In der Action-Komödie G-Force- Agenten mit Biss geht's um das streng geheime tierische Undercover-Spionageteam G-Force, das vom nerdigen Regierungsbeamten Ben (Zach Galifianakis, Hangover) ausgebildet wurde. Ben ist einer dieser "verrückten Wissenschaftler", die man öfter in Filmen sieht.
Zu der Einheit G-Force unter Leitung des Meerschweinchens Darwin (Foto rechts) gehören die Meerschweinchen Agentin Juarez und Agent Blaster, der Maulwurf Speckles und die Fliege Mooch. Zusammen kämpft der Trupp gegen Korruption und Verbrechen.
Der Auftrag der G-Force: dem verrückten Milliardär Leonard Saber (Bill Nighy, Underworld 3: Aufstand der Lykaner) Einhalt gebieten, der per einer teuflischen Software die Welt regieren will. Dabei kommen die Undercover-Viecher auch schon 'mal den menschlichen FBI-Agenten in die Quere...
Für das Drehbuch von G-Force - Agenten mit Biss zeichnen gleich fünf Autoren verantwortlich: Das als The Wibberleys bekannte Ehepaar Marianne und Cormac Wibberley (Shaggy Dog, Das Vermächtnis des geheimen Buches), das legendäre Autorenteam Ted Elliott und Terry Rossio (Shrek 1, Fluch der Karibik Trilogie, Das Vermächtnis des geheimen Buches) und Tim Firth (Shopaholic).
Regie führt Hoyt Yeatman, der auch die Idee für diese Story hatte. Yeatman ist Spezialist für Visual Effects, G-Force - Agenten mit Biss ist seine erste Regiearbeit (Feature).
G-Force - Agenten mit Biss -- Genre: Familienfilm -- deutscher Kinostart: 15.10.2009 -- FSK: ohne Altersbeschränkung Drehbuch: The Wibberleys , Ted Elliott & Terry Rossio, Tim Firth. Regie: Hoyt Yeatman
Seit über zwei Jahren warten wir jetzt schon auf einen neuen Film mit Hugh Grant, den wir zuletzt in American Dreamz und Mitten in's Herz gesehen haben. Im Januar 2010 wird das Warten ein Ende haben, da kommt endlich die romantische Komödie Haben Sie das von den Morgans gehört? mit Grant und Sarah Jessica Parker (Sex and the City 2) in die Kinos. Einen deutschen Trailer gibt's jetzt schon, cool! (siehe unten)
Auf diesen Film freuen wir uns besonders, weil der Drehbuchautor und Regisseur kein anderer als Marc Lawrence ist, der schon bei Mitten in's Herz und Ein Chef zum Verlieben mit Hugh Grant zusammengearbeitet hat. Auch drei der Produzenten von Mitten in's Herz sind wieder an Board - Liz Glotzer (auch: Der Nebel, Das perfekte Verbrechen), Martin Shafer (Beowulf) und Melissa Wells.
Story:
Die Ehe der beiden erfolgreichen New Yorker Paul (Hugh Grant) und Meryl Morgan (Sarah Jessica Parker) ist alles andere als glücklich. Dann werden die beiden Zeugen eines Mordes und müssen befürchten, dass der Auftragskiller sie deshalb als nächstes in's Fadenkreuz nimmt.
Genau dafür gibt's das Zeugenschutzprogramm, hurra! Doch halt -- die zwei Urbanites werden wohin verfrachtet? In's tiefste Wyoming, in ein Kaff in den Rockys zu den Cowboys? Wird das die Ehe der beiden City Slicker retten oder ihr den Todesstoß versetzen?
Okay, die Storyline erinnert doch sehr an Killshot - allerdings waren dort die beiden Auftragskiller (gespielt von Mickey Rourke und Joseph Gordon-Levitt) die Hauptpersonen und es war weder romantisch noch lustig. Killshot meets City Slickers?
Bei Haben Sie das von den Morgans gehört? mit dabei sind auch Mary Steenburgen (Selbst ist die Braut) und Michael Kelly (Der fremde Sohn, demnächst: Law Abiding Citizen)
Haben sie das von den Morgans gehört? -- Genre: romantische Komödie -- deutscher Kinostart: 07.01.2010 -- FSK: ab 6 Jahren Drehbuch: Marc Lawrence (Mitten in's Herz, Miss Undercorver I+II, Ein Chef zum Verlieben, Auf die stürmische Art) Regie: Marc Lawrence (Mitten in's Herz, Ein Chef zum Verlieben)
Haben sie das von den Morgans gehört Trailer deutsch
Nachdem die letzte Adaption einer uralt-TV Serie -Get Smart - nicht überzeugte, kommt jetzt trotzdem die nächste: Die fast vergessene Welt mit Will Ferrell (Die Eisprinzen, Stiefbrüder). Diese hier unterhält vielleicht - wie auch das Original - die lieben Kleinen, für die schon der Anblick eines Dinosauriers reicht, um ihre Herzchen höher schlagen zu lassen und Erwachsene, für die eine Komödie vor allem eines sein muss: albern bis zum Anschlag. Der Humor ist auf jeden Fall arg dünn gesät, so dass Will Ferrell leider viel zu selten Gelegenheit bekommt, sich mit der ihm eigenen Ernsthaftigkeit zum Deppen zu machen, was er doch so toll kann. Positiv ist zu vermerken, dass Die fast vergessene Welt uns wenigstens nicht so ärgert wie z. B. sein letzter Film, Stiefbrüder, oder diverse bösartige "Komödien", die in letzter Zeit unseren Sinn für Humor strapaziert haben. Zu empfehlen für übernächtigte Eltern, die im Sitz neben ihren Kids ein wenig dösen wollen.
Die fast vergessene Welt fängt ganz interessant damit an, dass sich der Paläontologe Dr. Rick Marshall (Will Ferrell) in einer TV-Sendung mit Moderator Matt Lauer (spielt sich selbst) anlegt, der sein neues Buch über seine Theorie zu Zeitreisen und Parallelwelten verunglimpft. (Marshalls Wortwahl erinnert sehr an Das Haus am See). Von seinen Kollegen geächtet, muss der deprimierte Wissenschaftler nun desinteressierte Schüler unterrichten. Als Jahre später die englische Studentin Holly (Anna Friel, TV: Pushing Daisies. Bathory) bei ihm auftaucht, hat sein Martyrium ein Ende. Denn Holly verehrt den Wissenschaftler und hat sogar einen Beweis dafür, dass seine von den Kollegen niedergemachte Theorie stimmen könnte.
Marshall fasst neuen Mut und reist mit seinem Groupie zu einem Portal, von wo aus sie der Geisteszwerg Will (Danny McBride, Ein Mann für alle Unfälle, Ananas Express, Tropic Thunder, Shopping-Center King) auf ihrer Reise in eine andere Welt begleitet.
Der erste Dino taucht auf, Ferrell bringt eine paar trockene Witze an. Ich erinnerte mich daran, dass die TV-Serie damals bewusst und absichtlich albern und unglaubwürdig gewesen sein soll. Trotzdem war ich auf den Affen-Menschen Chaka - der Schauspieler Jorma Taccone in einem Affenkostüm, das so Fake aussieht, wie es faker nicht mehr geht - nicht gefasst. Bald darauf wird klar, dass die Story sich jetzt nicht zu einem Mordsspaß und Riesenabenteuer aufschwingt, sondern lediglich vor sich hinplätschert und selbst die flugs heruntergeschraubten Erwartungen noch enttäuscht.
Ähnlichkeiten mit Die Reise zum Mittelpunkt der Erde und damit logischerweise auch mit Ice Age 3 ließen mich mit den Augen rollen, denn wenn schon spoofig, dann aber richtig und vor allem richtig lustig. Nur mein Glaube, dass es das ja wohl kaum schon gewesen sein könnte hielt mich wach, auch wenn ich gelangweilt war. Doch mehr kam nicht. Am Ende sahen wir nochmal Matt Lauer und irgendwie ist das traurig. Erinnerte uns sein Auftritt doch daran, dass wir anfangs noch etwas Hoffnung hatten...
Da Kinder bekanntlich die selben Geschichten wieder und wieder hören und sehen können, ohne dass sie das nervt, und auch kein Problem damit haben, dass ein 100 Millionen $ Film aussieht, als hätte er höchstens 20 gekostet, sind die Kleinen da vermutlich großzügiger....
Die fast vergessene Welt mit Will Ferrell wurde inspiriert von einer amerikanischen TV-Serie aus den 70ern, Land of the Lost, nach der diese Fantasy-Komödie im Original auch benannt wurde. Das Drehbuch zu Die fast vergessene Welt stammt von zwei TV-Autoren - Chris Henchy (Spielfilmdebut) und Dennis McNicholas (The Ladies Man), der fast 10 Jahre lang an der TV-Show Saturday Night Live mitgeschrieben hat. Regie führte Brad Silberling (10 Items or Less – Du bist wen du triffst, Lemony Snicket – Rätselhafte Ereignisse).
Die Filmmusik wurde komponiert von Michael Giacchino, der auch für die Töne des neuen Star Trek gesorgt hat und für die TV-Serie Lost komponiert. Link zum Die fast vergessene Welt Soundtrack : Land of the Lost.
Die fast vergessene Welt -- Genre: Fantasy/Komödie -- deutscher Kinostart: 01.10.09 -- FSK: nicht bewertet.
Die Fans von Grey's Anatomy bzw. Katherine Heigl stürmen die Kinos, um sie in Die nackte Wahrheit zu sehen, doch die Begeisterung für diese zynische romantische Komödie hält sich sehr in Grenzen. Nach dem amüsanten Selbst ist die Braut hatten wir kurz die Hoffnung, dass es mit dem Genre wieder aufwärts gehen könnte. Pustekucken. Die nackte Wahrheit ist ein Film für Männer (was auch Gerard Butler in der männlichen Hauptrolle erklärt), die sich köstlich darüber amüsieren können, wenn sich die weibliche Hauptfigur zum Deppen macht, Haut zeigt und eine Marionette des Mannes ist, während der bärtige und brustpelztragende Macho-Mann so nebenbei als begehrenswert und einfach nur missverstanden verkauft werden soll. Also Wunscherfüllung für Männer, die immer wieder Bestätigung dafür brauchen, dass Frauen enorm tolerant sind, wenn es um das Aussehen, Verhalten und generell die Macken einzelner Herren geht. Dass Frauen die Zielgruppe für das Genre sind/sein sollen, hat man geflissentlich ignoriert. Wollte man auf diese Art mehr Zuschauer in die Kinos locken? Seltsame Strategie.
Als wären Frauen durch Medien wie z. B. "Frauen"Magazine noch nicht verunsichert genug (Studien belegen diesen Effekt), werden sie in Die nackte Wahrheit für ihre Verunsicherung auch noch lächerlich gemacht. Wieder einmal lautet die Botschaft an die Frauen: Wenn du schön bist und gebildet und halbwegs erfolgreich im Beruf, dann reicht das noch lange nicht (wärst du ein Mann, würde der Erfolg im Beruf schon völlig reichen, ätsch.). Du bist nicht gut genug. Es sind weiterhin die Männer, die sich die Frauen aussuchen, nicht etwa umgekehrt. Merk' dir das, du dummes Mädel, und hör' endlich auf, Ansprüche zu haben! Ach ja - mit 30 hast du gefälligst unter Torschlusspanik zu leiden, denn du bist ja auf dem Weg eine "alte Jungfer" zu werden.
In Die nackte Wahrheit spielt Katherine Heigl die Figur Abby Richter, die eine Frühstückssendung produziert, deren Quoten stetig sinken. Das ist auch kein Wunder, denn die Sendung sieht aus wie etwas, das wir von einem öffentlich-rechtlichen TV-Sender erwarten, dem die Quoten egal sein können. Abby träumt von Interviews mit Politikern und scheint generell wenig Kontakt mit der Popkultur zu haben. Andererseits hat sie viel von dem Schwachsinn verinnerlicht, der seit Jahrzehnten schon von Frauenverdummungsmagazinen, Pop-Psychologen, Self-Help AutorInnen und Dating Websites serviert wird.
Bevor sie zu ihren Blind Dates aufbricht, besorgt sie sich Hintergrundinfos zu dem Mann, wie wir am Beispiel ihres Dates mit Jim (Kevin Connolly, TV: Entourage. Er steht einfach nicht auf dich) sehen. Sie hat außerdem eine Liste mit wichtigen Eigenschaften, die ihr Zukünftiger haben muss und eine Liste mit Gesprächsthemen, falls Funkstille eintreten sollte. Natürlich ist sie auch noch bescheuert genug, ihre Karten beim ersten Date offen auf den Tisch zu legen... Eine besonders bedauernswerte Schwachstelle der Geschichte. Abby hätte schließlich auch einfach zu der Einsicht gelangen können, dass sich der ganze Aufwand wirklich nicht lohnt.
Abby ist kein Stück realistisch, wie schon die peinlichen Freudentänze beweisen, die Heigl mehrmals aufführen muss, als würde sie eine 13-jährige spielen und keine etwa 30-jährige TV-Produzentin. Dieses Rumgehopse sieht alles andere als überzeugend aus. Selbst ihr Markenzeichen-Lächeln wirkt öfters gezwungen, so dass man sich fragt, was sich Regisseur Robert Luketic (21, Das Schwiegermonster, Total verknallt in Tad Hamilton und Natürlich blond) eigentlich dabei denkt, uns diese wenig überzeugenden Shots zu präsentieren.
Ausgerechnet das Großmaul Mike Chadway (Gerard Butler, Die Insel der Abenteuer, demnächst: Gamer, Law Abiding Citizen) wird angeheuert, um mit seinem Macho-Segment The Ugly Truth die Quoten von Abbys Frühstücks-Format anzuheben. In diesem Segment zeigt Mike den Frauen, "was Männer wollen", da diese ja simpel und einheitlich nur Eines im Sinn haben, und den Männern zeigt er, wie sie das bekommen. Im Laufe von Die nackte Wahrheit sehen wir immer öfter den "Normalo" hinter der Macho-Fassade und auch seine Ugly Truth wird besser. Man fragt sich schon, wann er seinem Segment den Todesstoß versetzen wird, denn einfach weitermachen wird er kaum können.
Abby lässt sich auf eine Wette mit Mike ein. Wenn sie gewinnt, wird er kündigen. Doch welch Graus - Mikes Tipps (enge Klamotten, push-up BH, anzügliche Kommentare und manipulative Aktionen) führen für Abby zum Ziel bei ihrem erklärten Traummann, ihrem Nachbarn Colin (Eric Winter, TV: Moonlight), womit sie die Wette zu verlieren droht. Colin ist Chirurg und vertritt im Film den Mann, der die "feinen Dinge" liebt, selbstverständlich total oberflächlich ist und natürlich auf Abbys Manipulationen hereinfallen muss. Colin ist der "störende Dritte", also obligatorisch für jede romantische Komödie, die aus Formel plus Klischees besteht. Die Geschichte schreibt Abby vor, dass sie auch bei Anzeichen der Inkompatibilität mit Colin weitermachen muss, obwohl jede halbwegs normale Frau den Typen zu dem Zeitpunkt in Tonne treten würde. Womit ja eigentlich die ganze Theorie nicht mehr stimmt, denn Colin ist nicht der Traummann. Er wird trotzdem bis zum Ende mitgeschleppt, weil den Autorinnen wohl nichts besseres einfiel. Apropos einfallen...
Wenn Jennifer Beals in Flashdance ihre Shrimps ißt, dann ist das - von ihr gewollt - erotisch. Wenn Abby auf Befehl von Mike einen Hot Dog auf ähnliche Art verspeisen soll, dann ist das geschmacklos, derb, völlig unerotisch und auch nicht lustig. Wenn in Harry & Sally Meg Ryan im Restaurant ihrem Harry mit einem vorgespielten Orgasmus vor den Kopf schlägt und völlig verunsichert, dann ist das lustig. Wenn in einer Restaurant-Szene Katherine Heigl einen Orgasmus vortäuschen muss, noch dazu während eines Businesss-Meetings mit Vorgesetzten, weil Abby die vibrierende Unterwäsche trägt (ein Geschenk von Mike, was sonst) und ein kleiner Junge die Fernbedienung bedient, dann wirkt die Szene völlig überzogen und nicht wirklich lustig (eher geschmacklos und fragwürdig wegen des Jungen und fragwürdig, weil Mike die Situation überblickt und nicht eingreift). Ganz abgesehen davon ist die Harry & Sally Szene mittlerweile doch völlig ausgelutscht, zuletzt wurde sie in Mission Hollywoodmisinterpretiert und nachgespielt. Etwas Neues fällt nicht ein? Zugegeben, eine überflüssige Frage, wenn man an die Mehrzahl der romantischen Komödien denkt, die wir seit einigen Jahren präsentiert bekommen.
Wir verdanken diesen neuen Tiefpunkt dem Autoren-Duo Karen McCullah Lutz und Kirsten Smith, die das Drehbuch zusammen mit Neuling Nicole Eastman schrieben, die auch die Idee zu dem Stoff hatte. McCullah Lutz fungierte außerdem (zusammen mit Eric Reid (Crank 1+2, Underworld 3, Untraceable)) als ausführende Produzentin. McCullah Lutz und Smith hatten vor 10 Jahren einen Hit mit ihrem Original-Drehbuch 10 Dinge, die ich an Dir hasse und der Literaturadaption Legally Blonde - Natürlich blond!. In jüngster Vergangenheit einttäuschten sie allerdings mit ihren Original-Drehbüchern zu House Bunny und She's the Man - Voll mein Typ. Vielleicht wäre es besser, wieder zu Literaturadaptionen zurückzukehren...
Romantisch wird's in Die nackte Wahrheit erst ganz zum Ende hin, viel zu spät, als Abby endlich selbst eine Entscheidung trifft und Mike aufhört, Abby zu manipulieren. Vom Zuschauer wird erwartet, dass er so ziemlich alles vergisst, was vorher war - inklusive The Ugly Truth. Davor ist Die nackte Wahrheit gelegentlich witzig, was allerdings generell auf Kosten der völlig unterentwickelten weiblichen Hauptfigur geht. Ein neuer Tiefpunkt auch für Katherine Heigl und ihre Filmkarriere. Beim ersten Mal war trotz Seth Rogens Figur ganz nett, 27 Dresses eher schwer zu ertragen und Die nackte Wahrheit nun ist völlig daneben.
Gerard Butler und seine Behaarung sind fehlbesetzt. Wenn man uns Frauen - und wir sind ja bekanntlich die Zielgruppe für romantische Komödien, die Männer "gehen nur mit" um hinterher belohnt zu werden, so die Theorie - schon solch einen unausgegorenen sexistischen Mist verkaufen will, weil wir bekanntlich ja alle einen Hang zum Masochismus haben, dann sollte man wenigstens einen Mann als Lead engagieren, den wir uns an Abbys Seite wünschen würden. Also eher einen bärtigen Jeffrey Dean Morgan (zufälliger Weise Izzies verstorbener Liebster in Grey's Anatomy. Zufällig verheiratet, demnächst: Shanghai), dem Gerard Butler in PS I Love You schon nichts entgegenzusetzen hatte, obwohl dort er den verstorbenen geliebten Ehemann spielte. Wenn ein Ashton Kutcher in Love Vegas den kurzfristig bösartigen Neanderthaler gibt, dann funktioniert das. So einen schwer zu verkaufenden Neanderthaler kann man nur mit einem fähigen Schauspieler besetzen, der für gewöhnlich eher den Softie spielt, also "against type" besetzen. Null Punkte an die Casting Direktorinnen.
Man will also den Frauen unbedingt wieder den unrasierten Neanderthaler verkaufen, den Macho mit dem guten Kern, der der Frau zeigt, was Sache ist. (Irgendjemand sollte Karl Lagerfeld Bescheid sagen, dass er mit seinem Protegé, dem Model und atemberaubenden neuen It-Boy Baptiste - sensibel, unbehaart *und* muskulös - völlig daneben liegt. Ja, sicher doch;) Selbstverständlich haben die Frauen überzogene Vorstellungen, die sie sich abschminken müssen, denn -- wenn die Frauen single bleiben, ihre Männer nur noch á la carte genießen und sich diese garstigen Neanderthaler weit weit vom Leib halten, dann müssten diese am Ende umdenken und das geht ja 'mal gar nicht. Es sind immer die Frauen, die falsch liegen und sich ändern und anpassen müssen, nicht die Männer.
Was in Die nackte Wahrheit öfters angenehm auffällt? Der Soundtrack. Da gibt's einige coole Tunes im Film zu hören. Allerdings braucht der Zuschauer nicht nach dem Soundtrack zu suchen - es gibt nur den Score des Films, also die eher schwachen Neukompositionen, die keinen vom Hocker reißen, die coolen Titel sind nicht drauf. Sorry.
Die nackte Wahrheit -- deutscher Kinostart: 01.10.2009 - Genre: romantische Komödie -- Länge: 96 Minuten -- FSK: ab 12 Jahren. Drehbuch: Nicole Eastman (Erstling) & das Autorenteam Karen McCullah Lutz & Kirsten Smith Regie: Robert Luketic (21, Das Schwiegermonster, Natürlich blond)
Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 mit John Travolta und Denzel Washington ist zwar schon die dritte Verfilmung des Romans von John Godey, doch hat sich Drehbuchautor Brian Helgeland (Man on Fire, Mystic River, demnächst: Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire) viel Freiheit genommen. Helgeland wollte einen Kommentar zu den Machenschaften an der Börse und der Finanzkrise abgeben und das ist ihm mit diesem spannenden Film auch gelungen. Da Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 erst jetzt in Deutschland anläuft, macht ihn das höchst relevant, wenn nicht gar brisant. Wenn einem das Thema schon klar ist, bevor man den Film sieht, dann ärgert einen vielleicht das Ende etwas weniger, das allerdings in der OV noch mehr ärgert als in der synchronisierten Version.
Zach Garber (Denzel Washington, American Gangster) ist ein langweiliger Bahnangestellter in Pullunder und Krawatte. Er steht unter dem Verdacht, Bestechungsgelder angenommen zu haben, weshalb er derzeit Telefondienst in der Leitstelle machen muss. Ausgerechnet während seiner Schicht wird die U-Bahn Pelham 123 entführt.
Ryder ist für die Entführung verantwortlich und besteht darauf, die Lösegeldverhandlungen (er will $ 10 Mios. sehen, sonst sterben die Geiseln) mit Garber zu führen. Das passt zwar dem auf solche Verhandlungen spezialisierten und eilig herbeigerufenen Polizisten Camonetti (John Turturro,Transformers 2, Miracle at St. Anna) nicht, doch Ryder hat 19 Geiseln und keine Skrupel. Der schmierige und arrogante Bürgermeister (James Gandolfini, TV: The Sopranos) reagiert viel zu langsam, da ihm kurzfristig sein Image wichtiger ist als die Sicherheit der Bürger, und ist somit mitverantwortlich für einige Tote. Diese Tatsache wird natürlich in keinem Pressebericht zu lesen sein.
Der Spekulant als Terrorist
Der auf alle Eventualitäten exzellent vorbereitete Terrorist Ryder und seine Leute haben die Situation in der Hand. Obwohl Ryder völlig gewissenlos zu sein scheint, ist er derjenige, dem ich die Daumen drücke. Schließlich ist Die Enführung der U-Bahn Pelham 123 ein Thriller und keine Dokumentation. Ryder ist cool und bringt uns mit seinen Sprüchen zum Lachen. Natürlich identifiziere ich mich lieber mit ihm als mit dem besonnen, aber auch stinklangweiligen Garber, dem kleinen Rad.
Als eine der Geiseln, ein Marine/Soldat, freiwillig den Kopf hinhält, lässt mich das nur gelangweilt seufzen. Die melodramatische Szene ist des Films absolut unwürdig, ist zu offensichtlich. Wenn man eine Botschaft hat und möglichst alle Aspekte ansprechen will, passiert sowas. Diese Geisel ist auch ein kleines Rad, noch dazu ein präzise programmiertes (siehe auch: Experiment Killing Room), das die Mär der "Ehre" verinnerlicht hat, die ihm mühsam eingebläut wurde parallel zum Feindbild. [Hurra! Für welchen guten Zweck darf ich mein Leben geben? Immer zu Diensten, viel Feind viel Ehr oder so. Die Flagge auf dem Sarg gibt's bestimmt wieder gratis dazu, sie wird zeremoniell schön gefaltet und dem designierten Hinterbliebenen in die Hand gedrückt. Ein Andenken, das neben das Purple Heart oder welche Auszeichnung auch immer der Verstorbene für diese Aktion verliehen bekommen hat, gelegt wird.]
Irgendwann wird klar, dass Helgeland darauf besteht, Garber zum Helden zu machen. Auf dem Papier macht das sicher Sinn, besonders jetzt, wo die Finanzkrise sich ausgeweitet hat. Leider hat der Film dann aber ein paar Problemchen im 3. Akt. Banker sind raffgierig, okay, aber Ryder wurde als extrem intelligent vorgestellt. Würde der, nach einem Zugewinn im dreistelligen Millionen-Bereich, sich einen Koffer mit 'ner schlappen Million an's Bein hängen, der ihm bei der Flucht im Weg ist? Warum hat er an alles gedacht, nur nicht daran, seinen eigenen Kopf elegant aus der Schlinge zu ziehen? Der Hubschrauber hätte ganz klar ein Fluchthubschrauber sein sollen, nix anderes. Das würde doch jetzt auch gut passen - Hilfe kommt von oben (höchster Stelle), Mr. Banker's unwürdiger Hintern wird gerettet... :) Was dem folgte, würde ich noch nicht einmal leihen, geschweige denn kaufen, bis auf die letzte Szene mit dem Bürgermeister.
Theoretisch müsste Garber mein Held sein, keine Frage. Ich sollte ihn anfeuern, damit er dem Spekulanten, der über Leichen geht und Politikern wie Durchschnittsbürger terrorisiert, Einhalt gebietet. Allerdings...
Und so bleibt mir die Wahl: ärgere ich mich darüber, dass Ryder so cool ist und ich ihm die Daumen drücke, obwohl ich das eigentlich gar nicht will? Oder ärgere ich mich über die Machtlosigkeit von Garber, dem nichts übrig bleibt, als dem System in die Hand zu spielen? Oder über die Politiker, die so tun, als stünden sie nicht auf einer der zwei Seiten bzw. als wären sie nicht eine der zwei Seiten, und hinterher ihre PR-Maschine anwerfen und freudig verkünden, dass sie Jobs im Niedriglohnbereich erhalten?
Vermutlich ist es egal, worüber sich der Zuschauer ärgert, Hauptsache er ärgert sich. Denn das, so würde ich vermuten, war eines der Ziele von Brian Helgeland. Erst wenn sich die Menschen so gewaltig ärgern, dass sie richtig wütend werden und etwas ändern wollen, erst dann bewegt sich auch etwas. Sicher ein frommer Wunsch und ein Drehbuch, das lange vor der Banken-Rettungsaktion geschrieben wurde, was man nicht vergessen darf. Aber doch zu gerne täte...
Ich erinnere mich sehr gut an die Arroganz der Investmentbanker, bei denen noch vor nicht allzu langer Zeit ständig die Champagnerkorken knallten und die wirklich derart auf dem Höhenflug waren, als wären sie die ungekrönten Könige der Welt. Mit voller Wucht die U-Bahn Richtung Wand gefahren, und die Garbers der Welt durften sich dann darum kümmern. Was für ein trauriger Held dieser Garber doch ist. Sieht eigentlich eher wie ein totaler Loser aus...
Die Entführung der U-Bahn Pelham 123 Trailer deutsch
Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3 -- Genre: Thriller -- deutscher Kinostart: 24.09.09 -- FSK: ab 16 Jahren Drehbuch: Brian Helgeland (Man on Fire, Mystic River, demnächst: Mitternachtszirkus - Willkommen in der Welt der Vampire, Salt, Green Zone, Robin Hood), basierend auf dem Roman von John Godey. Regie: Tony Scott (Man on Fire, Domino, Deja Vu)
Die Entführung der U-Bahn Pelham 1 2 3 Cast: Zach Garber - Denzel Washington Ryder - John Travolta Camonetti - John Turturro Bürgermeister - James Gandolfini