die Unbeständigkeit der Storywelt hätte ausbügeln können. Da die Geschichte auch nach Deutschland führt, kommt darin selbstredend ein superblonder sadistischer Killer (gespielt von Tom Hollander, Operation Walküre, Der Solist) vor, der pfeifend auf Menschenjagd geht und dabei auch noch zwei Skinheads in Bomberjacken und schwarzen Stiefeln zur Unterstützung dabei hat. Der Killer Isaacs trägt den Spitznamen Doberman und leitet den legendären Hamburger Stripclub Safari.
Posts mit dem Label blanchett werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label blanchett werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
28.05.2011
Wer ist Hanna? Kritik + Trailer - Ronan, Blanchett, Bana
Abonniere den Newsletter! Einfach hier klicken
Labels:
blanchett,
Filmkritik,
trailer
23.06.2008
Der seltsame Fall des Benjamin Button - Trailer
Der seltsame Fall des Benjamin Button (Originaltitel: The Curious Case of Benjamin Button) ist die Adaption einer Kurzgeschichte von F. Scott Fitzgerald, das Drehbuch dazu schrieb Eric Roth (Der Gute Hirte, München). Regie führte David Fincher (Zodiac, Panic Room, Fight Club). UPDATE: Der seltsame Fall des Benjamin Button Kritik.
Mit 13 Oscarnominierungen im Gepäck (Bericht) kommt Benjamin Button jetzt bei uns in die Kinos, was die Erwartungen natürlich gleich enorm steigert.
Ich bin total gespannt auf den Film, in dem es um Benjamin Button geht, der rückwärts altert. Wir wird das wohl glaubhaft umgesetzt? Wenn man sich die Besetzung ansieht, dann ist man noch gespannter. Mit dabei sind unter anderem Cate Blanchett (Indiana Jones IV, Babel, I'm Not There), Tilda Swinton (Michael Clayton, Julia, demnächst: Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian und Burn After Reading), und Jason Flemyng (demnächst: Mirrors, Shifty, Solomon Kane).
Da wir Benjamin Button von der Geburt als Greis bis ins "hohe Kindesalter" begleiten, wird Benjamin natürlich von verschiedenen Schauspielern dargestellt. Dabei scheint der mittlerweile 45-jährige Brad Pitt (Ocean's 13, Babel, demnächst: Burn After Reading) die Rolle über eine größere Zeitspanne zu spielen.
Deutscher Kinostart: 29. Januar 2009
Update: Jetzt ist auch der deutsche Trailer da!
Der seltsame Fall des Benjamin Button - deutscher Trailer (1:37)
Original-Kinotrailer (engl.) - Der seltsame Fall des Benjamin Button (2:35)
Verwandte Posts:
Der seltsame Fall des Benjamin Button Kritik
Oscar-Nominierungen 2009
Startseite
Mit 13 Oscarnominierungen im Gepäck (Bericht) kommt Benjamin Button jetzt bei uns in die Kinos, was die Erwartungen natürlich gleich enorm steigert.
Ich bin total gespannt auf den Film, in dem es um Benjamin Button geht, der rückwärts altert. Wir wird das wohl glaubhaft umgesetzt? Wenn man sich die Besetzung ansieht, dann ist man noch gespannter. Mit dabei sind unter anderem Cate Blanchett (Indiana Jones IV, Babel, I'm Not There), Tilda Swinton (Michael Clayton, Julia, demnächst: Die Chroniken von Narnia: Prinz Kaspian und Burn After Reading), und Jason Flemyng (demnächst: Mirrors, Shifty, Solomon Kane).
Da wir Benjamin Button von der Geburt als Greis bis ins "hohe Kindesalter" begleiten, wird Benjamin natürlich von verschiedenen Schauspielern dargestellt. Dabei scheint der mittlerweile 45-jährige Brad Pitt (Ocean's 13, Babel, demnächst: Burn After Reading) die Rolle über eine größere Zeitspanne zu spielen.
Deutscher Kinostart: 29. Januar 2009
Update: Jetzt ist auch der deutsche Trailer da!
Der seltsame Fall des Benjamin Button - deutscher Trailer (1:37)
Original-Kinotrailer (engl.) - Der seltsame Fall des Benjamin Button (2:35)
Verwandte Posts:
Der seltsame Fall des Benjamin Button Kritik
Oscar-Nominierungen 2009
Startseite
Abonniere den Newsletter! Einfach hier klicken
29.05.2008
Indiana Jones und das Koenigreich des Kristallschaedels - Kritik und Kinotrailer
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - Genre: Abenteuer -- deutscher Kinostart: 22.05.2008 -- FSK: 12Millionen von Indiana-Jones-Fans, die sich vermutlich gerade nochmals die drei Vorgänger von Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels im Marathon angesehen haben, sind zwar nicht hellauf begeistert, aber doch eher mit diesem Film zufrieden, als der Rest der Zuschauer.
Kann Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels auf seinen eigenen zwei Beinen stehen? Kann der Film außer den eingefleischten Indy-Fans auch neue Zuschauer in seinen Bann ziehen? Diese Frage wollte ich klären, deshalb widerstand ich dem Marketing und sah mir keinen der alten Indiana-Jones-Filme an. Völlig unvorbelastet also...
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels
Die Antwort auf obige Fragen ist ein kristallklares Nein. Die dünne Story um einen magnetischen Kristallschädel, um den Indiana Jones (Harrison Ford, demnächst: Crossing Over) und die mit übersinnlichen Kräften begabte Irina Spalko (Cate Blanchett, Babel, Hot Fuzz, I'm Not There. Demnächst: Der seltsame Fall des Benjamin Button) rangeln, ist völlig spannungsfrei und vorhersehbar, eine lustlose Pflichtübung. Zwar fiel Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels in zigtausend Kinos weltweit ein und setzte am Premieren-Wochenende Riesensummen um, doch darf stark bezweifelt werden, dass das über die nächsten Wochen so bleibt, der Erfolg letztlich an den von z. B. Iron Man herankommen wird. Es sind die eingefleischten Indy-Fans, die diesen Film pushen und sich auch die DVD für ihre Indy-Kollektion holen werden.
Drehbuchautor David Koepp, ehemaliger IT-Boy (z. B. Panic Room und die Adaption von Spider-Man (1) und Das geheime Fenster), schafft es noch nicht einmal, die größte Enthüllung powerful umzusetzen. (Gerüchten zufolge soll er sich zwar bei früheren Entwürfen anderer Autoren (Jeff Nathanson, Frank Darabont) reichlich bedient haben, aber das sind eben nur Gerüchte, ich habe die Entwürfe nicht gesehen.) Da Koepp keine Spannung erzeugen konnte wundert es einen auch nicht, selbst in Filmkritiken schon zu lesen, dass Mutt Williams (Shia LaBeouf) der Sohn von Indiana Jones und Marion Ravenwood (Karen Allen) ist. Im Film wird diese Enthüllung nebenbei, so als "ach, übrigens...." präsentiert. Auch wird das große Finale nicht vernünftig aufgebaut und hat deshalb null Impakt. Die Romanze zwischen Marion und Indy müssen die Zuschauer noch von den anderen Filmen im Kopf haben, quasi selbst mitbringen, und dann einen Bogen schlagen und dran glauben, dass 20 Jahre wie ein Tag sind.
Dass uns die Augen nicht zufielen lag an Cate Blanchett (keine Überraschung, ne?), Shia LaBeouf (und unserer Hoffnung, dass es zwischen Mutt und Indy spannend werden könnte) und an den teils lächerlichen, teils ham-wer-schon-gesehen Action-Szenen und CGI-Spektakel. Wolfgang Petersen (Poseidon) hätte sicherlich aus den Wasser-Szenen mehr herausgeholt als der ehemalige Star-Regisseur Steven Spielberg, der für Indiana Jones IV geschätze 125 - 185 Millionen Dollar verbraten haben soll. Keine Angst, die werden vermutlich dieses Wochenende dann wieder drin sein, wenn die weltweiten Umsätze 360 Millionen erreichen. (Iron Man öffnete in weniger Kinos und steuert derzeit auf die 500 Millionen Dollar Umsatz weltweit zu bei Produktionskosten von 140 Millionen Dollar)
Wir saßen da und schauten uns die Action-Szenen ziemlich emotionslos an, was uns noch Zeit gab, uns während der überlaaaaaannngen Verfolgungsjagd durch den Urwald zu fragen, wieso in bestimmten Einstellungen der Hinterkopf von Irina Spalko nicht so aussah, als wäre es tatsächlich Cate Blanchetts dunkler Bob. Oder ob Mutt Williams, der sich - eben während der Verfolgungsjagd - eine Zeit lang wie Tarzan mittels Lianen fortbewegte, tatsächlich die Autos einholen könnte. Oder, oder, oder. Lauter Fragen, die wir nie gestellt hätten, wären wir tatsächlich von der Story und den Figuren gefesselt gewesen.
Die Frage, ob Shia LaBeouf hier als neuer Indiana Jones eingeführt wird, steht lange Zeit im Raum. Doch die letzte Szene scheint diese Frage mit Nein zu beantworten - Indiana Jones nimmt Mutt Williams seinen Markenzeichen-Hut aus der Hand, setzt ihn sich selbst auf und läuft Richtung Sonnenschein..... Ein offensichtlicher Mangel an interessanten Geschichten für Indiana Jones verbietet das ohnehin.Shia LaBeouf, anscheinend ein Spielberg-Protegé, (Transformers, Disturbia, demnächst im auch von Spielberg produzierten Eagle Eye und Transformers 2), kommt ganz gut als 50er-Jahre Rebell... oder als Tarzan :) Als LaBeouf auf dem Motorrad auftauchte, musste ich grinsen. Wo haben wir das schon gesehen, genau so? Ach ja, Brando war das in Der Wilde.
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels startet 1957 und um uns diese Zeit näher zu bringen, wird uns zuerst einmal Elvis Presley Musik auf die Ohren gehauen. Weiter geht's dann abwechselnd mit dem ohrenbetäubenden Indiana Jones Thema und den einfallslos ausgewählten abgenudeltsten aller abgenudelten "greatest Hits" der Zeit, bis dann irgendwann angenommen wird, dass es auch der letzte Popcornkauer begriffen hat und nur noch am Indy-Thema gerifft wird. Stellenweise ist der aufdringliche Score völlig unpassend arrangiert. Mir ging der Score und Soundtrack echt gehörig auf die Nerven. Im Laufe des Films flacht das zwar ab, aber da ist es auch schon zu spät. Von mir gäb's dafür einen Razzie.
Drehbuch: David Koepp (Zathura, Krieg der Welten, Das geheime Fenster. Demnächst: Ghost Town) basierend auf einer Story von George Lucas und Jeff Nathanson.
Regie: Steven Spielberg (München, Krieg der Welten. Demnächst: The Trial of the Chicago 7, Tintin)
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels Cast:
Indiana Jones - Harrison Ford
Mac - Ray Winstone (Ein Schatz zum Verlieben. Demnächst: Jason Connery Project (kein Titel)
Mutt Williams - Shia LaBeouf
Irina Spalko - Cate Blanchett
Prof. "Ox" Oxley - John Hurt (demnächst: Hellboy 2 - Die goldene Armee)
Charles Stanforth - Jim Broadbent (demnächst: Tintenherz, Harry Potter und der Halbblutprinz)
Marion Ravenwood - Karen Allen
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - deutscher Trailer (1:44)
Regie: Steven Spielberg (München, Krieg der Welten. Demnächst: The Trial of the Chicago 7, Tintin)
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels Cast:
Indiana Jones - Harrison Ford
Mac - Ray Winstone (Ein Schatz zum Verlieben. Demnächst: Jason Connery Project (kein Titel)
Mutt Williams - Shia LaBeouf
Irina Spalko - Cate Blanchett
Prof. "Ox" Oxley - John Hurt (demnächst: Hellboy 2 - Die goldene Armee)
Charles Stanforth - Jim Broadbent (demnächst: Tintenherz, Harry Potter und der Halbblutprinz)
Marion Ravenwood - Karen Allen
Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels - deutscher Trailer (1:44)
Abonniere den Newsletter! Einfach hier klicken
28.02.2008
I'm Not There - Filminfos und Trailer

Eigentlich muss man über I'm Not There nicht viel sagen... Das Drehbuch hat schließlich Todd Haynes (Dem Himmel so fern, Velvet Goldmine) zusammen mit Oren Overman (Jesus' Son; demnächst: Married Life) geschrieben und Haynes führte auch Regie. Bei der Cast-Liste von I'm Not There steht man doch schon an der Kinokasse: Heath Ledger, Christian Bale, Cate Blanchett, Richard Gere? Yeah, baby, wann geht's los? ;) (In Österreich und Berlin läuft's schon länger, Rest von Deutschland: 28.02.08). FSK: ab 12 Jahren. Es gibt auch 'ne ganze Menge Film (und Musik auch!) für's Geld, denn I'm Not There hat eine Laufzeit von 135 Minuten. Also Proviant nicht vergessen;) (für den US-Teaser 'runterscrollen)
Wer spielt in diesem Film über das Leben von Bob Dylan nun Bob Dylan? Antwort: Alle. Nicht auflegen, das ist echt spannend und schön schräg. Insgesamt sind es 6 Darsteller, die jeweils einen Aspekt von Bob Dylans Persönlichkeit spielen. Ja, inklusive Cate Blanchett, die dafür eine Oscar-Nominierung einheimste. Sowas in der Art hat ja Eva Mattes 1984 in Ein Mann wie Eva gemacht, Tilda Swinton hat in Orlando sowohl einen Mann als auch eine Frau gespielt, Hilary Swank (Boys Don't Cry), Felicity Huffman (Transamerica) und Marcia Gay Harden (Gaudi Afternoon/Tardes de Gaudi) haben alle prä-operative MtF Transsexuelle - sprich: anatomisch gesehen: Männer - gespielt. Erfolgreich, möchte ich noch hinzufügen.
Damit wir (oder der Drehbuchschreiber und die Darsteller) nicht durcheinanderkommen, hat jeder Aspekt der Persönlichkeit Bob Dylans einen eigenen Namen - also Dr. Jekyll/Mr. Hyde mäßig. Comprende? Bei den Aspekten handelt es sich um den Propheten, den Outlaw, den Fake, den Bandleader etc.
Dass I'm Not There auch eine tollen Soundtrack hat, versteht sich wohl von selbst. Hier klicken, da kann man 'reinhören <I'M Not There (Soundtrack)
Drehbuch: Todd Haynes und Oren Moverman (Jesus' Son; demnächst: Married Life)
Regie: Todd Haynes (Dem Himmel so fern, Velvet Goldmine)
I'm Not There - Cast:
Jude Quinn - Cate Blanchett (Babel, Elizabeth: das goldene Königreich, demnächst auch in Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels)
Robbie Clark - Heath Ledger(demnächst in: The Dark Knight und wohl auch in The Imaginarium of Dr. Parnassus zu sehen)
Jack Rollins - Christian Bale (Harsh Times - Leben am Limit, Todeszug nach Yuma; demnächst: The Dark Knight)
Billy the Kid - Richard Gere (Hunting Party, demnächst: Nights in Rodanthe)
Woody Guthrie - Marcus Carl Franklin (demnächst Cameo in Abgedreht - Be Kind Rewind)
Arthur Rimbaud - Ben Whishaw (Parfum - die Geschichte eines Mörders; demnächst: The Restraints of Beasts, Brideshead Revisited)
Alice Fabian - Julianne Moore (demnächst: Wilde Unschuld, die Stadt der Blinden)
I'm Not There - offizieller US-Teaser (1.07)
Diese Woche auch neu: Meine Frau, die Spartaner und ich
8 Blickwinkel
Michael Clayton
Noch nicht gesehen? Todsünde! 10/10 für -- Sweeney Todd - der teuflische Barbier aus der Fleet Street
Oscar-Gewinner!
Abonniere den Newsletter! Einfach hier klicken
Labels:
28.02.08,
bale,
blanchett,
gere,
Heath Ledger,
I movie,
I'm not there,
Julianne Moore,
M C Franklin,
Todd Haynes,
whishaw
10.07.2007
DVD: Babel - mit Brad Pitt, Cate Blanchett, Gael Garcia Bernal
Babel ist ein Film, den die Zuschauer sich quasi erfühlen und den jeder für sich anders interpretiert - vielleicht gerade deshalb hinterlässt Babel solch einen starken Eindruck. Die vier mehr oder weniger miteinander verbundenen Handlungsstränge üben eine Faszination aus, wie man sie nicht häufig erlebt.Wunderschöne Bilder und stimmungsvolle Musik komponiert von Gustavo Santaolalla (der dafür einen Oscar erhalten hat) runden das von Guillermo Arriaga geschriebene und von Alejandro Gonzalez Innaritu inszenierte Meisterwerk ab. (Alle drei hatten auch schon bei 21 Gramm und Amores Perros zusammengearbeitet.) Zuerst zu den DVD-Features, dann zum Film Babel selbst...
Babel DVD
Bonusmaterial:
Auf der Babel Single DVD ist absolut nada, nothing, nix ausser eine Handvoll Trailer. Ich war sehr enttäuscht. Auf dem am 6. August 2007 erscheinenden Babel (Deluxe Steelbook)
FSK: 16 Jahre, Länge: rund 140 Minuten, Sprachen: Deutsch und Englisch, UT für fremdsprachige Dialoge (z. B. japanisch, spanisch etc.)
Bezüglich der Untertitel zu fremdsprachigen Szenen: Ich kam mir stellenweise vor wie in Lost in Translation, in der Bill-Murray Szene beim Whiskey-Werbeshoot. Ich nehme an, dass es Absicht war, nicht alles zu untertiteln... damit macht man ein tolles Statement bezüglich der Unzulänglichkeiten von Übersetzungen (da stimme ich ja sowas von zu), was voll zum Thema von Babel gehört, aber geärgert hat's mich trotzdem.
Babel - Der Film
Der Ausgangspunkt für die Geschichte liegt in Marokko, wo ein Hirtenjunge seinem Bruder die Reichweite seines neuen Gewehres demonstrieren will und sich als Ziel einen Bus voller Touristen aussucht. Durch den Schuss wird Susan (Cate Blanchett, Hot Fuzz) schwer verletzt. Ihr Ehemann Richard (Brad Pitt, Ocean's 13) versucht verzweifelt, ärztliche Hilfe aufzutreiben und wir kriegen mit, wie aufgeschmissen die Einheimischen in einer solchen Situation sind. Sofort wird angenommen, dass der Schuss ein terroristischer Akt war und es gibt allerlei politische Verwicklungen, durch die die medizinische Betreuung noch weiter verzögert wird.Während Susan in Marokko um ihr Überleben kämpft, passt zuhause in San Diego die mexikanische Haushälterin Amelia (Adriana Barazza, Amores Perros) auf die beiden Kinder des Ehepa
ares auf. Durch den verlängerten Aufenthalt von Susan und Richard in Marokko sieht sie sich gezwungen, die beiden Kinder mit nach Mexiko zu nehmen, wo sie der Hochzeit ihres Sohnes beiwohnen will. Ihr Neffe Santiago (Gael Garcia Bernal, La mala Educacion) spielt den Chauffeur und begeht den Fehler, bei der Hochzeit Alkohol zu trinken.Damit haben wir schon 'mal drei Handlungsstränge, die nachvollziehbar und gut verknüpft zusammenhängen. Doch fragt man sich während des Films, was eigentlich die Geschichte der taubstummen Japanerin Chieko (Rinko Kikuchi) und ihres Vaters Yasujiro (Koji Yakusho) mit all dem zu tun hat. Wenig. Eigentlich zu wenig.
Die Verbindung hängt an solch einem dünnen Faden, dass auch ich zuerst etwas angefressen war, weil selbst am Ende des Films nicht noch ein Detail auftauchte, was die Verbindung stärkte. Es ist zwar nicht uninteressant zuzusehen, wie Chieko aufgrund des Seltstmords ihrer Mutter völlig aus der Spur läuft und auch, wie ihr Vater damit umgeht - aber irgendwie wartete ich doch auf ... irgendetwas.
Der Zusammenhang ist (leider nur) ein thematischer. Zum einen ziehen sich hier Eltern/Kinder, Trauer und Verlust und das Umgehen bzw. Akzeptieren von Fehlern, d
ie wir Menschen machen, wie rote Fäden durch den ganzen Film. Wichtiger ist allerdings das übergeordnete (und namengebende) Thema der interkulturellen Kommunikation.Was macht man in Babylon, wie verständigt man sich? Selbst Menschen, die die gleiche Sprache sprechen, verstehen einander oft falsch. Worte sind auch nur Symbole und daher meist unzureichend, misinterpretierbar und oft nur im Kontext zu begreifen. Worte sind nicht die Lösung - Gefühl, Mitgefühl, Einfühlungsvermögen, Verständnis etc. sind vonnöten. Cooles Wort: Verständnis....
Es ist Arriaga hoch anzurechnen, dass er das Thema - interkulturelle Kommunikation - nicht nur wie üblich auf ethnische Gruppen bezogen hat, sondern richtig nach Textbuch auch eine Subkultur mit einbezogen hat. Wobei die Gruppe der Taubstummen mit ihrer Zeichensprache noch leichter verständlich ist (für den unbedarften Zuschauer) als wenn Arriaga eine andere Subkultur gewählt hätte, die auch ihre eigene Lingo und Besonderheiten hat.
Genau betrachtet zeigt der Film Babel was (interkulturelle) Kommunikation ist, wie sie funktioniert und weshalb wir so oft Schwierigkeiten damit haben. .. Am besten sieht man das nun leider am Beispiel von Chieko. Sie kann sich verständigen - doch dafür muss ihr Gegenüber bereit sein, sich ihrer Art der Kommunikation zu öffnen, er muss sich in ihre Situation hineinversetzen.
Und daran hängt, wenn man es genau betrachtet, in Babel alles. Jede der Figuren ist darauf angewiesen, dass die anderen Einfühlungsvermögen oder gar Mitgefühl haben und dementsprechend handeln. Richard und Susan haben Glück mit den Einheimischen (jedoch nicht mit den anderen Touristen, bei denen überwiegt die eigene Angst). Chieko eckt vielerorts an (ausser bei ihrem Vater), bei Amelia und Santiago klappt es auch nicht, schon gar nicht in der Hektik an der mexikanischen Grenze. Und immer wieder ist es ihre Angst, die die Menschen dazu treibt, Fehler zu machen.Hier kann man in den schönen Soundtrack reinhören: Babel
Den Original Babel Trailer und andere Babel video-clips habe ich hier eingestellt (alle in Englisch)
Babel
Drehbuch: Guillermo Arriaga
Regie: Alejandro Gonzalez Inarritu
Musik: Gustavo Santaolalla
Babel Cast:
Richard: Brad Pitt
Susan: Cate Blanchett
Amelia: Adriana Barazza
Chieko: Rinko Kikuchi
Santiago: Gael Garcia Bernal
Yasujiro: Koji Yakusho
Auch interessant:
Startseite Film
In die Wildnis - Allein nach Alaska
Tödliche Entscheidung - Before the Devil Knows You're Dead
Outsourced
Die Fremde in Dir
Abonniere den Newsletter! Einfach hier klicken
Abonnieren
Posts (Atom)
